Borstenwurm im Kindergarten

Ich habe nichts gegen Bären, Alligatoren, Würgeschlangen und sonstige Raubtiere, aber dennoch möchte ich sie nicht im Kindergarten sehen. Ich bin auch von der nützlichen Funktion von Borstenwürmen im Riff und Riffbecken überzeugt, aber dennoch gehören sie nicht in das Becken wo ich meine kleinen Nemos aufziehe! Ich habe mich auch schon gewundert, dass unter dem Brocken Lebendstein immer ziemlich viel loser Sand liegt. Der Verdacht lag nahe, dass da innen im Stein ein Knallkrebs oder Borstewurm lebt und kontinuierlich sein Apartment erweitert.

Heute beim Füttern sehe ich plötzlich den Borstenwurm in voller Länge sich seinen Wurmbauch vollschlagen. Die Pinzette lag nicht weit und so habe ich mir das Kerlchen gepflückt, in eine Plastiktüte gepackt und im Kübel entsorgt.

Youtube-Video: https://youtu.be/qwlil3tJ6-s

Wer keine eine Boa Constrictor im Kindergarten will, möchte auch keinen Borstenwurm in der Zuchtanlage


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Zum Glück habe ich eine lange Pinzette - von Hand würde ich den Wurm besser nicht anfassen


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Eine Batterie zur Veranschaulichung der Grössenverhältnisse


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In den Borsten steckt das Nesselgift


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Nicht mal seine Mutter findet ihn schön!


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Neuansetzen der Phytoplanktonkultur

Mein Phytoplanktonreaktor sieht arg verlangt aus: Offensichtlich fühlen sich in der beleuchteten und mit Dünger genährten Lösung nicht nur Nannochlorpsis wohl, sondern auch andere Algenstämme lieben das Milieu und breiten sich aus. Alle paar Monate gilt es also in die Hände zu spucken und die Kultur neu anzusetzen.

Ich lasse die Planktonlösung durch eine Kaskade von immer feineren Siebe in ein Gefäss laufen: Bis auf ca. 2 Liter, welche ich bereite stelle, kommt die Algenlösung in meine diversen Becken: Heute ist Veggietag! Daraufhin spüle ich den Reaktor mit heissem Wasser und reinige ihn mit einem Haushaltsschwamm. Erst wenn er optisch komplett sauber und mehrfach gespült ist, kommt der Desinfektionsgang. Ich habe mal in der Anleitung eines Desinfektionsmittels für kommerzielle Fischzucht gelesen, da bevor etwas desinfiziert werden kann, es erst gründlich mit herkömmlichen Reinigungsmitteln wie Schwamm, Bürste etc. sauber gereinigt werden muss. Dann kommt das Desinfektionsmittel rein und dieses muss eine Weile lang einwirken, damit es alle Bakterien abtötet. Ein Desinfektionsmittel ist ja nichts anderes als Gift und dieses muss natürlich erst die Zellwände aller Lebewesen durchdringen, damit es wirken kann. Für uns Hobbyanwender hat sich Javelwasser und eine Einwirkzeit von 5-10 Minuten bewährt. Das Ziel ist es ja nicht, das Gefäss völlig steril zu machen, sondern die Keimzahl so weit als möglich zu reduzieren.

Nach dem Desinfizieren spüle ich den Reaktor mehrfach und selbstverständlich auch den Ablasshahn. Ich will ja nicht später Chlorreste in meiner Kultur haben - dieses wird dem Wachstum der Algen kaum förderlich sein. Wie der Reaktor dann wieder sauber vor mir steht, fülle ich ihn mit dem Rest der Phytoplanktonlösung, welche ich erneut durch Siebe laufen lasse. Nun fülle ich den Reaktor mit angemachten Salzwasser, bis die Lösung eine hellgrüne Farbe angenommen hat. Dies heisst nun, dass die Planktondichte wieder tief ist und sich dieses wieder wacker vermehren kann.

Ganz zum Schluss einen Schuss Phytoplanktondünger, ein geschätzter Teelöffel davon wird genügen.

Das Riffbecken wird mit 6 Liter Phyotplanktonlösung eingegrünt


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Igitt, da hat sich ein grünlicher Belag auf den Reaktorwänden gebildet


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Jetzt weiss ich, woraus Grüntee gemacht wird…


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Erst mal mit heissem Wasser abspülen; das Gröbste geht damit schon mal weg


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Der Reaktor (wie auch mein Abschäumer) passt in kein Waschbecken, darum der Schlauch


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Der Schwamm erledigt den Rest


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Nachdem der Reaktor (inkl. dem Auslasshahn) gründlich geputzt ist, wird er desinfiziert


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Mit dem sauberen Schwamm verteile ich das Javelwasser an den Reaktorwänden


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Nachdem der Reaktor gut gespült ist, ist er bereit für die Wiederbefüllung


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Die Planktonlösung siebe ich mehrfach; ich will da kein Zooplankton drin haben


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2 Liter der gesiebten Lösung sind jetzt im Reaktor


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Ich fülle mit Salzwasser so weit auf, bis die Lösung nur noch hellgrün ist


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Noch ein Schuss Phytodünger und jetzt kann sich die Population ohne Dichtestress wieder vermehren


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Meine Draht/Perlonalgen entwickeln sich gut unter der Süsswasserleuchte


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Drahtalgen auf Steroid

Ich habe bislang immer die Theorie vertreten, dass die Anordnung der Filter im Technikbecken keine Rolle spiele. Mein Argument ist, dass das Wasser ja permanent zirkuliert und wird ein Schmutz- oder Nährstoffpartikel/Molekül halt nicht im ersten Durchgang erfasst, dann halt im Zweiten, Dritten oder n-ten Durchlauf. So weit, so gut, es bleibt aber eine Theorie. Da ich etwas Handlungsbedarf habe, da in meinem Technikbecken die Draht/Perlonlagen nicht richtig wachsen wollen, ich aber neulich mal wieder etwas Fadenalgenwachstum im Becken hatte (zu viel Pelletfutter verabreicht), liegt es also nicht an der Nährstofflimitierung. Da bleiben zwei Faktoren: Licht und Position des Refugiums im Technikbecken.
Da ich an der Fisch & Reptil eine TUNZE Süsswasser LED gekauft habe (dasselbe Prinzip wie die TUNZE Vollspektrumleuchte, aber zu einem Drittel des Preises), ist die Gelegenheit gekommen: Ich wechsle also gleich beide Faktoren: Neues Licht und verlege das Refugium ganz an den Anfang des Technikbeckens.

Vergleichsfoto ist gemacht, ich bin gespannt, wie die Algen in ein bis zwei Wochen aussehen.


Das Algenrefugium wandert 3 Abteile nach rechts


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Bislang war das Refugium ein Abteil vor der Rückförderpumpe


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Jetzt kommt es ins erste Abteil des Technikbeckens, gleich da wo das Wasser vom Aquarium reinfliegt


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Neu beleuchte ich die Algen mit einer Tunze Süsswasser LED


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Pilgerreise nach Sindelfingen

Alljährlich haben Anita und ich am ersten Wochenende im Dezember ein festes Programm in der Agenda: Wir stehen am Samstagmorgen zeitig auf, fahren 2 Stunden lang mit dem Auto nach Sindelfingen, gehen an die Fisch & Reptil (heuer hat Anita den Besuch eines nahe gelegenen Einkaufszentrums den Fischen und Reptilien vorgezogen), am Abend besuchen wir im Apollotheater in Stuttgart ein Musical (dieses Jahr "Bodyguard") und am Sonntag gehen wir in Stuttgart an den Weihnachtsmarkt.

Die Fisch und Reptil hält keine Überraschungen bereit: Die Stände sind mehr oder weniger die gleichen wie letztes Jahr, stehen auch etwas am gleichen Ort und haben in etwas das gleiche Angebot. Dennoch lohnt sich die Pilgerreise und jeder Meerwasseraquarianer sollte Mekka einmal in seinem Leben - oder auch öfters - besucht haben. Man kann hier die grossen Namen der Szene einmal live erleben, mit den Herstellern quatschen und sich Tipps holen. Die Preise sind in Ordnung, wenn auch dieses Jahr mit dem Wiedererstarkten des Euros, das Angebot für uns Schweizer nicht mehr ganz so attraktiv ist. Ich kaufe mir eine Süsswasser-LED-Leuchte von TUNZE mit 20% Messerabatt um meinen Draht/Perlonalgen im Refugium einen Wachstumsschub zu verpassen.

