Reinigungsarbeiten an der Zuchtanlage

Nach dem Joggen heute Vormittag, der Fischfütterung bei Philipp und dem abendlichen Apnoe-Tauchtraining, lege ich mich mit dem iPad auf's Sofa und schaue Youtube-Videos: Nachdem ich genügend Filme gesehen habe über Indische Dorfküche und das Häuten und Zerteilen von Alligatoren, gehe ich in den Keller und reinige zwei Rechteckbecken in meiner Zuchtanlage. In den Becken sind je 2 Lysmatas und sind total verlangt. Die 4 Garnelen dürfen sich neu ein sauberes Becken teilen. Die 4 Kaudernis kommen in einen sauberen Kreisel und ihr bisheriger Kreisel wird mittels Schwamm im laufenden Betrieb grobgereinigt.

Mit der Glaspfeife kann ich den Kauderni-Nachwuchs bequem und für die Tiere schonend umsetzen


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Meine 4 Lysmatas (vermutlich 2 x Wurdemanni und 2 x Bogessi) kommen alle zusammen in ein neues Becken


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Eine Garnele trägt Eier, die kommt bald in einen Kreiseltank


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Das neue Becken wird beschnuppert


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Beschäftigungstherapie

Ich bin am Nachmittag vom 24. Dezember bei Seaplanet um diverse Triton-Lösungen zu kaufen, da fragt mich Davide, ob ich nicht einen Behälter für die Dosierung von Facto Balls konstruieren könne. Ich finde das eine Super-Idee und überlege mir auf dem Nachhauseweg, wie ich das machen könnte. Erst strebt mir eine Art Gitterkugel vor, da ich die Vorstellung runde Bällchen in einen runden Ball zu geben, reizvoll finde. Der Name wäre dann "Bacto Ball - Ball" oder so ähnlich. Am ehesten würde ich die Kugel auf zwei Hälften machen mit einem Mechanismus um diese zusammenzuhalten. Wie ich weiter darüber nachdenke, finde ich dies dann aber doch etwas fehleranfällig und verwerfe den Gedanken. Eine viereckige "Kiste" erfüllt den Zweck ebenso und ist einfacher in der Handhabung und braucht im Technikbecken wohl auch weniger Platz.

Die Vorbereitungen für die Einladung für den Heiligabend erlauben es mir dann nicht mehr, mit der Konstruktion am PC zu beginnen. Am 25. finde ich dann aber etwas Zeit um einen ersten Prototypen zu konstruieren. Die Kiste soll aus ästhetischen Gründen ein Würfel (also alle Kanten gleich lang) mit 4 abgerundeten Kanten werden. Beim Deckel bin ich mir unschlüssig, ob dieser von aussen schliessen oder in die Box reingehen soll. Letzteres ist optisch ansprechender aber mühsam zum öffnen und könnte zum "Fingernagelkiller" werden: Also soll der Deckel grösser werden als der Würfel.

Während ich den ersten Prototypen drucke, überlege ich mir, ob ich statt den "gefrästen" Schlitzen (natürlich sind die gedruckt und nicht gefräst, sehen aber so aus und haben sogar an den Enden Radien) runde Säulen machen soll. Das würde das Teil für den Kenner als nicht konventionell fabriziert erkennbar machen. Da ich aber Festigkeitsprobleme befürchte und ich die Säulen ja nicht dicker machen kann als die Wandstärke, verwerfe ich die Idee wieder. Spät am Abend, konstruiere ich dann - mehr aus Spass - noch eine Version die ich "Bacto Ball Dice" nenne, welche statt Schlitze über Augen wie ein Spielwürfel verfügt. Um optisch aber an einen Spielwürfel zu erinnern, müssten die Löcher aber recht gross werden und dann müsste ich in den Löchern wieder Stege reinmachen, damit die Bacto Balls nicht rausgespült werden. Ich verwerfe die Idee wieder und schreibe den Aufwand der Konstruktion als Programmierübung ab.

Die ersten Prototypen, die aus meinem 3D Drucker kommen, verwende ich für verschiedene Tests. Als erstes teste ich die Funktionalität, was bei der Bacto Ball Box im Wesentlichen das Schließen und Öffnen des Deckels umfasst. Der Deckel sollte einigermassen leichtgängig zu bedienen sein, muss dann aber doch fest genug sitzen, dass er nicht einfach abfällt. Bis ich da das genaue Mass gefunden haben (es liegt im Bereich von Zehntelmillimeter) muss ich einige Exemplare drucken und ausprobieren. Des weiteren mache ich Festigkeitstests. Die Wandstärke bei allen Fishgimmicks, die Hohlkörper bilden, führe ich als globale Variable in meinen Konstruktionsprogrammen. Auf diese Weise, kann ich mit der Änderung einer einzigen Zahl, Teile mit verschiedenen Materialdicken erstellen und so das Optimum suchen. Das Optimum heisst dick genug als dass es unter normalen Umständen nicht kaputt geht ("normale Umstände" heisst, dass man das Teil auch mal etwas gröber anfassen darf aber natürlich nicht mutwillige Zerstörung; Ich bin ja immerhin im Kunststoffbau tätig und da sind die Möglichkeiten einigermassen limitiert) aber doch nur so viel Material, dass die Druckzeit und die Druckkosten nicht übermässig ansteigen, weil ich sonst das Teil nicht mehr verkaufen kann.

Den Vormittag des 26. verwende ich dann für Reinigungsarbeiten an meinen Bypass-Aufzuchtbecken. Die Becken sind immer stark verlangt und zwischendurch muss ich das Wasser ablassen und diese gründlich mit Klinge und Schwamm reinigen. Mittag ist jetzt schon vorbei, jetzt will ich noch eine halbe Stunde lang Apnoe-Übungen machen und mache mich dann auf den Weg zu Philipp (der Weihnachten/Neujahr in Bali verbringt) um seine Fische zu füttern und nach dem Rechten zu sehen.

Die Bacto Reef Balls Box


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Das wird mein Werbebild: Gelb wirkt frisch, gibt einen schönen Kontast zu Schwarz und der Betrachter soll auf einen Blick die Funktion des Produktes begreifen


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Hier noch die Version des Werbebildes ohne Flasche


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8 Bällchen für mein Becken um die Box zu testen


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Rein mit der Box ins Technikbecken; sie sinkt wie erwartet


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Zwei Versionen der Deckel mit unterschiedlich breiten Stegen: Wo liegt das Optimum zwischen Festigkeit und Materialverbrauch/Preis?


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In dieser Version sind die Stege zu schmal: Beim Öffnen oder Schliessen des Deckels könnte ein "Grobmotoriker" mit dem Daumen die Stege eindrücken


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Ein umlaufender Steg in der Mitte (rot eingezeichnet) wäre auch eine Möglichkeit die Rippen zu versteifen


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So hätte der "Bacto Ball Dice" ausgesehen, wird aber eine Designstudie bleiben und nie auf den Markt kommen (hier ist auch der "Fingernagelkiller-Deckel" zu sehen


Bacto Ball Dice

Meine Bypass-Aufzuchtbecken wollen generalgereinigt werden: Die Tiere aus dem linken Becken warten im Eimer, während ihr Becken geputzt wird, danach rotiere ich die Bewohner jeweils um eine Position nach links


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Alles wieder sauber und alle Bewohner an ihrem neuen Platz


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"Das neue Becken fühlt sich toll an!"


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"und wo ist unsere alte Deko? Hast du das jetzt unseren Nachbarn gegeben?"


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"dem schönsten Fisch, gebührt das schönste Becken", findet Pablo, der Picasso-Nemo


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"Angeber! Schönheit kommt von innen und ich stehe auf Natur-Look!"


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Blick ins Innere einer UOA Membrane

Seit der Französischen Revolution habe ich gefühlt die Membrane meiner UOA nicht gewechselt. Habe ich die Membrane eigentlich überhaupt schon mal gewechselt, frage ich mich gerade? Da der TDS-Wert seit geraumer Zeit nicht mehr unter 2 fällt (vom TUNZE TDS-Meter wird sogar 7 angezeigt) ist es Zeit für eine Generalrevision und Ersatz sämtlicher Patronen. Ich kann ja nicht Wasser predigen im Fish & Tipps Video aber dann selber Wein trinken und trotz Algenwuchs nicht reines Wasser in mein Becken geben. Nach einer guten Viertelstunde sind alle Patronen an der UOA ersetzt und sie schnurrt wieder zufrieden vor sich hin und produziert Nachfüllwasser mit 0pp.

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, wie so eine UOA-Membrane von Innen aussieht? Damit ihr jetzt nicht alle eure Wasseraufbereitungsanlagen auseinandernehmen müsst, hat dies euer liebster Aquarienblogger für euch gemacht.

Meine UOA zeigt permanent 2PP an: Es ist zeigt für den Ausstausch der Patronen


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Ein ganzer Satz Ersatzpatronen für die Vertex Puratek Deluxe 200


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Das Werkzeug war in der Schublade: Ein Griff und die Sucherei ging los…


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Der gebrauchte Feinfilter sieht optisch gut aus, aber ich sehe nicht in seine 50um Poren rein


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Gab es da auch ein Werkzeug um die Membrane zu öffnen? Egal, der Schraubstock tut es auch


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Nach einer Viertelstunde hängt alles wieder an seinem Platz, ist dicht und zeigt wieder 0 pp an


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Wollen wir uns die Membrane mal genauer unter die Lupe nehmen


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Eine Lage Membrane, eine Lage Netzgewebe und das ganze aufgerollt


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Das Netzgewebe ist wohl eine Art Abstandhalter und sorgt dafür, dass sich die Doppelmembrane unter Druck ausdehnen kann


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Die Membrane ist doppelwandig: Hier drin ist das Ausgangswasser


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Arbeiten wir uns zum Zentrum der Rolle vor: Durch die Löcher wird das Wasser zwischen die beiden Membranschichten geleitet


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Material ist weggeschnitten und jetzt sind die Löcher in der Achse gut zu sehen


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Unter dem Mikroskop sieht die Membrane aus wie eine Kokosmatte


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Fish & Tipps Folge #3 Nitrat, Phosphat und Algen im Meerwasseraquarium

Heute lädt Tayfun von aquariumfreaks.tv die Folge #3 von Fish & Tipps zum Thema "Nitrat, Phosphat und Algen im Meerwasseraquarium" hoch. Die Folge ist hier zu finden: http://www.aquariumfreaks.tv/fish-tipps-3-mit-andreas-horvath-algenprobleme/

Wer sich eingehender mit den Tipps befassen möchte, kann die im Video besprochenen Punkte auch hier nachlesen: http://www.andreas-horvath.ch/Downloads/files/Algen%20im%20Meerwasseraquarium%20V4.pdf

Fish & Tipps Folge #3


Fish & Tipps #3

Rollei Actioncam 425

Da ich neulich regelmässig filme, sei es für die Serie Fish & Tipps auf aquariumfreaks.tv oder für das wöchentliche Training mit den Divecorner Apnoetauchern, will ich mir eine Action Cam zulegen. Die aktuellen Modelle von GoPro sind zwar cool und technisch überragend, kosten aber unverschämt viel. Ich lande nach etwas Online-Recherche und Nachfrage in einigen Geschäften bei der Rollei Actioncam 425. Die Kamera ist augenfällig eine Kopie von GoPro und bietet ordentliche Bildqualität für gut die Hälfte des Preises vergleichbarer Modelle. Obschon in der Werbung und auch auf der Verpackung gross "4K" angepriesen wird, muss man aber wissen, dass der Sensor nicht wirklich die Datenmenge für 4K liefert, sondern die fehlende Information einfach interpoliert wird. Das ist in etwas so, wenn ein Sportwagen auf dem Tacho 300 anzeigt, effektiv aber nur 250 fährt und dann den Rest hochrechnet. Da man aber eh mit dem Wagen nur im Stau steckt, kann einem das ziemlich schnuppe sein. Für meine Einsatzzwecke (Unterwasser Schwimmbad, See und Meer und dann und wann zu Hause), ist die Kamera mit dem mitgelieferten Unterwassergehäuse (bis 40m) die richtige Wahl: Schliesslich habe ich nicht die Ambition auf Skiern Steilhänge runterzubrettern, mich von Hochhäusern zu stürzen oder in einem Kajak die Niagaras runterzufahren. Den ersten Video auf der Kamera drehe ich im heimischen Aquarium; ich alter Adrenalinjunkie!