Das Musical am Abend gefällt uns beiden sehr gut. Natürlich kommen die beiden Sängerinnen nicht an eine Whitney Houston ran, aber diese Messlatte liegt ja auch astronomisch hoch. Die Darstellerinnen von Rachel und Nikki Marron halten sich aber ausgezeichnet. Die Stimme von Rachel Marron ist sehr gefühlvoll und untermalt die leisen Passagen mit wunderschönem Soul. Die Sängerin der Rolle von Nikki Marron hat mehr Volumen und Druck in ihrer Stimme - die beiden ergänzen sich also ideal.

Wir nächtigen im Hotel Möhringer Hof, welches knapp 2 Kilometer vom Apollotheater entfernt liegt. Die Strecke ist zu Fuss gut zu schaffen und Anita schlägt sich mit ihren Pumps gut - keine Ahnung warum ihr Frauen in solchen Schuhen rumlaufen könnt!? Wir Männer würden da nach 2 Schritten schon auf die Nase fallen und wenn nicht, nach 5 Schritten mit Blasen an den Füssen die Dinger entnervt in die Büsche schmeissen und in Socken ins Musical gehen. Für den Rückweg nach der Vorführung gönnen wir uns dann aber ein Taxi; ich will nicht riskieren, dass sich meine Holde einen Knöchel bricht!

Die Nacht ist kurz und wir stehen zeitig auf, wollen wir den Weihnachtsmarkt doch nicht im Gedränge geniessen. Das Frühststücksbuffet am nächsten Morgen ist reichhaltig und gestärkt nehmen wir die Fahrt nach Stuttgart unter die Räder.

Weihnachtsmärkte haben in der Schweiz eigentlich keine Tradition. In Winterthur, wo ich aufgewachsen bin, gab es früher den "Chlausmarkt", aber der war nur an einem Tag im Dezember. Mit dem ganzen Import fremder Festlichkeiten wie z.B. Halloween und vermutlich bald auch Thanksgiving, haben in den letzten 15 Jahren auch Weihnachtsmärkte in den grösseren Schweizer Städten Fuss gefasst. Die ursprüngliche Bedeutung der Weihnachtsmärkte, findet man aber nur in Deutschland: Man läuft in der Kälte rum und giesst becherweise Glühwein in sich rein! Eigentlich eine ganz vortreffliche Vorwand um sich schon am Sonntagvormittag herrlich zu betrinken!

Die Heimfahrt ist unspektakulär und wir wechseln einmal den Fahrersitz: Nach den 4 Stunden in der Kälte - wohlgemerkt ohne Glühwein - überfällt uns eine bleierne Müdigkeit, kaum sind wir im warmen Auto auf der monotonen Autobahn unterwegs.

Ein schönes Wochenende ist vorüber: Sindelfingen, wir kommen nächstes Jahr wieder!

Wie jedes Jahr: Das erste Wochenende im Dezember rot im Kalender ankreuzen: Fisch & Reptil in Sindelfingen


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Eine Messehalle mit professionellen Ausstellern und auf der Balustrade die Hobbyzüchter


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Bjorn und Christian von Meerwasser Live TV


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Klaro machen wir ein Selfie zu Dritt!


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Das Jelly-Flap Kreiselbecken habe ich schon letztes Jahr gesehen: Interessanterweise ist der Quallen-Hype vorbei…


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… im Jelly-Flap sind nur Garnelen und Schnecken: Aber Snail-and-Shrimp-Flap tönt nicht so gut!


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Die Käferhalter sind wohl noch etwas verschrobener als wir Meerwasseraquarianer


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aber nicht ganz so schlimm wie die Tausendfüsslerhalter!


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Tausendfüssler nein danke: Mir graut's schon beim Gedanken an deren Fusspflege!


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Für Feinschmecker gibt es hier frisch zubereitete Insekten


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Diese Heizstäbe mit integriertem Thermometer sind wirklich spitze!


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Die Bioballwaschmaschine habe ich auch im Einsatz


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Die Muscheln sind schön und einigermaßen zahlbar: Aber für uns Schweizer ein No-Go wegen CITES


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Hier mal eine Gesamtaufstellung des Lebendfuttersortiments: Haribo für Fische in 12 verschiedenen Geschmacksrichtung!


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Jetzt gibt es Bacto-Balls auch in Blau und diese heissen dann "Living Blue Balls" - die passen nicht nur in diese Spirale, sondern würden auch perfekt in einen Bacto Reef Ball Box von Fishgimmicks passen *wink*


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Man könnte auf der Messe auch Fische kaufen


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Rollenvliessfilter sind im Trend


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Dieses hier ist sehr gross und dickwandig: Vermutlich für den Teich gedacht


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"Schatz, ich bin im Keller, muss den Keilriemen am Filter wechseln!"


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Dieser hier ist echt innovativ!


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Der Motor ist in der Achse eingebaut: Ziemlich clever!


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gesteuert wird er mit diesem Bedienteil


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Was sieht da mein Hühnerauge?


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Garnelenröhren aus transparentem Acryl: Auf die Idee kam ich auch schon!


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Druckdosen aus PVC; Wie schafft es der Produzent, die Dinger so günstig anzubieten? Ich weiss, was es bedeutet all die Löcher zu bohren, Gewinde zu schneiden und die Messigteile einzeln einzudrehen.


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Die China-Ventile sind nicht sehr gut, da geht zu viel Druck verloren, aber die Messingtüllen sind spitze!


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Druckdose im Einsatz


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Aquarien aus der Kategorie "Leifschteil"


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Diese Kugel - ohne Wasser - finde ich recht cool


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Mein Geschmack sind die Dinger nicht und ich frage mich, wie die aussehen wenn da mal ein paar Algen drin sind?


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Wie putzt man da die Scheibe? Vermutlich mit der Kreditkarte im Kreis rumschaben.


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Ich sitze mich dann noch in einen Vortrag


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Ein Biochemiker erklärt die Biochemie der Korallen und Zooxanthellen - leider habe ich den Anfang verpasst


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Auch für die Kleinen wurde gesorgt


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Der frühe Vogel fängt den Wurm - aber um 10 Uhr muss man noch nicht beim Weihnachtsmarkt in Stuttgart sein - der öffnet erst gegen 11


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Weihnachtsmarktimpression


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Einmal mehr war es bitterkalt und ich unter der Jacke nur mit T-Shirt


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Die Dekorationen sind gut gemacht - nicht nur lieblos hingetuckerte Fichtenzweige wie bei uns


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Kräuterbonbons in Hülle und Fülle


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Ich habe mich immer schon gefragt, was Buddhisten an ihre Weihnachtsbäume hängen….


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Weihnachtsmarkt in der Stuttgarter Innenstadt


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Sag ich doch!


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Weihanchtsmärkte sind ein guter Vorwand um sich schon am Sonntagvormittag mit angewärmtem Alkohol zu berauschen


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So eine geräucherte Lachstranche sieht lecker aus


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Makrelen am Stock - Wir sahen eine Gruppe Asiaten, die haben ihre Makrele mit Esstäbchen verputzt


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Wir haben eine Sitzgelegenheit gefunden und dazu Schupfnudeln mit Sauerkraut und Speck


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… als Nachspeise ein Brötchen mit Rostbratwurst


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Nemo und Dory überall

Ich bin ja sonst dem Finding-Nemo-Dory-Kitsch durchaus zugeneigt, aber dass mich die Beiden bei einem Besuch im Baumarkt auf Schritt für Schritt verfolgen, ist schon etwas penetrant. Immerhin ist die Befürchtung, dass das Sequel des Films einen Nachfrageboom nach Goldfischgläsern mit Clownfischen und Palettendoktoren auslösen würde, nicht eingetreten. Offenbar hat sich seit den 0er Jahren, als der Film "Finding Nemo" in den Kinos lief, doch ein bisschen was verändert in Sachen Umwelt- und Riffschutz. Wegen dem Überangebot im Baumarkt, konnte ich dem Kaufreiz widerstehen; allerdings ereilte mich der Gedanke, wie es wäre einen ganzen Haushalt inkl. Möbel nur in Dory/Nemo-Design zu kaufen? Ich bin überzeugt, dass die Hollywood-Merchandising-Maschinerie dies durchaus würde möglich machen: Nemo-Zahnbürste, Dory-Kamm, Nemo-Tasse, Nemo-Geschirr und In der Kinderzimmerabteilung der Möbelhäuser gibt es bestimmt Stühle, Tische und Betten im entsprechenden Design, Tischtücher, Teppiche und Bettwäsche sowieso!