Mein erstes Video gedreht auf der neuen Action Cam


Mein Meerwasseraquarium

Die Rollei Actioncam 425 im Unterwassergehäuse bis 40m


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Den Griff habe ich von Thingiverse runtergeladen und auf meinem 3D Drucker ausgedruckt


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"Oh, was ist das für ein Ding: Kann man das essen?"


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"Cool, ich mache jetzt ein Selfie: Docface!"


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"Ich bin echt gut drauf!"


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Die Killerfrage auf Facebook und etwas Montagearbeit

Erst mal zum angenehmen Teil: Ich raffe mich später am Abend noch vom Sofa auf, gehe in den Keller und montiere die Wandhalterung für den Tunze Water Level Controller. Ich muss die Konstruktion noch leicht überarbeiten, da Tunze bei den neueren Controllern die Lage des Stromanschlusses versetzt hat. Einmal mehr bin ich froh, dass ich auf 3D Drucker produziere und nun nicht kistenweise Spritzgussteile in den Müll werfen muss. Ich bin zwar langsamer und teurer in der Produktion, aber dafür kann ich flexibel auf Änderungen reagieren und meine Produkte permanent weiterentwickeln.
Des weiteren habe ich heute Abend eine verkleinerte Version des Sea Urchins gemacht, welche ich in den Kreiseltank mit den 4 Kaudernis setze: Ich bin gespannt, ob die 4 Schaffhauser das neue Teil akzeptieren werden.

Jetzt aber zum etwas unangenehmeren Teil: Ist euch eigentlich auch schon aufgefallen, dass im Facebook, immer, wenn jemand hilfesuchend sein aquaristisches Problem schildert ("Hilfe, meine Korallen bleichen aus!", "Hilfe, das Wasser ist so trüb", "Hilfe, mein Zwergkaiser hat sich grad übergeben und schwimmt jetzt mit Schlagseite!") fast schon reflexartig jemand die Antwort hinbellt: "Poste erst mal deine Wasserwerte!". Ich gebe zu, oft ist die Frage nach den Wasserwerten berechtigt, denn aufgrund der Antwort kann man rasch auf die aquaristische Erfahrung des Fragenden schliessen:

  • Anfänger Stufe 1: "Keine Ahnung, ich habe keine Tests"
  • Anfänger Stufe 2: "Der Händler hat gesagt, mein Wasser sei top"
  • Anfänger Stufe 3: "ist alles im grünen Bereich"
  • Anfänger Stufe 4: "Wasserwerte sind alle im Normbereich - mit Salifert gemessen"
  • Anfänger Stufe 5: "Nitrit 0, Nitrat 0, Phosphat 0, Silikat 0 …
  • Anfänger Stufe 6: "Nitrat 0.05 und Phosphat 15"
  • Anfänger Stufe 7: Hier der Link zu meiner letzten ICP-OES Analyse…
  • Fortgeschrittener: (der hätte die Frage schon gar nicht gestellt)

Ich gebe zu, das aquaristische Beratungsbusiness ist hart: Jahrein, jahraus die selben Fragen:
  • "ist das eine Glasrose?" (in 99% der Fälle lautet die Antwort: Ja, Anschlussfrage: "Was muss ich jetzt machen?", Zusatzantwort: "Kill it with Fire!"/"Nuke it from Orbit!")
  • "Da kriecht was aus meinem Lebendstein, gut oder böse? Sorry, aber die Aufnahme ist unscharf, verwackelt und unterbelichtet, habe nur ein altes Handy und das ist mir gestern ins Klo gefallen"
  • "Ich habe mir SPS gekauft, superschöne, superheikle Sorten und erst war alles gut und jetzt bleichen sie alle aus, was könnte das sein?"
  • "Das Wasser in meinem Aquarium ist trüb und stinkt, das Becken läuft seit letzter Woche aber der Händler hat gesagt ich solle gleich voll besetzen"
  • "Hallo - ich habe mir ein Aquarium gekauft, was im Keller einer Hühnerfarm unter einem Haufen Gerümpel lag. Ich habe 2 Stunden lang Guano von den Scheiben gekratzt und das Becken befüllt, jetzt löst sich der Silikon und es läuft Wasser raus, kann ich da normalen Bausilikon nehmen?"
  • "Hallo Leute! Ich möchte mit Meerwasseraquarium anfangen. Habe da in der Bucht ein Aqua Medic Reefer 2000 Futura Maximus gesehen. Taugt das Becken was und was kostet mich das ganze? Brauche ich eine Strömungspumpe oder geht das ganze auch ohne so Zeugs"
  • "Ich habe einen Brabble Magirus XT-1515 RJF / eine LED Jumbo-Jebao-Jalapeno, wie stelle ich den richtig ein, der schäumt nämlich gar nicht / die Mondlichtsimulation ist zu blau geht das auch mehr so violett?"

Natürlich nervt das mit der Zeit, dass die Leute anstatt sich ein Buch zu kaufen oder ihre Frage mal in Google einzugeben, einfach mal ins Facebook rausposaunen im Sinne von: "Hey, ich bin auch da, helft mir aber dalli-dalli, denn in 2 Minuten habe ich die Antwort woanders auch selber gefunden!".

Aus meiner Sicht erleben wir derzeit grad die 3. Evolution, wie man sich zu aquaristischen Themen schlau macht:

  • Informationsbeschaffung V1: Man liess sich beraten vom Händler, wo man sich mit Fischen, Korallen und aquaristischem Zubehörs eingedeckt hat. Des weiteren las man in Büchern und war in einem Aquarienverein. Beim Stammtisch konnte man sich dann bei den alten Hasen die benötigte Information einholen. Der Händler versuchte einen natürlich über den Tisch zu ziehen und seine überteuerten Ladenhüter loszuwerden. Die Informationen in Büchern war völlig veraltet und da darin keine Produktetests stehen, sind Bücher völlig praxisfremd. An die Experten am Stammtisch kam man als Anfänger nie ran, den die sassen immer ganz am Ende des Tisches und diskutierten lieber unter ihresgleichen als sich von Anfängern Löcher in den Bauch fragen zu lassen.
  • Informationsbeschaffung V2: Das Internet wurde populär und die Foren kamen auf. In den Foren herrschte eine gewisse Hackordnung und die Administratoren sorgten für einen mehr oder weniger passenden Umgangston und schritten ein bei groben Beleidigungen und löschten konsequent ausländerfeindlichen und sexistischen Klumpatsch. Um in der Forenhierarchie aufzusteigen, musste man sich mit vielen intelligenten Posts einen Namen als Experte machen und Leute, die im Sinne von "Quantität vor Qualität" einfach zu allem und jedem ihren Senf gaben ohne etwas Nützliches beizutragen, waren bald geächtet, wurden gemobbt und verschwanden irgendwann wieder so wie sie gekommen waren. Nicht ohne aber zuvor noch ihr zusammenramassiertes aquaristisches Habundgut im Forum "aus beruflichen Gründen" zu verscherbeln.
  • Informationsbeschaffung V3: Foren verlieren zunehmend an Bedeutung und werden ersetzt durch Whatsapp-Gruppenchats und Facebook-Gruppen. Erstere haben den Vorteil, dass wie in Foren die Teilnehmeranzahl überschaubar ist und somit die Leute einen Ruf zu verlieren haben. Weil die Gruppen aus Praktikabilitätsgründen eher klein sind (10-20 aktive Benutzer maximal, ansonsten erstickt man in der Flut der Meldungen) wird eine aktive soziale Kontrolle ausgeübt und so kommt nicht jeder Idiot in die Gruppe rein, aber fliegt bei Fehlverhalten ganz schnell wieder raus. Aus meiner Sicht am schlimmsten ist die Frage- und Beratungsqualität bei Facebook-"Fach"-Gruppen. Da werden im Chat-Stil unausgegorene Fragen ohne Hintergrundinformation gestellt und oft kommt es mir so vor, als sei der Fragende gar nicht echt an einer Antwort interessiert, sondern wollte einfach in einer Phase der Langeweile etwas interaktive Unterhaltung unter Gleichgesinnten konsumieren. Noch schlimmer als die Fragenden, sind aber die "Experten", welche auf die Frage antworten, resp. diese in den meisten Fällen auch nur kommentieren im Sinne von: "Was bist denn du für einer um so eine doofe Frage zu stellen - wart's ab, ich werden deine Doofheit gleich der ganzen Welt outen!"

Ich frage mich, ob wir irgendwann da hin gelangen und einfach im direkten Gespräch (von mir aus kann da ja auch ein technisches Kommunikationsmittel verwendet werden) jemanden ein Problem schildern und um Hilfe oder eine zumindest eine Meinung bitten und sich der Angesprochene dann auch ehrlich Zeit nimmt sich das anzuhören und dann eine Antwort oder einen Rat aus bestem Wissen und Gewissen zu geben. Dies ohne herablassend zu sein, ohne den Fragenden blosszustellen und auch mal die Grösse zu haben zu sagen: "Das weiss ich nicht, da musst du leider jemand anderes fragen".

Ich montiere meine Osmolator-Steuereinheit an der Wand: Die Wandhalterung (Fishgimmicks Wall Mount Tunze Osmolator) gibt es in meinem Webshop


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Vor der Montage merke ich, dass TUNZE bei neueren Controllern den Stromanschluss um einen Zentimeter verschoben hat: Habe darum gleich eine Version gemacht, die universell passt


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Für den Kreiseltank habe ich eine kleinere Version des Fishgimmicks Sea Urchins gemacht


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Mal sehen ob Hansjörgs kleine Kaudernis das neue Spielzeug akzeptieren


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CITES Vergehen - Nachtrag

Auf meinen Blog-Artikel vom 13.12.2016 "CITES Vergehen: Dokumentierter Fall" habe ich viel Feedback bekommen. Die Schweiz ist klein und damit für viele Meerwasseraquarianer der Weg über die Grenze zum Einkaufen kurz. Des weiteren werden immer mehr Waren im Internet gekauft und aufgrund der Euroschwäche ist der Einkauf in ausländischen Webshops, trotz der Transport- und Verzollungskosten, attraktiv. Des weiteren gibt es Aquarianer, die an ganz speziellen Korallen interessiert sind, welche sie in der Schweiz nicht finden und darum diese gerne im Ausland bestellen möchten.