Finding Dory Nachtlicht


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Finding Dory Tischlampe


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Finding Dory Kopfhörer


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Wie viel Bullshit steckt in diesem Blog?

Ich war diese Woche an einem Symposium in Interlaken. Einer der Referenten nahm Bezug auf den Blabla Meter und hat verschiedene Texte verglichen. Da will ich mich natürlich nicht ausnehmen und habe, kaum zu Hause angekommen, gleich meine letzten 3 Blogeinträge auf ihren Bullshitgehalt getestet. Ich bin beruhigt, die Text sind weitgehend bullshitarm und die Menge an Bullshit ist in Vergleich zu den Reden zweier Schweizer Politiker, fast homöopathisch.


Der Blog-Eintrag über Unterlassene Hilfeleistung hat einen Blabla-Index von 0.09


Blablameter A


Auch der Blog-Eintrag über Teilung der Nemos kommt mit einem Index von 0.09 ordentlich weg


Blabla Meter C

Der Beitrag vom 15. Oktober über den grossen Tag im Leben eines Anemonenfisches ist rekordverdächtig blablafrei


Blabla Meter B

Die 1. August Rede von Bundesrat Johann Schneider-Ammann enthält da schon die dreifache Menge an Bullshit


Blabla Meter Schneider Amann


Die Albisgüetlirede von Altbundesrat Christoph Blocher schlägt alle Texte: Ein Bullshitfaktor von 0.25!


Blabla Meter Albisguetlirede

Unterlassene Hilfeleistung und Wink mit dem Zaunpfahl

Ich habe mich seit meinem Urlaub in Ägypten vom Kaffee- zum Teetrinker entwickelt. Erstens sind Tees in den Aromen vielseitiger und ausserdem erhoffe ich mir hierdurch ein stabileres Nervenkostüm, einen tieferen Puls und damit einhergehend bessere Leistungen im Apnoetauchen. Wenn man nun aber den ganzen Tag tassenweise Tee in sich hineinschüttet, dann muss man ja zwischendurch ja auch wieder seinen Körper von überflüssiger Flüssigkeit befreien. Ihr versteht, was ich meine? So besuche ich also am Sonntagabend unaufgeregt und mir nichts Böses denkend, dasjenige Zimmerchen meines Hauses, welches das allerkleinste von allen ist, eine Türe hat, Sichtschutz am Fenster und zweckdienliches Mobiliar aus Keramik vom Sanitärinstallateur eingebaut und ans Rohrleitungssystem angeschlossen. *zwinker* *zwinker* Meine Leser, nicht auf den Kopf gefallen, können natürlich längstens erahnen, von welchem "Zimmerchen" ich spreche. Jedenfalls sitze ich gemütlich auf dem Italienischen Möbelstück, in meinem Falle eines aus dem edlen Hause Catalano und lasse den Resten des Jasmintees freien Lauf, als ich plötzlich von draussen die aufgeregte Stimme von Anita vernehme: "Chummchummchumm schnäll!" Da ich eher der gemächliche Typ bin und mich wenn ich mit heruntergelassenen Hose dasitze, nicht gerne stressen lasse, denke ich: "Was denn, so aufgeregt, meine Liebste, ich kann ja nachher zurückspulen und die Szene nochmals anschauen". Von draussen ertönen aber alsbald ihre Rufe: "schnällschnällschnäll chumm!" Ich vermute, dass sich das Nachbarskätzchen in mein Wohnzimmer verirrt hat, aber auch das ist kein Grund sich nicht die Hose ordentlich zuzuknöpfen, die Wasserspülung zu betätigen und sich die Hände zu waschen. Wie ich neulich in einem Artikel im 20 Minuten gelesen habe, wasche sich ein unerwartet hoher Prozentsatz der Schweizer Bevölkerung nachher (nach was wohl?) nicht die Hände und sowas tut man nicht auch nicht wenn draussen die Welt untergeht. "Chumm, schnäll, chumm!", erschallt es von draussen. Nun ist auch mir nicht entgangen, dass meine Freundin ihre Rufe mit einer ordentlichen Prise Alarmismus untermalt hat. "Ei, das Kätzchen wird sich doch nicht auf meiner Auslegeware übergeben oder hat sich gar mein Schatz beim Apfelschälen in den Finger geschnitten?". Meine Hände sind zwischenzeitlich getrocknet, das Handtuch sauber aufgehängt und nun gehe ich eiligen Schrittes ins Wohnzimmer.

Anita steht wie angewurzelt vor dem Aquarium, fuchtelt wie wild mit den Armen in der Luft rum und japst: "Ujujujujuj, Nemo, Nemo, Nemo, Bodä!" Ich schaue zu Boden und tatsächlich liegt da der japsende, kleine Nemo, der sich in Apnoetauchen übt. Vorsichtig mit beiden Handflächen nehme ich den kleinen Kerl vom Boden und lasse ihn wieder in sein Element gleiten. Nemo sinkt wie ein Herbstblatt zu Boden und ist sichtlich hypoxisch: Vom AIDA-Schiedsrichter würde es da heissen: "Red Card!" Neben mir japst auch Anita nach Luft und Worte und stammelt: "Oh nei, oh nei, oh nei, ich han en nöd chönne aalange!" Da ich weiss, dass ein Teil meiner Leserschaft, des Schweizerdeutschen nicht mächtig ist, folgt hier die Übersetzung ins Hochsprachliche: "Oh nein, oh nein, oh nein, ich konnte ihn nicht anfassen!" Anita ist grosse Tierfreundin, Teilzeitvegetarierin, trägt keine Pelzkragen und könnte keiner Fliege was zu leide tun, aber japsend zuschauen wie ein Fisch einen neuen Staticrekord aufstellt, das kann sie! Da kann ich mir nur erhoffen, sollte mich mal ein Herzinfarkt oder Stromschlag ereilen, jemand grad auf meinem Klo sitzt, den sie japsend herbeirufen kann!

Der Grund für des Fisches kühnen Sprung aus dem Becken ist unschwer auszumachen: Wird der Kleine doch, immer noch etwas hypoxisch belämmert und von Sambakrämpfen geplagt, gleich vom grösseren Anemonenfisch aufs Gröbste attackiert. Wie dieser innerhalb einer Minute seine dritte Angriffswelle lostritt, vertreibe ich ihn mit dem langen PVC-Rohr, welches ich zum Rumstochern im Sand verwende und griffbereit im Unterschrank liegt. Klein-Nemo muss ins Asyl, im Riffbecken kann ich ihn nicht lassen. Er lässt sich dann auch, von seinem Aufenthalt an der Luft immer noch angeschlagen, auf Anhieb einfangen und so setze ich ihn zum Nemoaufwuchs ins Kellerbecken. Der erneute Stress macht ihm Anfangs zu schaffen und er japst wieder wild nach Luft (also eigentlich japst er ja nach Wasser) und verdrückt sich in die Ecke. Seine Haut ist auf einer Seite, wohl auf derjenigen auf der er auf dem Steinzeug gelegen ist, etwas fleckig und ein weisses Pünktchen ist in seinem Auge auszumachen. Ich gebe etwas MicrobeLift Aquatic Stress Relief ins Wasser und bei den nunmehr folgenden halbstündlichen Kontrollen, zeigt er zunehmende Besserung. Heute ist er schon wieder ganze der Alte und schwimmt freudig zwischen den kleinen Clownteenies in der Anemone rum.

Von einem treuen Leser bekomme ich den Hinweis, dass wenn ich heute keinen Artikel poste, ich eine rekordmässig-noch-nie-dagewesene Blogpause von einem ganzen Monat eingelegt haben werde. Danke für den Hinweis, Florian, einen ganzen Monat ohne Blogberieselung will ich dir und den anderen verbleibenden Lesern (sofern denn noch welche da sind?) natürlich nicht zumuten und mache darum heute, wie ihr es euch von mir gewohnt seid, einmal mehr aus einer Mücke einen Elefanten.