Offenbar ging ein Gerücht um, dass nachgezüchtete Ableger bis zu einer Maximalgrösse von 3cm von CITES ausgenommen seien und darum problemlos in die Schweiz importiert werden dürfen. Ein Bekannter von mir, hat eine entsprechende Anfrage ans Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BVET gerichtet:

Von: xxxxxx xxxxx [mailto:xxxxx_xxxxx@hotmail.com]
Gesendet: Freitag, 16. Dezember 2016 11:42
An: _BLV-EDAV-Bewilligung <infobew@blv.admin.ch>
Betreff: Re: AW:: Einfuhr Steinkorallen aus Drittländern

Guten Tag.
Ich habe noch einmal eine Frage zum Thema Stein- Korallen Import. Diesmal aus Deutschland. Mir wurde von einem deutschen Händler gesagt dass die Einfuhr von kleinen Ableger die aus Nachzuchten gemacht werden (ca. 3cm) ohne CITES über die Grenze genommen werden können. Dass als Privatperson. Dies werde von der Grenze toleriert. Diese Ableger werden mit einem Beleg geliefert dass es sich um Nachzuchten handelt. 

Da ich inzwischen mehr Freude an Nachzuchten habe, als an Tieren die der Wildnis entnommen werden, wäre das für mich als Privatperson eine erfreuliche Sache. 
Können sie dass bestätigen dass die Einfuhr von kleinen Ableger (Nachzuchten) auch von CITES pflichtigen Steinkorallen (Acropora ssp.) von Deutschland in die Schweiz ohne Dokumente gemacht werden kann? 
 
Vielen Dank für Ihre Antwort und freundliche Grüsse
xxxx xxxxx

Es gibt also noch Hoffnung und es ist ja nicht einsichtig, warum man Nachzuchten nicht importieren soll, es geht bei CITES ja um den Artenschutz im Sinne von Schutz der Arten in ihren natürlichen Habitaten und nicht um Nachzuchten. Leider erhielt mein Bekannter aber eine abschlägige Antwort:

Von: <cites@blv.admin.ch>
Datum: 16. Dezember 2016 um 13:55:31 MEZ
An: <xxxxx_xxxxx@hotmail.com>
Betreff: AW: AW:: Einfuhr Steinkorallen aus Drittländern

Sehr geehrter Herr xxxxx
Es handelt sich dabei um eine erklärbare Fehlinformation. Das CITES-Übereinkommen wurde von über 180 Ländern unterzeichnet, also praktisch der ganzen Welt. Anhang II Exemplare benötigen danach CITES-Bewilligungen, unabhängig ob es sich um Wild- oder Nachzuchtexemplare handelt, egal ob gross oder klein. Weltweit gibt es wenige Ausnahmen von der Bewilligungspflicht, diese betreffen aber keine lebenden Exemplare und auch keine anderen Korallenprodukte.
Innerhalb der EU wird das Übereinkommen teilweise nicht nach dem Standard der restlichen über 150 Länder vollzogen. Konkret können gewisse Anhang II Exemplare innerhalb der EU mit Nachzuchtbelegen die Grenze passieren. Wir sind nicht in der EU und handhaben es wie der Rest der Welt, Sie benötigen daher auch für diese kleinen, nachgezüchteten Exemplare Ausfuhr-CITES aus Bonn und Einfuhrbewilligungen von.
 
Freundliche Grüsse
xxxx xxxxxx
Stv. Leiter CITES Schweiz
Eidgenössisches Departement des Innern EDI
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
Internationales/Artenschutz
Schwarzenburgstrasse 155, CH-3003 Bern
Telefon +41 (0)58 462 xx xx, Telefax +41 (0)58 463 85 22
www.cites.ch /cites@blv.admin.ch

Auch das ist also offenbar keine Option: Wer legal Steinkorallen aus Deutschland in die Schweiz importieren möchte, muss den komplizierten und kostspieligen Weg gehen und sich die CITES Dokumente besorgen, einen Zugang ins System TRACES beantragen, eine Bewilligung einholen und die 88 CHF für die Artenschutz-Kontrolle hinblättern. Man sieht, für ein paar Korallen lohnt sich das nicht. Offensichtlich ist der Aufwand auch für die Schweizer Meerwasserhändlers zu hoch und aus diesem Grunde bestellen wohl die meisten Händler ihre Ware beim Grosshändler, wie z.B. Aqua-Trade.

Bei meiner Recherche zum Thema CITES bin ich auf den CITES Biennial Report Switzerland 2013/2014 gestossen. Offenbar muss jedes Land, welches CITES ratifiziert hat, alle zwei Jahre einen detaillierten Report abliefern über die Handhabung von CITES, ihren Mitarbeiterbestand, deren Ausbildung und über ausgesprochene Strafen und Beschlagnahmungen.

Anbei ein Auszug der List der ausgesprochenen Bussen:

Im Jahr 2013 wurden 3 Bussen ausgesprochen: 2 kleinere Fälle von einigen Steinkorallen und ein grosser Fall von kommerziellem Import von Steinkorallen, Seepferdchen und Mördermuscheln



CITES Vergehen Seite 1


CITES Vergehen Seite 2

Die bislang grösste verhängte Busse von 20'000 CHF für den Import von 1.5 Kg Kaviar und aufgrund der Hausdurchsuchung weitern 2.5Kg und 8.5Kg Kaviar


CITES Vergehen Seite 3

2014 ein Fall von Medikamenten, welche Seepferdchen enthielten, kein Fall im Bereich der Meerwasseraquaristik


CITES Vergehen Seite 4

Wie man sehen kann, ist die Anzahl der verhängten Bussen im Zusammenhang mit Meerwasseraquaristik in den Jahren 2013 und 2014 gering (Total 3 Fälle). Der Report für die Jahre 2015/16 wird wohl im Sommer 2017 erscheinen und dann auch den Fall von M. auflisten. Man darf gespannt sein, ob es bei dieser kleinen Anzahl von verhängten Bussen bleibt, oder ob die Meerwasseraquaristik mehr in den Fokus der Behörden gelangt ist.

Update Aquarium und Zuchtanlage

Gestern Abend messe ich Nitrat: Rekordwert von 5mg/L, das hatte ich das ganze Jahr nicht. Zur Sicherheit messe ich heute nochmals und kann den Wert bestätigen. Phosphat liegt unverändert bei 0.15mg/L und damit um Faktor 10 zu hoch. Die Reduktion von Nitrat von 20-30mg/L auf 5mg/l führe ich auf die Zugabe von Bacto Balls zurück, die ich nun seit gut 6 Wochen dosiere. Des weiteren dosiere ich wieder vermehrt TheraP und Special Blend und habe seit zwei Wochen einen Reaktor mit Pellets am laufen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Haupteffekt tatsächlich von den Bacto Balls kommt: Die Dinger scheinen wirklich zu funktionieren! Seit der Zugabe, habe ich allerdings vermehrt rote Beläge im Becken, die sich weiter ausbreiten (das ist auch der Grund, weswegen ich begonnen habe auch die Produkte von MicrobeLift zuzuführen). Erst dachte ich, es handle sich um Cynaos aber unter dem Mikroskop haben sich diese eindeutig als Rote Fadenalgen zu erkennen gegeben.

Gestern Abend waren Philipp und Ricky bei mir: Philipp hat mir ein Kauderniweibchen gebracht, dass in seinem Becken gemobbt wurde und von Ricky bekam ich meinen UV-Klärer zurück. Bei Pizza, Dessert und Getränken haben wir uns bestens unterhalten. Ich weiss nicht mehr, wie wir darauf gekommen sind, aber irgendwann haben wir begonnen ein Video von "Gronkh" zu schauen. Gronkh ist ein Youtuber mit über 4 Millionen Abonnenten (und das bei einem deutschsprachigen Kanal!). Ein Job, von dem sich vermutlich nicht mal schlecht leben lässt. Gronkh testet Computerspiele und kommentiert diese. Ich bin zwar nicht so der Gamer-Typ aber dieses Video ist auch für Nichtgamer absolut zu empfehlen.

Nitrat - zweimal gemessen - ist auf 5mg/L runtergekommen: Freude herrscht!


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Phosphat ist immer noch bei 0.15, da muss noch was gehen


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Die Reduktion von Nitrat, das lange auf 20mg/L - 30mg/l war, ist eindeutig


Messwerte

Nebst Bakto Balls dosiere ich nun wieder häufiger MicrobeLift TheraP und Special Blend


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Und seit 2 Wochen läuft bei mir ein Pelletreaktor


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Was erst aussah wie Cynon, entpuppt sich nun als…


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rote Fadenalgen


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Algen können nicht schlecht sein, Millionen von Zooplanktons können sich nicht irren


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Philipp bringt mir gestern eine Kauderni-Dame


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Jetzt habe ich zwei Böcke und eine Geiss: Hoffentlich gibt es bald Doppelnachwuchs!


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ein schöner Fisch mit Fleck auf der Nasenspitze


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Die Schneckenzucht läuft wie geschmiert, aber Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht: Ich muss leider manche Kunden hinhalten


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Gestern bekam ich Lysmata Wurdemanni Nachwuchs: Die Weihnachtsferien und langen Winternächste können kommen!


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Den 4 Kaudernis, die ich von Hansjörg bekommen habe, geht es prächtig


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Riffbärschchen


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Der Boss im Becken - aber er muss sich die Macht mit 2 weiteren Doktoren teilen


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Acanthochromis Polyacanthus aus der Nachzucht von Markus Kalcher: Zwei Fische aus dem Wurf hätte ich noch zu verkaufen


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Mein Unvermögen an Pixxar Merchandising Artikeln vorbeizulaufen

Es soll Frauen geben, die können an keinem Schuhgeschäft vorbeilaufen ohne - wie von einem imaginären Faden gezogen - den Laden zu betreten und Schuhe zu kaufen. Mir ist solches Tun völlig fremd und würde es einen Schuh geben, der seine Farbe wie ein Chamäleon von Schwarz nach Braun variieren könnte, sich die Beschaffenheit der Sohle der Jahreszeit anpassen würde und ewig hielte, dann würde ich diesen Schuh kaufen und fortan für den Rest meines irdischen Daseins Schuhgeschäften fernbleiben. Der Vorgang im Kleinhirn einer Frau im Schuhkaufwahn muss demjenigen gleichen, der sich bei einem Drogenabhängigkeiten abspielt, wenn er auf Entzug ist und er seinem Stammdealer mit vollen Hosen-, Bauch- und Backentaschen begegnet. Ich gebe zu, auch ich verspüre dann und wann den unwiderstehlichen Zwang mir etwas zu kaufen und zwar jedesmal wenn ich an einem Merchandising Artikel von Finding Nemo vorbeilaufe. Das Wort "vorbeilaufe" trifft den Sachverhalt allerdings unzureichend, denn ich bleibe stehen, nehme den Fisch in die Hand, betrachte ihn voller Entzückung, werfe einen Blick auf das Preisschild, stelle mir vor, wie gut der Nemo oder die Dorie sich auf der Brüstung vor dem Aquarium passen würde. Dann wieder überlege ich, wie lange ich arbeiten muss, um die 19.95 CHF zu verdienen und dass mein Haus doch schon reichlich gefüllt ist von allerlei unnützem Nemo-Zeugs. Dann erwacht meine journalistische Ader und ich denke, wie ich von dieser Dorie tolle Fotos im Hellen und bei Dunkelheit machen könnte und welche Geschichte ich den Lesern meines Blogs vorsetzen könnte um den Kauf zu rechtfertigen.

Diese wunderschöne Gummi-Dorie von Philips mit eingebautem LED-Licht zum sanften Einschlafen gibt es derzeit im Wühlregal von Interdiscount für 19.95 anstatt 29.95.

Wer von meinen Lesern würde es schaffen an einer "Imaginative Lightning Philipps Disney Finding Dory Softpal Playful Light Friend"-Dorie vorbeizugehen?


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"Kauf mich, kauf mich", flehte sie mich im Laden an


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"Schön ist es hier bei dir - Mensch - viel schöner als im Preisvorteil-Regal von Interdiscount umgeben von Schundware zu Ramschpreisen!"


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Bei Dunkelheit sieht Dorie mit ihren leuchtenden Augen etwas spookey aus, ich werde sie also nicht dem Kinderheim spenden, sondern selber behalten...


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CITES Vergehen: Dokumentierter Fall

Seinerzeit als die CITES-Bestimmungen in der Schweiz in Kraft gesetzt wurden, habe ich mich über das neue Gesetz informiert und hierzu die für uns Meerwasseraquarianer relevanten Punkte zusammengestellt. Das Dokument ist hier zu finden und ist immer noch aktuell. Die meisten von uns werden, wie ich, gedacht haben: Es wird schon nicht so heiss gegessen werden wie gekocht wurde und die Behörden werden schon ein gesundes Augenmass walten lassen bei der Anwendung des Gesetzes: Im Fokus steht schliesslich der internationale Schmuggel von Elfenbein, Nashorn-Horn (heisst das wirklich so, oder heisst es nur „Nashorn“?), exotischen Schlangen und Papageien. Uns Meerwasseraquarianer wird man schon in Ruhe lassen und was geht mich die ganze Sache eigentlich an...?

Nun wurde aber ein Fall an mich herangetragen, bei dem ein Meerwasseraquarianer wegen Vergehen gegen das Tierschutzgesetz/CITES in Konflikt mit dem Gesetz geriet und empfindlich gebüsst wurde.

Besagter Meerwasseraquarianer, nennen wir ihn M., hat am 25.2.2013 (also vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über den Verkehr mit Tieren und Pflanzen geschützter Arten (BGCITES) am 1. Oktober 2013) bei einem bekannten Händler in Deutschland diverse Artikel bestellt, darunter 10 Kg Lebendgestein und eine Seriatopora Hystrix. Als Lieferadresse hat er die Adresse eines Bekannten in Deutschland angegeben.

Rechnung für die Bestellung beim Händler in Deutschland; man beachte Position 4 und 8


20130225 Rechnung

Am 1.3.2013 ist die bestellte Ware dann beim Freund eingetroffen und M. holte die Ware mit dem Auto ab und fuhr anschliessend über den unbesetzten Grenzübergang Tägerwilen wieder in die Schweiz. Hinter der Grenze wurde der Wagen von M. von einer mobilen Zollkontrolle im PKW überholt und angehalten. Beim Vorzeigen des Lieferscheins wurden die Beamten hellhörig und nach telefonischer Rücksprache wurde M. auf dem Grenzposten über 4 Stunden festgehalten und befragt.

Am 21.3.2013 erhielt M. ein Schreiben des Bundesamts für Veterinärwesen (BVET) (dieses wurde inzwischen in Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV umbenannt) in welcher der Sachverhalt dargestellt wurde und M. eine Frist von einem Monat eingeräumt wurde um die CITES-Dokumente vorzulegen und im Nachhinein eine Einfuhrbewilligung zu beantragen. Des Weiteren wurde M. darauf hingewiesen, dass ihm die Möglichkeit eingeräumt wurde auf die Koralle und das Riffgestein zu verzichten oder eine Fristverlängerung zu beantragen. M. verlangte daraufhin von seinem Händler in Deutschland sowohl schriftlich als auch telefonisch die entsprechenden CITES-Dokumente.

Erstverfügung des BVET vom 21.3.2016


20130321 Einfuhr von lebenden Korallen

Da dieser die CITIES-Papiere nicht vorlegen konnte, wählte M. schliesslich die Option auf die Koralle und das Lebendgestein zu verzichten. Er brachte diese an die im weiteren Verlauf angegebene Stelle beim Flughafen Kloten; was aus der Koralle und dem Lebendgestein wurde, ist ihm nicht bekannt. Das Lebendgestein im Wert von 125 EUR und die Koralle im Wert von 8.90 EUR war zwar verloren aber damit, so dachte M., habe sich die Sache erledigt.

Über zwei Jahre später, nämlich am 4.5.2016 erhielt M. eine Gerichtsurkunde von der Eidgenössischen Zollverwaltung mit der Bekanntmachung, dass gegen ihn ein Strafverfahren eröffnet worden sei.
M. wurden 3 Tatbestände vorgeworfen:
- Eine Widerhandlung gegen das Zollgesetz ZG, SR631.0
- Eine Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer MWSTG SR641.20)

[Anm. Der Wert der Ware liegt zwar unter der Freigrenze von 300 CHF, da aber die Sachen vorlagepflichtig gewesen wären, machte sich M. auch der Hinterziehung der Mehrwertsteuer schuldig]

- Eine Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz (TschG; SR455)

Eröffnung Strafverfahren


20160504 Nichtanmelden von Korallen Seite 1

Schlussprotokoll Seite 1


20160504 Nichtanmelden von Korallen Seite 2

Schlussprotokoll Seite 2


20160504 Nichtanmelden von Korallen Seite 3

Daraufhin nahm sich M. einen Anwalt und liess sich in der Sache juristisch beraten.

Dem Anwalt von M. wurde dann am 28.10.2016 der Strafbescheid zugestellt. In Anwendung von Art. 128 ZG

Strafverfolgung
1) Wiederhandlungen werden nach diesem Gesetz und dem VStrR verfolgt und beurteilt.
2) Verfolgende und urteilende Behörde ist die EZV.)

der Art. 26 Abs. 1 und 27 BGCITES

Mit Busse bis zu 40 000 Franken wird bestraft, wer vorsätzlich zuwiderhandelt:
a. den Bestimmungen der Artikel 6 Absatz 1, 7 Absatz 1 und 11 Absatz 1;
b. den Vorschriften, die der Bundesrat oder das EDI gestützt auf die Artikel 7 Absatz 2, 9 und 11 Absatz 3 erlässt und deren Missachtung für strafbar erklärt worden ist.

In Verbindung mit Art. 2 Abs. 2 StGB

Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttreten dieses Gesetzes begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so ist dieses Gesetz anzuwenden, wenn es für ihn das mildere ist.

[Anm.: BGCITES trat erst am 1.10.2013 in Kraft, also 7 Monate nach dem Vorfall an der Grenze. Offenbar ist das Strafmass gemäss BGCITES aber geringer als dasjenige des alten Gesetzes und kommt somit in diesem Fall zur Anwendung. Mir ist allerdings unklar, gegen welche Bestimmung des alten Tierschutzgesetztes M. verstossen haben soll.]

Sowie der Art. 96, 101 und 103 MWSTG

Mit Busse bis zu 800 000 Franken wird bestraft, wer die Steuerforderung zulasten des Staates verkürzt, indem er:
a. vorsätzlich oder fahrlässig bei der Einfuhr Waren nicht oder unrichtig anmeldet oder verheimlicht;

4 Erfüllt eine Handlung sowohl den Tatbestand einer Hinterziehung der Einfuhrsteuer oder einer Steuerhehlerei als auch einer durch die EZV zu verfolgenden Widerhandlung gegen andere Abgabenerlasse des Bundes, so wird die Strafe für die schwerste Widerhandlung verhängt; diese kann angemessen erhöht werden.

3 In Strafsachen mit engem Sachzusammenhang, bei denen sowohl die Zuständigkeit der ESTV als auch die der EZV gegeben ist, kann die ESTV im Einvernehmen mit der EZV die Vereinigung der Strafverfolgung bei einer der beiden Behörden beschliessen.
4 Die Strafverfolgung kann unterbleiben, wenn Schuld und Tatfolgen gering sind (Art. 52 StGB2). In diesen Fällen wird eine Nichtanhandnahme- oder Einstellungsverfügung erlassen.

Strafbescheid vom 28. Oktober 2016


20161031 Strafbescheid Seite 1

Strafbescheid vom 28. Oktober 2016


20161031 Strafbescheid Seite 2


Obschon der Anwalt von M. Verfahrensmängel feststelle, hat er seinem Mandanten geraten die Busse von 400 CHF zu akzeptieren, da die Kosten für den Weiterzug des Verfahrens die Busse um ein Mehrfaches überschritten hätten. Daraufhin akzeptierte M. die Strafe und beglich die Busse. Da das Vergehen mit einer Busse von unter 5'000 CHF bestraft wurde, gilt M. nach diesem Vorfall nicht als vorbestraft.
Die Kostenfolgen für M. sind schlussendlich die Folgenden:

Verlust 10 Kg Lebendgestein: 125 EUR
Verlust Seriatopora Hystrix: 8.90 EUR
Schreibgebühren BVET: 120 CHF
Anwaltskosten: 806 CHF
Busse und Spruchgebühr: 490 CHF
TOTAL 1'560 CHF

Als engagierte Meerwasseraquarianer sind wir wohl alle der Meinung, dass Tier- und Artenschutz wichtig ist und der Gesetzgeber zu Recht bei Händlern, bei Züchtern und beim internationalen Handel seine Hebel ansetzt. Ob es allerdings im Sinne des Gesetzgebers ist, einzelne Meerwasseraquarianer, die aus Unwissen oder Sorglosigkeit eine Koralle und Lebendgestein aus dem EU Raum in die Schweiz einführen, zu verfolgen, darf bezweifelt werden. Offensichtlich wurde das Lebendgestein und die Koralle ja nicht in Deutschland der Natur entnommen und es gibt keine Hinweise, dass diese wiederrechtlich und ohne gültige CITES-Dokumente aus dem Herkunftsland in die EU eingeführt wurden. Bekanntlich ist die Schweiz nicht Teil der EU, aber welchen Sinn macht das harte Durchsetzen von CITES-Bestimmungen im Grenzverkehr mit der EU? In vielen Bereichen herrscht freier Waren- und Personenverkehr zwischen der Schweiz und der EU, welchem Zweck dienen nun die Schranken im Bezug auf CITES? Sollten sich die Vollzugsbehörden nicht besser auf die Kontrolle am Flughafen konzentrieren, wo Touristen direkt aus den Herkunftsländern exotischer Meeresbewohner ankommen und ggf. getrocknete Seepferdchen, Muscheln und aufgeblasene Kugelfische im Gepäck mitführen? Ein rigoroses Durchgreifen würde dem Artenschutz mehr bringen als die Verfolgung von Meerwasseraquarianern, die eine Koralle aus Deutschland in die Schweiz importieren.