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Ein grosser Tag im Leben eines Anemonenfisches

Da ich heute Abend nach Paris fliege um da an einem 3-tägigen Security Assessment Rede und Antwort zu stehen, mache ich am Sonntagmorgen, noch im Pijama, eine 2-Stündige Session im Keller: Ich messe die wichtigsten Parameter meines Riffbeckens und entnehme eine Wasserprobe für eine externe ICP-OES Analyse. Dann setze ich die 6 Nemo-Kinder aus dem Kreiseltank in das Teenagerbecken, denn da ist seit gestern eine Anemone! Wie toll ist das denn: Das "Dreckige Dutzend" wäscht sich innig in der Anemone als hätten sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht.

Meine Reaktoren haben schon ziemlich Schlamm und Fadenalgen angesetzt und es ist Zeit die Behälter zu reinigen, zu desinfizieren und die Kulturen neu anzusetzen. Ich entnehme einen guten Liter jeder Kultur, lasse diese mehrfach durch Siebe laufen, untersuche das Resultat unter dem Mikroskop und setze damit und frischem Salzwasser neue Kulturen an in den gereinigten Reaktoren.

Jetzt ist es Mittag geworden, die Sonne zeigt sich: Zeit für einen kleinen Tauchgang im See!

Mein 3 Planktonreaktoren bedürfen der Reinigung


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Der Inhalt wird mehrfach gesiebt


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Den Bodensatz kippe ich weg


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Eine Probe für die Begutachtung unter dem Mikroskop


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Alles nur verklumpte Phytoplanktonzellen, die Probe ist nicht von Zooplankton "verseucht"


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Erst wird der Reaktor mit heissem Wasser und Schwamm gut gereinigt


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Und dann mit Durgol entkalkt und desinfiziert


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Nun fahre ich die Reaktoren langsam wieder hoch; es wird ein paar Wochen dauern, bis ich die Kulturen wieder auf 10-12 Liter aufgebaut habe


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Ich messe seit langem wieder einmal KH, PO4 und NO3. Mit den Werten von 7, 0.1 mg/L und 3mg/L bin ich zufrieden


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Ein grosser Tage im Leben eines Anemonenfisches: Einzug in die Anemone!


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Ein schönes Bild: 12 gesunde, kleine Nemos in einer Anemone


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Ich hoffe die Anemone wird von den Kleinen nicht zerkuschelt


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süsser, kleiner Fratz


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Teilung der Nemos

Moses konnte vielleicht das Meer teilen, ich kann dafür Nemos teilen. Wie ich am Donnerstagabend aus dem Urlaub nach Hause komme, stelle ich erfreut fest, dass meine Nemo-Babies (nunmehr 1 Monat alt) nicht nur ordentlich gewachsen sind, sondern das auf sonderbare Weise aus vorher 9 Tieren, nun 12 da sind. Die Fischchen schwimmen jetzt schön zusammen in der Gruppe, sodass ich sie besser zählen kann.

Nachdem ich das mittlere meiner Aufzuchtbecken gereinigt habe und sich da schon eine schöne Population von Kleinstlebewesen entwickelt hat, setze ich die Hälfte der Gruppe, also 6 Tiere, um. Ich bin gespannt, ob ich einen Unterschied in der Entwicklung der beiden Gruppen feststellen werden kann.

Die Kleinen, welche ich Kreiseltank verbleiben, kuscheln sich süss an den Heizstab. Offenbar haben die Kleinen das instintive Verlangen, sich hinter Strukturen zu verstecken. Zu diesem Zweck hat die Gruppe einen Keramikblumentopf bekommen, den sie allerdings bislang noch nicht als Behausung für sich entdeckt haben.

Bald wird es so weit sein und die Fische bekommen eine Anemone!

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Nemo-Babies und defekter Motor

Heute Morgen mache ich mein Aquarium ferienbereit. Das heisst ich tausche den Adsorber und die Aktivkohle, reinige die Abschäumer und fülle mein Wasserfass mit frischen Salzwasser auf. Am nächsten Donnerstag bin ich eine Woche in Ägypten auf Freitauchsafari und da will ich beruhigt sein, dass zu Hause alles in Ordnung ist. Da bei meinem Naumann Vliesfilter die letzte Vliesrolle aufgebraucht ist, reinige ich diesen und verpacke ihn für den Versand nach Österreich (ich habe ihn ja nur zum Ausprobieren bekommen). Ich nehme meinen Rollermat Vliesfilter in Betrieb, stelle aber fest, dass der Motor nicht mehr dreht. Also mache ich mich an die Fehlersuche. Hat das Netzteil noch Strom? Leider kann ich mein Digitalmultimeter nicht finden (habe ich es meinem Sohn ausgeliehen?) und so behelfe ich mit einer LED. LED leuchtet, das heisst das Netzteil liefert Strom. Auch am Motoranschluss leuchtet die LED, wenn ich den Schwimmer bewege, es muss also am Motor selber liegen. Dieser lässt sich recht einfach ausbauen, das Zahnrad ist nur aufgedrückt und so liegt er bald auf meiner Werkbank. Wie ich es doch hasse, wenn bei den Motoren das Gehäuse mit umgedrehten Blechlaschen gehalten wird. Einmal geöffnet und man kriegt die Dinger nie mehr richtig geschlossen! Als der Motor offen vor mir liegt, sehe ich, dass das Getriebe wider Erwarten rostfrei und gut gefettet ist. Dennoch lässt es sich keinen Millimeter drehen. Erst nachdem ich das Getriebe zerlegt habe und wieder zusammensetze, dreht es wieder: Da hat sich wohl ein Zahnrad verkantet. Ich baue den Motor wieder ein, mache die Schlusskontrolle und bin froh, dass alles wieder funktioniert. Dennoch werde ich einen Ersatzmotor bestellen, denn es ist nicht sicher, wie lange er noch laufen wird.

In meinem Larvenkreisel schwimmen 8 gesunde, orange Nemobabies, welche heute ihren 15. Geburtstag feiern! Welch schöner Anblick; ich hoffe, dass Anita meine Kleinen gut pflegt während meinem Tauchurlaub.


Die Nemo-Babies sind heute 15 Tage alt


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8 zuckersüsse, orange Babies


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Der Motor meines Rollermat Vliesfilters dreht nicht mehr


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Diesmal ist es nicht Rost: Das Getriebe ist gut gefettet


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Die Platte mit dem Getriebe ist nur eingedrückt und lässt sich einfach entfernen


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Planktonkulturen

Weil das Nemopaar von Voni wieder fleissig brütet, bringe ich meine Planktonkulturen wieder auf Vordermann. Phytoplankton, vermutlich Nannochloropsis Salina, habe ich noch und je eine Kultur Copepoden und Brachionus starte ich neu mit Zuchtansätzen von plankton-shop.ch. Bereits nach ein paar Tagen haben sich die Kulturen gut etabliert und ich habe die Reaktoren gut zur Hälfte voll mit recht dichten Kulturen.