Nach diesem Vorfall sollte nun jedem Meerwasseraquarianer klar sein, dass ein Import von Steinkorallen, Lebendgestein, Seepferdchen oder weiterer CITES geschützter Arten schwerwiegende Konsequenzen haben kann und die Behörden auch vernehmlich kleine Fälle, hart bestrafen.

Ich danke M. für die Erlaubnis die Unterlagen auf www.andreas-horvath.ch und Facebook veröffentlichen mit der Absicht andere Meerwasseraquarianer vor Schaden zu bewahren. Auf Wunsch von M. und eines Vertreters des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) veröffentliche ich die Unterlagen anonymisiert.

Gibt es weitere Meerwasseraquarianer, die wegen Vergehen gegen das BGCITES belangt wurden oder ist dies ein Einzelfall? Solltet ihr betroffen sein, nehmt bitte mit mir Kontakt auf und ich bin gerne bereit die entsprechenden Unterlagen hier zu veröffentlichen.



Ersatz Tunze Water Level Controller und Bau einer Wandhalterung

Seit einer guten Woche merke ich, dass mir immer wieder der Pegel im Technikbecken gefallen ist. Erst reinige ich den Sensor des Tunze Water Level Controllers 5017 mit einem Schwamm, aber das behebt das Problem nicht. Als nächstes lege ich den Sensor für eine Stunde in Säure ein aber das Symptom bleibt gleich: Der Controller meldet "Level", dh. Pegel erreicht auch wenn der Sensor komplett aus dem Wasser ist. Entweder meldet der Sensor Müll oder die Elektronik hat etwas Salzwasser abbekommen, was auch nicht weiter erstaunlich wäre, ist dieser doch direkt über dem Technikbecken montiert.

Ich bestelle ein Ersatzgerät und nehme dieses heute in Betrieb. Es funktioniert tadellos aber die Art der Befestigung ist sehr unbefriedigend: Mittels mehrer Kabelbinder befestige ich das Gerät an einem Rohr, welches der Wand entlang führt. Der Controller weisst nämlich keinerlei Möglichkeiten auf, um ihn an der Wand zu festigen, von den beiden selbstklebe Velcro-Stücken mal abgesehen. Da macht es sich die Firma Tunze etwas einfach! Früher hätte mich das geärgert aber heute sehe ich das als Chance um selber was zu konstruieren: Also setze ich mich an den Computer und konstruiere einen "Fishgimmicks Tunze Water Level Controller 5017 Wall Mount"; ich gebe zu, dass der Name marketingtechnisch noch etwas glattgeschliffen werden sollte. Den ersten Prototypen drucke ich im Schnellverfahren mit wenig Auflösung und hohlen Wänden. Um zu testen, dass die Dimensionen stimmen, die Ausschnitte für die Kabel am richtigen Ort sind, reicht das voll und ganz. Das fertige Gerät werde ich dann mit 3mm oder 5mm Wandstärke in Vollmaterial drucken.


Der neue Water Level Controller 5017 liegt bereit


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5 Jahre hat mir das Ding gute Dienste geleistet, jetzt ist es wohl altersschwach geworden


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Der neue Water Level Controller ist am Platz des alten und ebenso unprofessionell befestigt (noch)


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Der Sensor misst den Pegel optisch


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Und die Elektronik lässt die Pumpe anlaufen; so muss es sein


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den ersten Prototypen drucke ich fast hohl: nur 15% Infill, das heisst wenig Stützen zwischen den Aussenflächen des Objektes und damit geringe Druckfestigkeit

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Der Water Level Controller passt gut ins Gehäuse: Es hat genug Spiel dass er reingleitet aber nicht so viel, dass er lottert


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Die Ausschnitte sind noch nicht ganz optimal zentriert; ein Detail zwar aber sowas wirkt unausgereift und ist ja im Nu korrigiert


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Schoppingrausch im Sektenladen

Heute Nachmittag gehe ich mit meinen beiden Teenagern (ich kann ja nicht "Kinder" schreiben) shoppen in die weihnachtlich beleuchtete Altstadt von Winterthur. Normalerweise wollen meine beiden Engelchen eigentlich in der Stadt, wo sie zur Schule gehen, nicht in Begleitung von Elternteilen gesehen werden. Ich frage mich deswegen, was wohl heute in sie gefahren ist? Vielleicht haben sie die Dämmerungsverhältnisse und die spärliche Beleuchtung einberechnet und damit die Chancen unerkannt zu bleiben günstig eingeschätzt? Vielleicht liegt es auch daran, dass ich heute zufälligerweise nicht ganz so peinlich wie sonst angezogen bin (Jeans, blaues T-Shirt und Jacke; das muss ich mir merken!). Jedenfalls verlief der Nachmittag äusserst harmonisch und so liess ich mich nicht lumpen und nebst dem Probieren von "Vollenweider Theaterkugeln" (der besten Praline der nördlichen Halbkugel; wenn nicht der ganzen Welt, denn die Südhalbkugel ist nicht bekannt als Produzentin von Schokoladenkugeln) habe ich die Füsse meiner Nachkommenschaft und diejenigen ihres Erzeugers mit neuen Winterschuhen ausgestattet.

Natürlich gingen wir auch auf den Weihnachtsmarkt und nebst den vielen Ständen mit Heizdecken, Weihnachtsdekoration, Kerzen und sonstigen unnützen Zeugs, gibt es da einen Stand mit ungarischen Lebensmitteln, bei dem ich alle Jahre mit meinen zusammengeklaubten Resten von eingerostetem Hausungarisch Kolbàsz (ungarische Wurst) und Töpörtyü kaufe. Ich muss meinen Lesern nicht erklären, was ungarische Wurst ist: Das kann sich jedermann vorstellen und das Erzeugnis aus der Land der Magyaren is zwar äusserst schmackhaft aber ehrlich gesagt auch besser als italienische, spanische, türkische oder senegalesische Wurst. In Hinblick auf Wurst hält sich mein Patriotismus zum Land meiner Ahnen doch in Grenzen. Der absolute Knüller ist aber "Töpörtyü", in Teilen Österreichs oder vielleicht auch in ländlichen Gegenden von Süddeutschland als "Grieben" bekannt. Es handelt sich dabei um Stücke von Schweinehaut mit dem darunterlegenden Unterhautfettgewebe, welches in der Pfanne gebraten wird. Den Vorgang nennt die ländliche Hausfrau "auslassen" und war zu Zeiten meiner Grossmutter die gängige Methode zur Herstellung von Bratöl für die anschliessende Zubereitung von Wienerschnitzel. Die Schweinehaut schrumpelt zusammen, man lässt diese auf einem Blech oder Sieb auskühlen und isst sie dann in Salz getunkt mit frischem Brot und dazu (so zumindest die Ungarn) Paprika oder rohe Zwiebel. Ich weiss, dass ich nun wegen dieser Beschreibung 100% meiner gegangen und gut 2/3 meiner vegetarischen Leserschaft verloren habe aber ich bringe zu meiner Verteidigung vor: Das Zeugs schmeckt wunderbar würzig, ist knusprig und erinnert mich an meine Kindheit!

Den absoluten aquaristischen Knüller entdecke ich allerdings in einem Geschäft, welches ich nur recht selten betrete: Es handelt sich um einen Laden am Oberen Graben in Winterthur, der Madal Bal heisst. Die Luft im Geschäft ist geschwängert vom Duft von Räucherstäbchen und die Tablare sind voll mit Tand aus Fernost. Die Verkäuferin trägt einen Sari (darüber einen selbstbestrickten Pulli, offenbar ist ihr kalt, denn Winterthur liegt im Gegensatz zu Kalkutta ja nicht am Ganges) und hinter der Kasse hängt das Bild von Sri Chinmoy. Der Name "Sri Chinmoy" ist mir vor etwa 30 Jahren das erste Mal begegnet in Zusammenhang mit Marathonläufen: Der Herr war nicht nur ein indischer Philosoph, Denker und Sektenguru, sondern auch Ausdauersportler. Wie ich nun auf Wiki rausgefunden habe, gibt es in der Schweiz eine ganze Reihe von Madal Bal Läden und der Firmengründer sei von Sri Chinmoy inspiriert. Religionen, Sekten und Gurus sind nicht mein Ding aber dennoch muss ich zugeben: Der Laden hat es in Sachen Aquaristik echt drauf: Nicht nur finde ich darin einen Magnetnemo, sondern auch eine Fischleuchte, welche mir mit 13 CHF durchaus erschwinglich erscheint: Also lasse ich mich nicht lumpen und rühre hier die Werbetrommel für das Geschäft! Hier noch mein Tipp: Vor dem Betreten tief einatmen, direkt zu den Fischlampen laufen, eine nehmen, den vorher abgezählten Betrag von 13 CHF auf den Tresen legen und rauslaufen. Auf diese Weise vermeidet man es, seinen Körper mit der von Räucherstäbchen und Sektenführern geschwängerten Luft sakral zu verunreinigen.

Das Resultat meines vorweihnachtlichen Einkaufsrausches: Lauter unentbehrliche Sachen!


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Kürbiskernöl kommt in eine meiner Lieblingssalatsaucen und aus der Rapsölbutter und den Raps-Kernen gibt es heute eine leichte Vorspeise (geröstete Weissbrotscheibe, bestrichen mit Rapsölbutter und darauf geröstete Raps-Kerne)


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Hier schlagen meine ungarischen Gene durch: Kolbàsz (scharfe Salami) und Töpörtyü (Grieben)
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Für sowas muss man wohl ungarische Chromosomen haben: Wie sonst könnte man gebratene Schweinehaut lecker finden?


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Essentielle Küchenutensilien aus dem Skandinavien-Billgladen. Topflapfen (2 CHF) und eine Kochmütze (8 CHF)


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Ein Nemo-Magnet aus Sri Chinmoy's Ladengeschäft in Winterthur


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Jetzt werden meine Leser aus ihren Sesseln springen: Die Attraktion des Tages!


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"Es werde Licht und es ward Licht" für 13 CHF aus dem Madal Bal in Winterthur


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So sieht das Geschäft von aussen aus


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Aufnahmen für Fish & Tipps Folge #3

Heute Abend kommt Tayfun von aquariumfreaks.tv zu mir und wir nehmen Folge #3 von Fish & Tipps zum Thema "Nitrat, Phosphat und Algen im Meerwasseraquarium" auf. Um unseren Zuschauern einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen, haben wir die besten Szenen, die es nicht in das fertige Video schaffen werden, zusammengeschnitten: Das Making-of und Outtakes! Dieser Film sei hier, sozusagen als Bonusmaterial, schon mal vorab veröffentlicht. Das fertige Video wird kurz vor Weihnachten erscheinen und ihr könnt euch schon mal freuen: Denn Vorfreude ist ja schliesslich die schönste Freude!