Jetzt nur noch den richtigen Moment erwischen zwischen meinen Terminen, der Geburt des Kindes von Voni und Valentina und dem Schlupf der Nemos.

von links nach rechts: Brachionus, Copepoden und Nannochloropsis Salina


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Als Brachionus zwischen Algenkugeln lebt es sich wie im Schlaraffenland


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Bei guter Ernährung werden auch viele Nachkommen gezeugt: Dieser Brachionus brütet gleich 3 Eier auf's Mal


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Brachionus heisst auch "Rädertier", weil es mittels zweier "Zahnräder" kontinuierlich einen Wasserstrom Richtung Mund erzeugt


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Eine Copepoda (wohl Tisbe)


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Das Auge des Tigers in der Mitte leuchtet Rot; nicht umsonst heissen die Tiere auch Cyclops


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Zyklopeneier in Grossaufnahme


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Geburtstagsbastelei

Da mein Ohr immer noch nicht völlig gesund ist, schenke ich mir zum Geburtstag keinen coolen Apnoetauchgang in einem kristallklaren Bergsee, sondern betätige mich als Elektriker. Motiviert von den beiden selbstmontierten RJ45-Dosen im Keller, wage ich mich heute daran an der bestehenden Hausinstallation herumzufummeln. Ich möchte im Obergeschoss einen Ethernet-Anschluss hinbringen, damit ich da einen kabelgebundenen Access-Point betreiben kann. Ich habe verschiedene WLAN-Repeater und Powerlan-Adapter ausprobiert aber so richtig stabil läuft keines dieser Dinger. Als erstes schraube ich in meinem Schlafzimmer die Elektrodose auf, darin befinden sich eine 3-fach-Stromsteckdose, zwei Leerdeckel und 4 Rohre. Aus einem Rohr kommen die Stromkabel aus dem Keller, die sind tabu. Dann sind da noch zwei Leerrohre, welche ich zwar mit der Saite sondiere aber nicht herausfinde, wo die schlussendlich münden. Vielleicht sind das Wurmlöcher, durch welche man, wenn man nicht höllisch aufpasst, in einer anderen Galaxie landet? Da ich kein Handtuch dabei habe (ein zwingendes Utensil für intergalaktische Reisen, wie man im Handbuch "Per Anhalter durch die Galaxis" nachlesen kann), lasse ich die beiden Leerrohre aussen vor und sondiere das Rohr, aus welchem ein Telefonkabel und ein Koaxialkabel kommen. Es gelingt mir auch nach mehreren Anläufen nicht, die Saite ganz durchzustossen aber von der Länge her scheint es mir, als würde das Rohr bis ganz in den Keller führen. Mit Einsatz von Kabelrohrspray gelingt es mir das Koaxialkabel etwas nach oben ziehen zu können, sodass ich im Keller eindeutig sehen kann, wo das Rohr mündet. Ich binde das Ende des Koaxialkabels an den Anfang meines Cat6-Kabels um es so durch das Rohr nach oben zu ziehen. Irgendwas scheine ich nicht richtig gemacht zu haben, denn das Kabel hat ziemlichen Widerstand, die Verbindung reisst und ich ziehe das Koaxialkabel leer oben aus dem Rohr. Nun gut, Koaxialkabel kommt aus der Anfangszeit des Rundfunks und ich glaube nicht, dass in den nächsten 50 Jahren eine Technologie auf den Markt kommt, wo plötzlich wieder im Haus verlegte Koaxkabel der Renner sein werden. Da sich jetzt nur noch das Telefonkabel im Rohr befindet, komme ich mit der Saite ganz nach unten, kann daran mein Cat6-Kabel befestigen und bringe es im 3. Anlauf (ich bin ja nur Hobby-Elektriker…!) durch das Rohr nach oben. Der Schweiss läuft an mir in Bächen runter, es ist ein warmer Sommertag und ich muss, da ich keinen Elektrikerlehrling dabei habe, dauernd die Treppen runter und hoch steigen um das Kabel einzuziehen.

Das Anschliessen des Kabels geht dann recht flott von der Hand und wenig später habe ich einen funktionierenden Internet-Anschluss im Schlafzimmer an welchen ich meinen Airport hänge um da das Signal über WLAN auszusenden.

Da ich mir noch einen 8-Port-Switch gekauft habe, kann ich die gesamte Hausinstallation vereinfachen. Im Keller habe ich das Fiber-Modem, von welchem ich Telefon, das Signal für die Fernseh-Set-Top-Box (diese hat einen Ethernet-Anschluss, muss aber an einen dedizierten Port des Fiber-Modems gehängt werden. Keine Ahnung ob diese in einem eigenen VLAN hängt oder auf diese Art COS/QOS implementiert wird?) und das rohe Internet bekomme. Mit dem "rohen Internet" (das heisst ohne Firewall und mit vom Provider konfigurierter Private-IP) gehe ich auf meinen zentralen Access-Point. Da dieser nur über 4 Ethernet-Anschlüsse verfügt, speise ich hieraus den 8-Port-Switch der dann das Internet-Signal über Ethernet im Haus verteilt. Im Büro im Erdgeschoss dann ein Access-Point im Bridge-Mode und ein weiterer Access-Point (der Apple AirPort) im Bridge-Mode im Obergeschoss. So weit ist das nun alles sauber, mit einer kleinen Ausnahme: Am zentralen Switch hängt noch ein PowerLAN-Modul, welches Internet über das Stromnetz in den Aquarienkeller bringt um da das WLAN-Signal zu verbreiten für die Überwachungskameras und die Aquaillumination Prime über dem Bypassbecken. Im Unterschrank des Riffbeckens dann noch ein PowerLAN-Modul, an welcher der Aquaillumination Director hängt zur Steuerung der Lampen über dem Hauptbecken.

Wenn man die Saite rauszieht und das Kabel ist noch dran, jubelt der Elektriker


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Diese RJ45-UP-Dose, gekauft im Jumbo, verlangt nach abisolierten Drähten und einem kleinem Schraubenzieher


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Verbindung steht!


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Habe bei der Gelegenheit zwei Koaxialkabel aus meiner Hausinstallation entfernt


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Wer will, kann haben; liegt bei mir in der Kiste mit Elektroschrott und wandert nächstens mal in der Entsorgungsstelle


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Meine Waschmaschine hat kein WLAN

Ich gebe zu, es handelt sich um ein 1. Welt-Problem aber meine intelligente Waschmaschine verfügt über kein WLAN-Modul sondern nur über einen Ethernet-Anschluss. Manche werden sich jetzt fragen: "Na und, meine Waschmaschine hat nur Strom, Wasser und Abwasseranschluss, was also soll des Rumgesülze?" Es ist nun mal so, dass ich bewusst den kleinen Aufpreis beim Kauf der Waschmaschine in Kauf genommen habe, dass diese VZUG-HOME enabled ist. Ich finde die Vorstellung, dass ein Haushaltsgerät über Internet-Anschluss verfügt, faszinierend. Ich kann mich noch gut erinnern, dass vor 20-25 Jahren schon das Beispiel des "intelligenten Kühlschranks, der selber Milch bestellt" herumgereicht wurde und heute sind wir tatsächlich so weit, dass normale Haushaltsgeräte über das Internet kommunizieren können. Natürlich hält sich der Nutzwert meiner intelligenten Waschmaschine in Grenzen, aber dennoch ist die Push-Nachricht auf dem Handy nützlich, welche einen wissen lässt, dass zu Hause jetzt die Waschmaschine die Wäsche fertige gewaschen hat.

Bisher habe ich die Waschmaschine über ein Patchkabel an einem Power-LAN-Modul angeschlossen, was zwar funktioniert, aber halt doch eine sehr unelegante Lösung ist. Dies insbesondere, weil sich im gleichen Kellerraum meine gesamte Hausinstallation befindet mit Glasfaser-Modem, Access Point und Patchkästchen - leider aber 3 Meter von der Waschmaschine entfernt.

Des weiteren ist es so, dass mein WLAN im Keller so seine Macken hat. Obschon ich eigentlich vom Fach bin und schon x-fach an der Konfiguration rumgefummelt habe (oder gerade deswegen?), läuft das WLAN nicht sonderlich stabil und nur mit geringem Durchsatz. Da sich im Kellerraum auch mein Mikroskop und darin angeschlossen mein Windows-Notebook befindet, ist das schon seit einiger Zeit ein stetes Ärgernis. Ich habe mir schon länger gesagt, dass ich da mal ein Cat6-Kabel verlegen möchte, aber das Vorhaben hat es nie in die Top-10 meiner Pendenzen geschafft. Da ich nun zwei Wochen Ferien habe, Anita für ihre Buchhaltungsprüfung büffelt und ich wegen Gehörgangsentzündung nicht tauchen kann, ist mir langweilig. Die Baumärkte der näheren und weiteren Nachbarschaft habe ich allesamt schon abgeklappert und das Sortiment studiert, gestern habe ich die Garage gekärchert, das Auto staubgesaugt und das Sitzpolster eingeschäumt. Das Altglas, die leeren Bierdosen und Karton sind auch entsorgt. Die Tunze Stream 3 ist entkalkt und neue Kulturen mit Phytoplankton, Copepoden und Brachionus habe ich auch angesetzt. Ausserdem habe ich meine Unterwasserfotoausrüstung zum Verkauf ausgeschrieben: https://www.ricardo.ch/kaufen/sports/tauchen/lampen-und-fotografie/unterwasser-kameraausruestung/v/an932254996/ . Ganz schön was erledigt, aber langsam gehen mir die Arbeiten aus. Jetzt habe ich nur noch Hemden bügeln und Unkraut jäten auf meiner Pendenzenliste und diese Aktivitäten schiebe ich gerne möglichst weit raus.