Hier geht es zum Video
Fish &#38; Tipps #3 Making-of and Outtakes

Nachzucht von Amphiprion Spitzbubi und Vanilleclownfischen


Diese schnöden Sterne, Herzen, Glocken, Tannenbäumchen verscherbeln wir auf dem nächsten Flohmarkt: Wir wollen Fische züchten!


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Das ist die Ausrüstung, welche man für die Fischzucht braucht


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Hygiene ist wichtig, wir wollen die Jungfische nicht mit Vibrionen kontaminieren


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Die Aufzuchtbleche liegen bereit und der Bodengrund ist eingebracht


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Diese Behandlung verhindert, dass die Jungfische am Bodengrund festkleben: Denn in der ersten Phase ihres Lebens binden sie sich gerne am Substrat


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Erst wird das Rohmaterial für die spätere Aufzucht auf gleichmässige Dicke gebracht


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Mit dem passenden Werkzeug ist das eine Sache von Sekunden


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Die Jungfische werden jetzt vorsichtig ausgestochen: Wir stellen sicher, dass sämtliche Flossen gut ausgebildet sind


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Nitrat und Phosphatabfälle können wir einfach rezyklieren und in den Kreislauf zurückführen


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Wir lassen die Abfallstoffe verklumpen und bearbeiten dann den nächsten Schlupf


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Als nächstes züchten wir Amphiprion Spitzbubi


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Die Aufzucht unterscheidet sich nicht grundlegend von den Vanilleclowns


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Auch hier achten wir darauf, die Dichte bei der Aufzucht recht hoch zu halten ohne dass die Tiere aber beschädigt werden


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Für den fortgeschrittenen Züchter: So produzieren wir Hybriden!


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Das Bild ist selbsterklärend: Das Genmaterial wird zusammengefügt und nur wenig vermischt


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Die Vanilleclowns im Aufzuchtbecken, sie brauchen noch 8 Minuten bei 160 Grad Umluft für ihre finale Metamorphose


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zwei Vanilleclowns haben sich unter die Amphiprion Spitzbubi gemischt. Eigentlich wollen wir Reinkulturen, denn die Tiere haben unterschiedliche Bedürfnisse in Bezug auf Temperatur und Zeit


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Der Amphiprion Spitzbubi/Vanilli Hybride; wer will, kann sich auch an die Nachzucht von Vanilli/Spitzbubi Hybriden wagen


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Jetzt kommt die kritische Phase der Zucht: Zeit und Temperatur sind strikte einzuhalten!


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Weitere Zutaten werden benötigt für die Vollendung der Vanilleclowns


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Die beiden Spurenelemente gut miteinander vermischen


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und mit der Mischung die Fische gleichmässig bestreuen


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ich sagte: Gleichmässig!


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Selco zur Anreicherung der Amphiprion Spitzbubi


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Die weiblichen Fische dick mit Selco bestreichen


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Auf ein Weibchen kommt jeweils ein Männchen


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Weibchen, für die kein passendes Männchen gefunden werden kann…


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… werden ebenso mit Selco bestrichen…


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… dann aber noch vor der Paarung verspiesen!


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Schaffhauser Kauderni ziehen bei mir ein

Hansjörg, den ich aus dem aquaristikforum.ch kenne, ruft mir letzte Woche an: Bei ihm sind wieder Kaudernis geschlüpft und er gibt mir Jungtiere ab zum Aufziehen. Weil ich am Wochenende weg bin und Hansjörg am Montagabend, wird es Dienstag bis wir einen Termin finden, der uns beiden passt. Heute nach der Arbeit fahre ich von Winterthur nach Schaffhausen und werde von Evelyn und Hansjörg mit Kaffee und Kuchen empfangen. Wir fachsimpeln im Wohnzimmer vor dem 800 Liter Becken von Hansjörg, welches eine Standzeit von 30 (dreissig) Jahren aufweist! Anschliessend steigen wir in den Keller, wo Hansjörg einen kleinen aber feinen Aquarienraum eingerichtet hat: Zwei grössere Becken stehen an der Wand und weitere kleinere Becken sind überall im Raum verteilt. Wir verpacken die Kaudernis zum Schutz vor der Kälte und dann trete ich den Heimweg an. Zu Hause angekommen, passe ich die kleinen Böhnchen an mein Wasser an und setze sie dann in den vorbereiteten Kreiseltank. Die angesetzten Artemianauplien sind leider noch nicht geschlüpft (es ist relativ kühl in meinem Keller) aber vielleicht schlüpfen die ja noch bevor ich zu Bett gehe?

Meine Schneckenzucht läuft ziemlich gut, dennoch bin ich nicht in der Lage die grosse Nachfrage nach Schnecken zu bedienen. Warum gibt es nicht mehr Züchter, die sich an Schnecken heranwagen? Gerne stehe ich mit Rat, Zuchttieren und Material (ich habe ja eine Schneckenzuchtanlage entwickelt, siehe Snail-Farm-in-a-Box) zur Verfügung.

Wer entdeckt die kleinen Erbschen?


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Ein Rudel von 4 Schaffhauser Böcken und Geissen


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Lasst euch nicht so hängen, hoch die Hinterteile!


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Die Schneckenzucht läuft fast von selber


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dunkle, voltgefressene Schnecken auf dem Sandbett


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Fisch und Reptil 2016 Sindelfingen

Am Mittwoch im Büro sehe ich beim Blick in meinen Outlook-Kalender, dass dieses Wochenende wieder Fisch & Reptil in Sindelfingen ist. Ich schreibe Anita ein SMS um sie zu fragen, ob sie wieder Lust hat, hinzufahren. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Sie ist lustig, also "Fisch ahoi!". Ich buche ich uns ein Hotel in Sindelfingen (diesmal das Hotel Berlin) und dazu zwei Karten in der Mitte von Reihe 13 für das Musical "Mary Poppins" in Stuttgart am Samstagabend. Mit Höchstgeschwindigkeit rasen wir am Samstagvormittag über die deutschen Autobahnen nach Sindelfingen und treffen da auch nach knapp 2 Stunden ein. Die Fahrt von der Autobahnausfahrt zum Messestandort, die Suche nach einem Parkplatz, das Warten auf den nicht kommenden Park+Ride-Bus und das anschliessende Zirkeln im Parkhaus verschlingt dann aber nochmals fast zwei Stunden. Kurz nach 13 Uhr stehen wir dann endlich in der Messehalle.

Die Messe ist ähnlich wie letztes Jahr und die meisten Hersteller haben ihre Stände an derselben Stelle und Umfang aufgebaut. Ehsan Dashti von Triton ist dieses Jahr nicht vertreten aber sonst scheinen alle wieder da zu sein. Beim späten Mittagessen (Maultauschen mit Kartoffelsalat in viel zu viel brauner Tunke) begegne ich Henning Wiese, der offenbar nach seinem Vortrag (den ich leider verpasst habe) Hunger verspürt hat. Nach etwa 4 Stunden habe ich alle Stände besucht, ein paar Gespräche geführt, genügend Fotos gemacht und beide Hände voll mit Tragetaschen…

Wir machen uns auf ins Hotel, welches unweit des Messegeländes liegt. Es bleibt gerade genügend Zeit um die Fotos zu sichten, mich zu rasieren, zu duschen und mich für das Musical aufzubretzeln. Ist ja nicht fair, wenn Anita in vollem Prunk mit hochhackigen Schuhen und Kleid rumläuft und ich immer noch im T-Shirt mit den Sossenflecken von den Maultaschen im Foyer des Musicals rumstehe. Mit Hemd, Manschettenknöpfen, Veston auf Musical gepimpt, machen wir uns auf den Weg zum Apollo-Theater nach Stuttgart. Diesmal verfahre ich mich, trotz Navi, nur etwas 3 Mal bis ich die Einfahrt ins Parkhaus finde… (nächste Jahr dann hoffentlich nur noch 2 Mal). Die Zeit reicht noch für ein kleines Abendessen (Rindergulasch mit Spätzle), ein Bier und ein Glas Rotwein: Das Vergnügen kann beginnen! Das Musical begeistert uns beide und jetzt kann ich sogar: "Supercalifragilisticexpialigetisch" aussprechen.

Am Sonntagvormittag machen wir uns wieder von Sindelfingen auf nach Stuttgart und besuchen den Weihnachtsmarkt. Trotz ausgiebigem Frühstück im Hotel, kann ich nicht widerstehen eine "Thüringer im Brötchen" zu probieren: Lecker! Die Sonne schafft es nicht die Nebeldecke zu durchbrechen und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt haben wir nach gut 2 Stunden genug Weihnachtsmarkt gesehen und nehmen die Heimfahrt unter die Räder. Der Verkehr hat gegenüber gestern zugenommen aber wieder geniesse ich den Nervenkitzel auf übersichtlichen Bereichen der Autobahn mit 200 Sachen durch die Landschaft zu brettern.

Ich hoffe, dass Anita dank attraktiven Rahmenprogramms, auch 2017 wieder mit mir an die Fisch & Reptil 2017 kommen wird!

Auf geht's zur Fisch & Reptil 2016 nach Sindelfingen


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Die Messehalle in der Übersicht


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Ein IKEA-Regal voller Riffkeramik beim Stand von Arka


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Anita fand dieses Becken sehr schön, bis ich sie aufklärte, dass weisse Korallen nur totes Korallenskelett sind; aber ich gebe zu: Optisch sind die Skelette schön angeordnet und bilden einen Kontrast zu den Korallen


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Am Stand von Kölle Zoo dürfen Abyss-Pumpen zeigen, was sie an Druck so draufhaben


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Die Pumpen spritzen wechselweise Wasser im Acrylzylinder nach oben


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10% Messerabatt sind eher bescheiden, andere Hersteller bieten 20% oder gar…


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…bis zu 50% mit etwas Glück (ich habe nur 15% Rabatt am Glücksrad erdreht für meine MicrobeLift Bakterien)


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Ein Kreisel für Quallen - würde aber wohl auch für die Aufzucht von Jungfischen gehen


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Der Preis ist deftig, also keine Konkurrenz für die Fishgimmicks Acrylic Kreisel Tanks


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Kommen nach den Nano-Becken jetzt die Pico Becken?


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Für Meerwasser ist so ein Deziliter Wasser wohl kaum stabil zu halten


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Kleiner Nebenverdienst von Wayde und Brett: Sie machen Werbung für Aquarienprodukte


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Ob diese Lollies wohl auch für Meerwassertiere gehen?


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In der Zwischenzeit sind die Bacto Balls auch in der Schweiz erhältlich: Also kein Grund für einen Grauimport


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Die Aufmachung dieses Standes ist gut gemacht


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Bio-CO2: Vermutlich Hefe und Kohlehydrate in Lösung. Die weisse Scheibe ist eine Wärmeplatte


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Der "Billige-Jakob" der Aquaristik


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Technik aus China zu Hammerpreisen


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Mist, die Saugglocke nach D. Knop wollte ich mal als Fishgimmicks machen: Aber 25 Euro kann ich nicht unterbieten


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Das Lieblingsbecken von Anita (nach dem ich ihr dasjenige mit den Korallenskeletten schlechtgeredet habe)


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Es handelt sich schliesslich um die Fisch & Reptil: Also folgen nun ein paar Bilder von Reptilien


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ein Chamäleon


Chamaeleon

Es lief ein Wettbewerb für Terrariengestaltung: Ich hätte dieses Klapperschlangen-Terrarium zum Sieger erklärt


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Obschon ich sonst Nemo-Kitsch zugeneigt bin, konnte ich in diesem Fall widerstehen


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Die Messehalle wirkt hell und aufgeräumt


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Aeolidiella Stephanieae in Grösse M für 18.95 Euro: Die Schnecken aus meiner Nachzucht (in Grösse L) sind mit 15 CHF in dem Fall spottbillig


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Das sind doch noch Schneckenkinder, lasst die doch erst mal etwas wachsen!


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Hat da jemand Probleme die Temperatur im Becken zu halten oder kocht er Bouillabaise?


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Tonröhren für Cichliden und Garnelen


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Man beachte das Halsband dieser jungen Frau


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Dieser LED-Strahler auf Basis von PC-Lüftern ist mir letztes Jahr schon aufgefallen


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Am Sonntag fahren wir zum Weihnachtsmarkt nach Stuttgart


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Katzen über Katzen - aber wenig Fische


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Hooooo! Hooooooooo! Hoo!


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Jingle Balls auf der Blockflöte: Die Mädels haben es drauf


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Clevere Idee, warum aber keine Fischbäckerei?


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Fischgrillerei ist ja auch okay: Aber wie isst man diese Dinger ohne Besteck im Stehen?


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Fleischliebhaber kommen nicht zu kurz


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Bären, Motorräder, Pferde, Minions, Schlümpfe: Ist Nemo und Dorie schon wieder out?


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Meine Ausbeute: Ein Ammonio Alert; das Prinzip gibt es ja schon, jetzt ein neuer Hersteller


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Hiermit werde ich dann Aquaristik-Weihnachtsgebäck backen


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Eine Falle für Borstenwürmer


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ein Pelletsfilter in Kreiselform


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Dazu ein Beutel Bio Pellets


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Ich setze den Pelletfilter in das Technikbecken meines Riffbeckens


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Ich finde das Tempo, wie die Pellets rotieren, etwas gar hoch, aber die Pumpe ist schon maximal heruntergeregelt


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Der schönste Tauchgang meiner Ferien

Meine Leser werden es bemerkt haben: Für zwei Wochen war Ruhe im Körbchen und von mir nichts zu hören. Letzte Woche war ich in La Ferrière im Jura und habe einer Klasse von 17-21 Jährigen Gymnasiasten aus Basel die Grundbegriffe der Wirtschaft beigebracht. Ich mache dies im Rahmen der Wirtschaftswochen und werde von meinem Arbeitgeber für diese Tätigkeit von der Arbeit freigestellt. Im Zentrum der Ausbildung steht eine Wirtschaftssimulation, bei welcher die Schüler in 4 konkurrenzierenden Gruppen ein Unternehmen über 5 Geschäftsjahre führen. Im Rahmen der Simulation werden die Schüler an Themen wie Marketing, Finanzen, Investitionen und Personal herangeführt und müssen Geschäftsberichte analysieren, Entscheide fällen, Investitionen tätigen, Maschinenauslastungen berechnen, eine Marketingkampagne entwerfen und Verhandlungen führen. Die Woche war zwar anstrengend aber äusserst befriedigend.

Die Woche zuvor war ich auf einer Tauchsafari im Roten Meer. Dieses Mal war ich auf der Blue Pearl auf der Route von Marsa Alam - Elphinstone - Daedalus - Zabargad - Rocky - Marsa Alam. Das Wetter war sehr angenehm (tagsüber 27-29 Grad Lufttemperatur), das Wasser immer noch sehr war bei 27 Grad und wir hatten nur wenig Wind und somit ruhige See. Auf mehreren Tauchgängen haben wir Hammerhaie und Longimanus gesehen, mein Highlight war aber ein anderer Tauchgang, von dem ich nun berichten möchte.

An einem Tauchgang, gegen Ende der Woche, waren wir nur zu Viert in einem Schlauchboot und wurden an der Nordseite eines NW-SE ausgerichteten Riffes ausgeladen. Vom Briefing wussten wir, dass das Riff keinen Drop-off hat (also nicht einen der üblichen fast senkrecht abfallenden Wände), sondern dem Riff ein flacher Korallengarten vorgelagert ist. Ans südöstlichen Ende des Riffes schliesse ein weiteres, kleineres rundes Riff an, dieses sollen wir östlich umrunden (also Riff rechte Schulter) und kämen dann am Südende wieder zu unserem Safariboot, welches da vor Anker liegt. Mein Buddy und ich liessen uns auf das Signal hin rückwärts aus dem Schlauchboot fallen, tauchten auf eine Tiefe von 5 Metern ab um uns dann gegenseitig das Okay-Zeichen, als Signal für das weitere Abtauchen, zu geben. Erst tauchten wir auf einer Tiefe von 16-18 Meter rechtwinklig vom Riff weg über einen schönen Korallengarten voller Steinkorallen. Nach einer Weile meinte mein Buddy, ein sehr guter Taucher mit viel Süsswassererfahrung aber das erste Mal im Roten Meer, dass wir nun nach links, also in Richtung Norden abbiegen sollen. Ich war einigermassen verwirrt, denn unsere allgemeine Richtung wäre ja eigentlich Richtung Süden, aber vielleicht lag ich ja falsch…? Dann kamen wir zu einem Canyon aus Steinkorallen, ca 3-4 Meter hohe Stämme einer mir unbekannten Korallenart mit armdicken Säulen. Mein Buddy war etwas weiter von mir entfernt (vielleicht 10-15 Meter) und die Mädels hinter uns (das 2. Buddy Team) folgte uns offensichtlich, war aber noch 30-40 Meter hinter uns. Vor mir sehe ich einen Schwarm von etwa 200-300 gelben Fischen bewegungslos etwa 2 Meter über dem Grund schweben. Langsam und ohne zu atmen (man ist ja schliesslich Apnoetaucher…) nähere ich mich von hinten dem Schwarm. Die Fische, jeder etwa 25cm lang, scheinen mich wahrzunehmen aber bleiben unbeeindruckt und stoisch in der Wassersäule stehen. Also rücke ich sachte vor, bis ich mich mitten im Schwarm befinde. Aus den Augenwinkeln schaue ich nach links und dann nach rechts und halte weiterhin die Luft an. Nun bewegt sich der Schwarm nach rechts und so drehe auch ich mich leicht nach rechts. Der Schwarm kommt zum Stillstand und ich kann vorsichtig etwas Luft ausatmen und einen tiefen Atemzug nehmen. Nun dreht der Schwarm nach links und gehorsam folge auch ich dem Schwarm in die neue Richtung. Nun bleibt der Schwarm regungslos stehen und scheint mich als Mitglied in ihrem Verbund aufgenommen zu haben: Ich bin zwar nicht gelb, viel zu gross und ungeschickt, stinke nach Gummi, mache Lärm beim Atmen aber sonst scheine ich aus Fischsicht ganz okay zu sein.

Nun tauchen wir, unsere Kolleginnen haben inzwischen zu uns aufgeschlossen, durch den Canyon. Wir folgen zwei Fledermausfischen, welche die Grösse und Form von Klodeckel haben. Die Unterwasserlandschaft ist bizarr und gleicht dem Grand Canyon aus der Vogelperspektive. Die Korallen sind nicht verästelt und bieten den kleineren Riffbewohnern nur wenig Schutz, darum sind zwischen den hohen Säulen nur wenig Fische auszumachen. Wir tauchen durch den Canyon und ich fühle mich erinnert an die Szene aus "Independence Day", bei der ein Kampfjet eine fliegende Untertasse im Tiefflug durch den Grand Canyon jagt (um kurz darauf abzustürzen und stinksauer den Ausserirdischen an seinem Schwanz aus dem Ufo zu zerren). Wie wir aus dem Canyon herauskommen ist nun wieder die Zeit gekommen mich zu orientieren: Ich schaue auf meinen Kompass und versuche mich an die Zeichnung beim Briefing zu erinnern: "Norden war oben, das Riff läuft nach Süd-Ost, dann kommt das kleine Riff und dann unser Boot…." Ganz sicher bin ich mir allerdings nicht und die Navigation im Korallengarten ohne erkennbares Riff oder Drop-off ist nicht ganz einfach. Mutig gebe ich per Handzeichen meinem Buddy die neue Richtung vor und er folgt mir ohne Widerspruch. "Hat er erkannt, dass die vorherige Richtungsangabe falsch war", geht es mir durch den Kopf. Wir tauchen durch einen weiteren Canyon, dann noch einen und geniessen die bizarre Landschaft. Mir ist dennoch etwas unbehaglich und vergewissere mich immer wieder mittels Kompass und der in meinem Kopf gespeicherten Karte, dass wir in die richtige Richtung tauchen. Dann kommen uns ein paar unbekannte Taucher von rechts entgegen. Einer davon schiebt eine ausladende Videoausrüstung mit Doppelscheinwerfer vor sich her und trägt auf dem Rücken ein Kreislaufgerät wie ich es noch nie gesehen habe. Ist das ein Eigenbau? Nicht ins Bild des erfahrenen Tauchers passt aber, dass er nur Badehosen trägt und sein Flossenschlag den typischen Anfängerfehler aufweist: Mit angewinkelten Knien radelt der Taucher durch die Gegend ohne viel Vortrieb zu erzeugen anstatt mit gestreckten Knien aus der Hüfte das Wasser nach hinten über das Flossenblatt abzuleiten. Dass wir hier immerhin Taucher antreffen, beruhigt mich ein wenig: So komplett falsch können wir nicht sein. Wir tauchen erneut durch einen Canyon, da sehe ich eine Meeresschildkröte 3 Meter vor mir herzhaft in eine Weichkoralle beissen. Das Wasser trübt sich leicht vom austretenden Saft der Koralle während die Schildkröte genüsslich kaut. Erneut höre ich auf zu atmen (ohne aber aktiv die Luft anzuhalten) und schwimme einen leichten Bogen um mich der Schildkröte von vorne zu nähern. Das Tier ist jetzt noch etwa 50cm vor mir und ich etwa auf der Höhe der Weichkoralle. Die Schildkröte zögert erst, entscheidet sich aber, dass ich nicht wirklich gefährlich bin, und holt sich ein zweites Mal einen Schnabel voll Keniabäumchensalat. Genüsslich schmatzt die Schildkröte und ich erwäge, ob ich das verbleibende Stück Weichkoralle abreissen soll um es ihr mit der Hand zu verfüttern. Würde mir die Schildkröte wohl aus der Hand fressen? Ich lasse es bleiben… Dennoch reizt es mich, mit der Schildkröte zu interagieren und so hebe ich die Hand und führe sie sanft vor den Schnabel der Schildkröte. Die Schildkröte zeigt einen Anflug von nach meiner Hand schnappen und so ziehe ich sie etwas zurück. Die Schildkröte folgt meiner Hand. Hand rauf, Kopf geht hoch, Hand runter, das Tier senkt den Kopf. Wie wunderbar das ist: Das Tier nimmt mich wahr, hat keine Angst vor mir und interagiert ("spielen" wäre wohl zu hoch gegriffen) mit diesem komischen Säugetier.