Aus diesem Grunde ergreife ich heute die Gelegenheit und decke mich im Obi mit Cat-6 Kabel, Cat-5e AP-Dosen (wie ich mich noch erinnere, ist Cat-5e im Wesentlichen dasselbe wie Cat-6), Elektrorohren und Montagematerial ein. So gegen 17 Uhr mache ich mich an die Arbeit und verlege Rohre, bohre Löcher, düble und schraube Rohrclips an die Wand. Gegen 19 Uhr ist dies so weit erledigt, dass ich die Arbeiten unterbrechen kann um etwas zu essen. Nach dem Abendessen (Reis mit Sbrinz Reibkäse und Salat) ziehe ich dann das Kabel durch die Rohre und schliesse diese an. Vor diesen Schneidklemmen und dem LSA-Auflegewerkzeug habe ich einigermassen Respekt, beschränkt sich doch meine Erfahrung hiermit auf das über-die-Schulter-gucken . Nachdem die erste Scheu abgelegt ist, merke ich, wie einfach die Technik eigentlich ist, und bringe mit nur leichtem Gegenwind (bei einer Dose habe ich zwei Kabel vertauscht) beide Dosen zum Laufen.

Sind die Rohre erst mal verlegt und das Kabel eingezogen, kann ich die Dose setzen


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Von Vorteil ist, wenn man nicht allzu farbenblind ist: Ist das jetzt weiss/braun oder weiss/orange?


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Bei den Dosen liegt ein LSA-Auflegewerkzeug dabei (LSA kommt von ohne Löten, ohne Schrauben, ohne Abisolieren)


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Mein süsses, kleines Patchpanel ist schon fast voll belegt


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Meine Haustechnikwand wirkt einigermassen aufgeräumt


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Das Notebook, welches ich unter anderem zum Mikroskopieren brauche, hat jetzt einen Ethernet-Anschluss und muss sich nicht mehr mit den Unzulänglichkeiten meines WLANs rumärgern


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2-Phasen Dose 400V, normale 230V Dose und RJ-45 für Waschmaschine und Tumbler


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Super, meine Waschmaschine ist wieder online!


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Meine Waschmaschine hört auf den Namen "Waschbär"


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Den Koax-Antennenverstärker habe ich bei der Gelegenheit ausgebaut denn meine TV-Box läuft seit geraumer Zeit über Internet. Wer will, kann ihn gratis abholen oder ich schicke ihn gegen Portoerstattung.


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Ärger mit DHL

Am 18. Juni 2017 bekomme ich eine Fishgimmicks-Bestellung aus Deutschland für einen Acrylic Kreisel Tank und ein paar Zubehörteile. Ich bin in der Folgewoche abwesend und schaffe es darum erst am folgenden Samstag das Paket aufzugeben. Damit meine Kundin ihren Kreisel schnellstmöglich bekommt, gebe ich das Paket in Konstanz auf, sodass sie es normalerweise zwei Tage später in den Händen halten kann.

Dem war leider nicht so, die Zustellung verzögerte sich und meine Kundin erkundigt sich telefonisch bei DHL über den Verbleib des Pakets. Sie wird dahingehend informiert, dass auf der Adressetikette eine falsche Strasse angegeben sei, das Paket somit nicht zugestellt werden könne und bereits unwiderruflich unterwegs zurück zum Absender sei. Ich ärgere mich über meine Nachlässigkeit mit der Adresse und informiere meine Kundin, dass ich ihr unverzüglich ein Ersatzpaket schicke, damit sie nicht länger warten müsse. Also fahre ich erneut nach Konstanz, verzolle das Paket und schicke auch dieses auf die Reise - diesmal mit der korrekten Adresse. Natürlich ist es ärgerlich und DHL hat offenbar wenig Anstrengungen unternommen um die Adressatin ausfindig zu machen. Der Name und der Ort in Google eingegeben, hätte die Adressatin nämlich eindeutig identfifizert. Einige Wochen später bekomme ich dann einen Avis der Schweizer Post, dass ein internationales Paket auf mich warte und die Zustellgebühr 20 CHF betrage. Am nächsten Tag hole ich das Paket ab und bin nun einigermassen überrascht: Die Adresse ist vollständig, korrekt und leserlich auf dem Adresskleber: wtf, können die denn nicht lesen?

Viel Platz für zusätzliche Kleber ist nicht mehr frei


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Einigermassen erstaunt kontaktiere ich nun meine Kundin, welche übrigens mein 2. Paket problemlos erhalten hat und frage sie, ob sie sich erklären könne, warum das Paket, trotz korrekter Adresse, nicht habe zugestellt werden können. Sie ist ebenso erstaunt wie ich, sagt mir, dass ihre Klingel professionell vom Hausmeister beschriftet sei und sie in den letzten 7 Jahren, seit sie an dieser Adresse wohne, nie Probleme mit der Brief- oder Paketzustellung gehabt habe.
Da hat DHL offenbar ziemlichen Mist gebaut und somit ersuche ich DHL um eine Stellungnahme und möchte meine Kosten erstattet bekommen. Fehler können passieren und nur wenn sich Kunden beschweren, kann man diesen auf den Grund gehen. Also gehe ich auf die Website von DHL und fülle am 18. Juli 2017 ein Beschwerdeformular aus, dessen Inhalt ist:

E-Mail: info@andreas-horvath.ch
Rufnummer: +41 79 249 5712
Nachricht vom Kunden:
Guten Tag!
Ich habe obiges Paket verschickt und heute wurde es mir zurückgeschickt mit der Begründung "Der Empfänger war nicht zu ermitteln: Name nicht auf Klingel/Briefkasten".
Ich halte folgendes fest:
- die Adresse ist korrekt auf dem Paket angegeben
- die Adresse ist leserlich in Grossbuchstaben geschrieben
- eine Google-Suche mit Namen und Postleitzahl der Empfängerin führt zu 3 Treffern auf der ersten Seite
- die Klingel/der Briefkasten der Empfängerin ist professionell beschriftet und die Empfängerin wohnt seit 7 Jahren an dieser Adresse und hatte noch nie vorher Zustellprobleme mit Post oder Paketen
Mir sind folgende Zusatzkosten entstanden:
- 6.99 EUR Porto
- 20 CHF für die Entgegennahme des rückgesendeten Pakets.
Teilen Sie mir bitte mit, was hier schief gelaufen ist und wie sie gedenken mir meine Kosten zu vergüten.
Freundliche Grüsse
Andreas Horvath 


Nun passiert erst mal nichts, aber die wollen den Fall ja bestimmt minutiös untersuchen und nehmen den Zustellbeamten jetzt erst mal ins Kreuzverhör und lassen ihn über Wasser laufen: Kann er das, dann ist er ein Hexer und wird auf dem Scheiterhaufen verbrannt, geht er unter, war er wohl unschuldig und der Allmächtige möge ihn zu sich nehmen.