Wie ich mich von der Schildkröte abwende, sehe ich, dass meine 3 Kollegen unser Schauspiel fasziniert beobachtet haben. Vor uns ist eine Sandfläche und dahinter ein weiteres Riff. Wir müssen am Südende des langen Riff angekommen sein und vor uns liegt nun das kleinere, runde Riff. Optimistisch tauche ich voran zur Aussenseite des kleinen Riffs. Gespannt schaue ich immer wieder nach oben und suche die Wasseroberfläche nach den gespannten Tauen unseres Schiffes ab. Ein Blick nach hinten zeigt, dass eine der beiden Taucherinnen in der Zwischenzeit an der Longhose (dem überlangen Atemschlauch) meines Buddies angedockt hat. Auch mein Luftvorrat geht langsam zu Neige und ich versuche sehr ruhig zu atmen und die Tiefe von 5 Metern zu halten um möglichst wenig Luft zu verbrauchen. Nach einigen Minuten sehe ich über uns das Seil und etwa 20 Meter vom Riff entfernt die dunkle Silhouette eines Bootes. Mich dem Boot nähernd, erkenne ich die runde Unterseite der Leitern am Heck: Das ist die Blue Pearl, wir haben es geschafft!

Von diesem Tauchgang, dem schönsten des ganzen Urlaubs, habe ich keine Bilder, denn meine Kamera blieb an Bord. Ich kann nicht mal mehr sagen an welchem Tauchplatz wir waren, wir waren weder tief noch haben wir Grossfische (Haie, Mantas, Barrakudas, Napoleons, Delfine, …) gesehen.

Anbei eine Auswahl der besten Aufnahmen von meiner diesjährigen Tauchsafari.

Auge in Auge mit einem Rotfeuerfisch


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Ich liebe solche Offenblendenportraits


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Ein Schwarm Füsilier Fische


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Fächergorgonie an einem überhängenden Drop-off


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Korallenwächter


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Keine Ahnung was dies für eine Grundel ist: Aber sie hat ausdrucksstarke Augen


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Tridacna an der Steilwand


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Zauberbälle

Die Leser, welche mich kennen, werden wissen, dass ich selten in Begeisterungsstürme ausbreche und Aquarienprodukte in den Himmel lobe. Ich lasse mich auch nicht kaufen und schreibe keine Gefälligkeitsberichte, nur weil mir jemand ein Produkt umsonst überlässt. Diese Fauna Marin Bakto Reef Balls habe ich selber gekauft, den regulären Preis bezahlt und bin mit Claude Schumacher weder verwandt, verschwägert oder sonstwie liiert. Dennoch muss ich sagen: Diese kleinen Bällchen sind voll der Hammer! Vor 6 Tagen habe ich in die Zuchtanlage und ins Technikbecken des Riffbeckens diese Bällchen dosiert (siehe Beitrag vom 31. Oktober 2016) und wie ich gestern ins Becken schaue, muss ich sagen: "Wow, diese Farben, das Wasser ist ja kristallklar!". Heute bestätigt auch Anita, dass die Farben kräftiger erscheinen, als sonst. Der Nitratwert ist von 20mg/L auf 10mg/L gesunken, was aber noch im Bereich der Messgenauigkeit liegt (die beiden Werte liegen bei meinem Tröpfchentest gleich nebeneinander). Es scheint aber tatsächlich so zu sein, dass diese Bällchen eine Wirkung zeigen!

Gesamtansicht meines Beckens heute: Es sind zwar einige meiner grossen Korallenstöcke eingegangen, aber das Becken sieht wieder viel besser aus, als noch vor ein paar Wochen


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Fish & Tipps Folge 2: Aquarienfotografie

Die Folge #2 von Fish & Tipps zum Thema Aquarienfotografie ist online. Ihr findet den Film hier: YouTube oder hier: aquariumfreaks.tv Ich habe euch die im Film gezeigten Beispielfotos mit den jeweiligen Erklärungen in diesen Blog-Beitrag kopiert. Mit den gezeigten Bildern decke ich die häufigsten Probleme bei Aquarienfotos in etwa ab. Ich hoffe meine Tipps helfen euch, um künftig noch bessere Fotos von euren Fischen, Korallen, Gorgonien, Schwämmen, Kebsen und was da sonst noch im Wasser kreucht und fleucht, zu machen. Mein Tipp ultimativer Tipp für bessere Aquarienfotos: Übung macht den Meister, macht Fehler (immer wieder neue), betrachtet eure Aufnahmen kritisch am PC und setzt euch gleich wieder mit der Kamera vors Aquarium!

Wenn euch das Video gefällt, vergesst es nicht zu liken. Tayfun, Marino und ich freuen uns über jeden Kommentar: Wenn ihr das Video mögt, dann schreibt das in den Kommentar! Habt ihr Verbesserungsvorschläge, schreibt sie hin! Findet ihr das Video und die Serie völlig unmöglich und wollt uns auf den Mond schiessen: Lasst Dampf ab, auch dafür ist das Kommentarfeld gut geeignet!

Fish &#38; Tipps #2

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Fauna Marin Bakto Reef Balls

Kürzlich lese ich von einem neuen Produkt von Fauna Marin: Bacto Reef Balls. Es handelt sich um gallertartige Kügelchen aus einem organischen Polymer und darin seien Bakterien eingebettet. Ich dosiere ja schon seit längerem die Bakterienprodukte von Microbelift und halte diese für eine gute Sache. Systematisch habe ich die Wirkung der Bakterienzugabe zwar nie untersucht, aber mir scheint die Sache plausibel: Um im Becken immer wieder die von uns gewünschten Bakterienpopulationen zu stützen, geben wir regelmässig frische Stämme ins Wasser. Dies soll verhindern, dass über Zeit andere, allenfalls unerwünschte Bakterienstämme die Vorherrschaft übernehmen und…

(ich wurde beim Schreiben unterbrochen, weil eine Horde Zombies an meiner Türe geklingelt hat. Ignorieren war keine Option, denn die Gespenster haben mich beim Vorbeilaufen am Fenster, vom Schein des PC's erleuchtet, bereits entdeckt. Blitzartig gehe ich gedanklich meine Vorräte an Süssigkeiten durch: Kristallzucker…, Sultaninen…., Puderzucker…., Kuchendekor…, Assugrin…., eingelegte Dosenpfirsiche…. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich die Monster mit eingelegtem Kompott davon abhalten kann mir, meiner Haustüre und meiner Gartenbepflanzung Saures zu geben. Da fällt mir ein: Ganz hinten im Küchenschrank muss doch noch eine angebrochene Packung Kekse liegen! Etwas erleichtert öffne ich also die Türe, begrüsse vorsichtig die Meute und bitte die Monster einen kurzen Moment zu warten. In der Küche fülle ich hastig die Reste der bröseligen Kekse in eine Plastiktüte um. Da fällt mein Blick auf die Schale mit frischen Äpfeln…? Soll ich? Dazu noch einen Spruch von wegen Karies und "an apple a day keeps the Doctor away"? Ich lasse diese erzieherischen Spässe besser bleiben, ich will ja nicht morgen verkohlte Post aus meinem Briefkasten klauben und beim Öffnen der Türe in Senf greifen - also soll halt die Terroristenbande meine Kekse kriegen! Zurück an der Türe, frage ich die militante Truppe, wer denn hier der Obermonsterer sei? Alle zeigen auf den kleinwüchsigen Spiderman, der in seinem blau/roten Kostüm provokativ direkt vor mir steht. Spinnenmann trägt Fussballschuhe und hat offensichtlich den Auftrag, mich auf Kommando ins Schienbein zu treten, sollte ich die Herausgabe von Süssem verweigern. Für gefährliche Aufgaben nimmt man ja immer den Jüngsten der Gruppe - das war ja bei uns auch so. Zum Glück habe ich Laotse gelesen, denn dieser schrieb: "Untelschätze nie deinen Gegnel auch wenn el klein scheint!", also vermeide ich jegliche Konfrontation. Da ich kooperiere und Bonsai-Spiderman die Plastiktüte mit den Keksen in die Hand drücke, lässt Al Kaida Spinnenmann freundlicherweise davon ab, mir blaue Flecken zu verpassen. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben uns ja hohes Kulturgut vererbt wie Mickey Mouse, McDonalds und Donald Trump, aber eigentlich hatten wir in der Alten Welt doch mit dem "Rääbeliechtliumzug" schon einen netten und friedfertigen herbstlichen Brauch, wozu also jetzt das hier?")

… die nützlichen Bakterien verdrängen. Bei diesem Produkt handelt es sich wohl um die Kombination von Bakterienstämmen mit einer Kohlenstoffquelle. Das wäre also quasi die Ehe von Bakterien und Wodka in einem gut zu dosierenden Produkt. Das könnte natürlich funktionieren, birgt meiner bescheidenen Meinung nach, aber die Gefahr einer Bakterienblüte. Bei der Wodkamethode ist das Band zwischen der keine Wirkung feststellbar ist und wo sich die Bakterien explosionsartig ausbreiten, doch recht schmal - aus diesem Grunde empfehle ich diese Wokda-Methode auch nicht (obschon sie zweifelsohne funktioniert).

Auf salzwasserwelten.de gibt es einen sehr positiven Bericht über die Bacto Reef Balls. Der Autor hat bereits Stunden nach dem Einsetzen der Bälle eine Wirkung in seinem Becken gesehen. Da huste ich mal eine Runde und kräusle meine Stirnfalten: Wie sollen die paar Bakterien in den 16 Bällchen in meinem 800 Liter Becken nach Stunden schon was bewegt haben? Ich bin ja gespannt, ob ich auch eine Wirkung gestellten kann: Abgerechnet wird am 11. Oktober 2016, da fliege ich in die Ferien und zuvor werde ich nochmals Nitrat messen.

Zwei Büchsen Fauna Marin Facto Reef Balls treffen heute bei mir ein


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Die Bälle sehen aus wie M&M's für Quallen und riechen nach gar nichts: Das ist schon mal ein grosser Vorteil gegenüber den Microbelift-Stinkbomben


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Ziemlich fotogen diese Kügelchen


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Sie lassen sich zusammendrücken wie weiche Kontaktlinsen


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Aufgeschnitten sieht man, dass die Bälle innen hohl sind


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2 Bällchen auf 100 Liter, das ist nicht viel


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Erst mal Nitrat messen: 20mg/L in meinem Riffbecken: Viel zu hoch!


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10mg/L in der Zuchtanlage ist auch zu hoch


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Am 13.11. ist die nächste Portion fällig, ich fliege allerdings schon am 11… .


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