2 Tage später, am 20. Juli 2017, erhalte ich nun folgende eMail:

Guten Tag, Herr Horvath,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Bitte entschuldigen Sie, dass ich mich erst jetzt bei Ihnen melde.
Es tut mir leid, dass Ihre Sendung ihr Ziel nicht erreicht hat und zurückgesandt wurde.
Zur Prüfung der Ursachen für die Rücksendung benötigen wir den Einlieferungsbeleg sowie einen Nachweis der Sendungsaufschrift, aus dem die Adressierung der betroffenen Sendung und der Rücksendevermerk des Zustellers ersichtlich sind. Sie haben hierzu die Möglichkeit, uns z.B. ein Foto der Sendung per E-Mail zukommen zu lassen.
Vielen Dank.
Beste Grüße
xxxx xxxxxxxxxx
Kundenservice
DHL Paket GmbH


Dieses Mail macht mich nun erneut stutzig: Will da DHL etwa auf Zeit spielen und den Beschwerdeführer weich kochen? Die haben doch die verf***** Sendungsnummer, wozu brauchen die den Einlierfungsbelegt und ein Foto vom Paket hätten die doch vor der Rücksendung auch selber machen können. Na gut, ich will der Nachforschung ja nicht im Wege stehen und den Einlieferungsbeleg habe ich sowieso in meiner Buchhaltung abgelegt und ein Foto vom mit Klebern vollgepappten Paket ist auch rasch gemacht. Also antworte ich gleichentags:

Frau xxxx

Anbei schicke ich Ihnen

- Foto des Einlieferungsbelegs
- Detailfoto der Adresse auf dem Beleg
- Uebersichtsbild des an mich zurückgesandten Pakets mit allen Klebern
- Foto der Klingel von Frau xxx der Adressatin

Freundliche Grüsse
A.Horvath

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Am 26. Juli 2017 erhalte ich dann erneut ein Mail vom DHL "Kunden"dienst, wobei ich mir jetzt erlaube den Begriff "Kunde" in "Kundendienst" in Gänsefüsschen zu setzen. Aber bildet euch selbst ein Urteil:

Guten Tag, Herr Horvath,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Bitte entschuldigen Sie, dass ich mich erst jetzt bei Ihnen melde. Wie Sie uns mitteilen, wurde Ihre Sendung unberechtigt zurückgesendet. Hierfür bitte ich Sie um Entschuldigung. Natürlich habe ich mich sofort darum gekümmert und die Kollegen vor Ort informiert. Sie werden dafür sorgen, dass so etwas möglichst nicht mehr passiert. Wenn Sie hierzu Fragen haben, dann melden Sie sich einfach – meine Kollegen und ich sind gerne für Sie da. Damit wir Ihr Anliegen schneller bearbeiten können, nennen Sie uns bitte die Vorgangsnummer xxxxx.
 
Beste Grüße
xxxxx xxxxx
Kundenservice
DHL Paket GmbH


Das ist doch jetzt eine Standardantwort, die mit keinem Wort auf meine zwei Anliegen eingeht. Zur Erinnerung, in meiner Beschwerde hat "Kunde" doch geschrieben: "Teilen Sie mir bitte mit, was hier schief gelaufen ist und wie sie gedenken mir meine Kosten zu vergüten."

Jetzt komme ich langsam in Fahrt, und antworte gleichentags:

Frau xxxxx
Besten Dank für Ihr eMail. Mit Verlaub, Ihre Antwort befriedigt mich nicht.
In meiner Beschwerde habe ich klar zum Ausdruck gebracht, dass weder ich als Absender noch die Adressatin einen Fehler gemacht haben. Nebst den Umtrieben, die ich und die Adressatin hatten, sind mir zusätzliche Portokosten in Höhe von 26.99 EUR entstanden. In Ihrem Mail legen Sie nicht dar, wie es zum Fehler auf Seiten DHL gekommen ist und erwähnen nicht, wie Sie meine Zusatzkosten zu vergüten gedenken.
Gerne erwarte ich Ihre Antwort bis am Freitag 28.7.2017 und verbleibe in der Zwischenzeit freundlich.
Andreas Horvath

fishgimmicks
Andreas Horvath
Fischerlistrasse 8
CH 8552 Felben-Wellhausen
+41 79 249 57 12
info@andreas-horvath.ch
https://www.fishgimmicks.com

Am 3. August 2017 erhalte ich dann wiederum ein Mail von DHL. Diesmal ist dem Mail eine PDF angehängt mit einem ordentlichen Brief drin; offenbar habe ich jetzt bereits Support Stufe 2 erreicht mit meiner Hartnäckigkeit. Im Schreiben steht:

Vorgangsnr. xxxxx
-
bcbmcsc@deutschepost.de
03.08.2017
Ihre Beschwerde vom 25.07.2017 zu der Sendungsnummer xxxxx

Guten Tag, Herr Horvath,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Sie möchten für die Rücksendung Ihres Paketes die Kosten erstattet haben. Gerne haben wir für Sie recherchiert und festgestellt: Ihre Sendung konnte nicht an den Empfänger in Deutschland zugestellt werden und wurde deshalb an Sie in die Schweiz zurückgesendet. Nach unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen PAKET/EXPRESS (NATIONAL) ist bei einer vereinbarten inländischen Beförderung eine Absenderangabe in Deutschland erforderlich. Dies war in Ihrem Fall nicht gegeben. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir die angefallenen Kosten deshalb nicht erstatten können.
Wenn Sie hierzu noch Fragen haben, dann melden Sie sich einfach - wir sind gerne für Sie da. Damit wir Ihr Anliegen schneller bearbeiten können, nennen Sie uns bitte die Vorgangsnummer 1-2720366161.
Beste Grüsse
i. A.
xxxxx

Okay, da haben Sie natürlich einen Punkt. Ich habe nationales Porto bezahlt, also erfolgt die Rücksendung an die Absenderadresse in der Schweiz zu meinen eigenen Kosten, das kann ich akzeptieren. Aber ist euch etwas aufgefallen? Ich möchte nochmals meinen ursprüngliche Beschwerde zitieren, da steht nämlich: "
Mir sind folgende Zusatzkosten entstanden:
- 6.99 EUR Porto
- 20 CHF für die Entgegennahme des rückgesendeten Pakets."
Die 20 CHF Schadenersatz hat DHL ausgeräumt, aber geht mit keinem Wort auf die 6.99 EUR nationales Porto ein. So nicht, Freundchen, ich setze mich erneut an den PC und schreibe zurück. Allgemeine Geschäftsbedingungen zitieren kann ich nämlich auch:

Frau xxxx
In Punkt 4 "Leistungen der DHL“ Abschnitt 1 Ihrer Allgemeiner Geschäftsbedingungen steht: DHL befördert die Sendungen zum Bestimmungsort und liefert sie an den Empfänger ab.
Da DHL das Paket aufgrund eigenen Verschuldens nicht beim Empfänger abgeliefert hat, hat sie die Leistung nicht erbracht und ist somit in Verzug. DHL schuldet mir somit das Entgelt für die Beförderung von 6.99 EUR.
Ich bitte Sie mir den Betrag auf mein Konto:
[meine Kontoinformationen|
zu überweisen. Ich erwarte den Zahlungseingang innert 10 Arbeitstagen bis spätestens 17. August 2017.
Mit freundlichen Grüssen
Andreas Horvath

fishgimmicks
Andreas Horvath
Fischerlistrasse 8
CH 8552 Felben-Wellhausen
+41 79 249 57 12
info@andreas-horvath.ch
https://www.fishgimmicks.com


Wenigstens muss ich diesmal nicht lange auf die Antwort warten, diese kommt nämlich schon am nächsten Tag:

bcbmcsc@deutschepost.de
04.08.2017
Ihre Beschwerde vom 25.07.2017 zu der Sendungsnummer 357410194060
Guten Tag, Herr Horvath,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Es tut uns leid, dass Sie mit unserer Antwort nicht einverstanden sind. Wir versichern Ihnen, dass wir Ihrem Anliegen sorgfältig nachgegangen sind und intensiv
recherchiert haben. Darüber hinausgehende Recherchen sind leider nicht möglich. Deshalb bitten wir Sie um Verständnis, dass wir Ihnen auch heute kein anderes Ergebnis als in unserem Schreiben vom 03.08.2017 mitteilen können. Eine Haftung für den vorliegenden Fall schließen unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen aus. Wenn Sie künftig wieder mit unserem Service zufrieden sind, freuen wir uns. Wenn Sie hierzu noch Fragen haben, dann melden Sie sich einfach - wir sind gerne für Sie da. Damit wir Ihr Anliegen schneller bearbeiten können, nennen Sie uns bitte die Vorgangsnummer xxxxx
Beste Grüsse
Ihr Kundenservice

Allgemeine Informationspflicht nach § 37 Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG): Sollte eine Beilegung unserer Streitigkeit in o. a. Angelegenheit mit diesem Schreiben
nicht gelungen sein, sind wir gesetzlich dazu verpflichtet, Sie auf die zuständige Verbraucherschlichtungsstelle hinzuweisen: Schlichtungsstelle Post (Referat 318), Bundesnetzagentur, Tulpenfeld 4, 53113 Bonn, E-Mail-Adresse: schlichtungsstelle-post@bnetza.de, Website: http://www.bundesnetzagentur.de, Telefon: +49 228 14 2222 Wir nehmen jedoch nicht an einem Streitbeilegungsverfahren vor der oben genannten Verbraucherschlichtungsstelle teil.

DHL hat jetzt also auf stur geschaltet und verweist mich an die Schlichtungsstelle. Das ganze Theater jetzt noch da weiterzuziehen ist dann selbst mir zu blöde und so wechsle ich das Medium: Ich rufe auf die angegebene Nummer an und verlange mündliche Auskunft. Die Dame am Telefon liesst sich in meinen Fall ein und kann dann spontan meine Frage, warum mir denn das Porto von 6.99 EUR nicht vergütet wird, keine Antwort geben. Sie bittet mich zu warten, sie müsse das abklären. Nach einigen Minuten Wartezeit kommt die Dame zurück und bietet mir einen Coupon-Code an womit ich ein Nationales Paket aufgeben könne. Ich akzeptiere das Angebot und bedanke mich, bringe dann aber meinen Unmut, dass mir diese Lösung erst jetzt am Telefon und in keinem der Schreiben angeboten wurde, zum Ausdruck. Die Dame betont, dass mir dies aus Kulanzgründen gewährt werde und vermittelt mir damit den Eindruck, dass ich auf die Entschädigung eigentlich keinen Rechtsanspruch hätte. Dies schmälert zwar meine Genugtuung aber die Sache ist mir jetzt zu blöde geworden und somit nehme ich halt diesen Kulanzcoupon, wünsche ein schönes Wochenende und lege auf. Immerhin bleibt mir die Befriedigung, meinem Ärger mittels ausführlichem Blogeintrag Luft verschaffen zu können.

Austauschmotor

Wie im letzten Beitrag geschrieben, ist der Motor meines Abschäumerreinigers in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Zum Glück finde ich einen Ersatzmotor bei Mrutzek und dieser trifft vor ein paar Tagen bei mir ein. Bevor ich den Motor montiere, treffe ich Vorkehrungen, dass dieser so lange wie möglich im Trockenen seinen Job verrichten kann: Salzwasser kann ja so gemein sein zu Motoren! Ich entferne alle O-Ringe, wobei mir ein kleines Plastikteil aus meiner U/W-Fotoausrüstung gute Dienste leistet: Zur Not könnte man auch die Platinum-American-Express-Karte verwenden, sofern man hat. Ich reinige die O-Ringe unter fliessendem Wasser und entferne mit einem feuchten Papier den Dreck aus den Nuten so gut es geht (Die Elektronik ist nicht vollständig vergossen, ich kann also nicht den ganzen Deckel unter Wasser spülen). Die O-Ringe bekommen einen Hauch Silikonfett verpasst, damit sie weitere 10 Jahre lang ihren dichtenden Dienst verrichten können.

Das Wiederaufsetzen des Deckels ist etwas knifflig und bei der Montage bricht mir die Elektronikeinheit, die am Deckel angeklebt ist, ab. Ich klebe Sie mit UHU Repair Max wieder ein und lasse die Klebestelle unter Druck einer Schraubzwinge ein paar Stunden trocknen. Am Abend vollende ich dann mein Werk und nehme den Abschäumerreiniger wieder in Betrieb.


Abschaum quillt aus dem Loch im Deckel


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Ratespiel: Welcher Motor ist alt, welcher neu?


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Werkzeug für O-Ring Pflege


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Etwas knifflig den O-Ring da rauszubekommen


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O-Ringe und Deckel sind sauber geputzt


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Das ist etwa die Silikonmenge für ein bis zwei O-Ringe


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Alle O-Ringe sind wieder an ihrem Platz


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Der Motor ist eingebaut und die Kühlerhaube geschlossen


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Karosserie und Fahrwerk sind auch wieder dran


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Jetzt schnurrt er wieder wie ein Kätzchen


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Alte Liebe rostet doch

Es gibt viele Lebensweisheiten, doch die meisten stimmen nicht:
- Voller Bauch studiert nicht gern; was für ein Unsinn, noch weniger angenehm studiert es sich mit knurrendem Magen!
- Zu viele Köche verderben dein Brei; Wer so was von sich gibt, hat noch nie einen Blick in eine Hotelküche geworfen: Da sind Dutzende Köche am Werken und ich habe noch nie einen verdorbenen Brei serviert bekommen
- Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen; wer so was glaubt, soll an einem schönen Sonntag mal in den Himmel schauen in der Nähe eines Fallschirmübungsplatzes
- Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiss nie was man bekommt; hier handelt es sich wirklich um eine Weisheit, da kann man nicht dagegen wettern (niemand will sich mit Mama Gump anlegen!)

In diesem Beitrag beleuchten wir den Spruch "Alte Liebe rostet nicht" etwas genauer. Seit geschätzten 6 oder 7 Jahren bin ich Besitzer eines Vertex Vectra Abschäumerreinigers. Das Ding ist zweifellos alt aber es sorgt für grössere Reinigungsintervalle an meinem Abschäumer (jeweils Sonntags ist bei mir Abschäumerreinigungstag) und für gleichbleibend gute Abschäumerleistung. Weil es seinen Dienst still und ohne Murren verrichtet, liebe ich meinen Vertex Vectra heiss. Vor etwa 2 Jahren oder so, ist mir allerdings aufgefallen, dass sich in seinem Innern Kondenswasser breit macht. Wasser, insbesondere Salzwasser, und Elektronik sind wie Hund und Katz und darum zerlege ich den Vectra, reinige gründlich seine Innereien und sein Gekröse und spendiere ihm ein Silikagel-Beutelchen von meiner U/W-Kameraausrüstung. So weit so gut, der Vectra macht seither, von einer Schaltuhr gesteuert, alle paar Stunden für eine Minute seine Runden und schabt den Schmutz vom Steigrohr meines Abschäumers.

Weil heute Sonntag ist, ist Abschäumerreinigungstag, und so entleere ich die Gülle aus meinem Abschäumer, reinige den Deckel und das Steigrohr. Nachdem alles blitzeblank ist, setze ich den Deckel auf den Abschäumer und drücke, wie ich das routinemässig nach jeder Reinigung mache, die Ein-Taste an meiner Schaltuhr. Nichts passiert. Ich drücke nochmals aber der Vertex Vectra zuckt nur weidwund. Er wird doch nicht etwa seinen Odem ausgehaucht haben? Ich zerlege meine alte Liebe und wie ich den Motor freilege weiss ich: "Alte Liebe rostet doch!"

Ich versuche mit Kriechöl den Motor wieder zum Leben zu erwecken, er hat ja immerhin noch etwas Kammerflimmern, aber meine Hoffnung ist nicht allzu gross. Ich setze mich an meinen Mac und schicke Tante Google auf die Reise mit der Suchanfrage "Vertex Vectra Ersatzteile". Schon ein paar Hundertstelsekunden später, kommt die Tante mit einem ganzen Korb voller Resultate. Tatsächlich bekommt man die ganze Motoreinheit (diese wird gesondert von den Deckeln verkauft) für Beträge um 190 CHF/EUR. Bei Mrutzek werde ich fündig, denn da gibt es auch den Motor alleine für 52.90 EUR. Als Lieferzeit ist "nach individueller Absprache" angegeben, was mich etwas beunruhigt. Ich habe gehört, dass es bei Vertex einen Besitzerwechsel gegeben hat und finde den Vectra auch nicht mehr auf deren Website. Ich hoffe Mrutzek kann noch einen Ersatzmotor für mich auftreiben, ansonsten werde ich zähneknirschend für 190 CHF meine alte Liebe ersetzen müssen.


Der Vertex Vectra Abschäumerreiniger liegt zerlegt auf der Werkbank


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Das Silicagel-Beutelchen hat nicht viel gebracht - respektive ich hätte es häufiger wechseln sollen


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Ich versuche mit Sprühlöl den Motor wieder zum Leben zu erwecken - vermutlich könnte ich ihn auch küssen und er würde sich eher in einen schönen Prinzen verwandeln


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Wer solchen Schaden vermeiden will, sollte diese O-Ringe öfters fetten oder ersetzen


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Bushido lässt mich hängen

Ich bin diese Woche von Montag bis Mittwoch in Berlin an einer Konferenz überI nformationssicherheit. Vermutlich können sich die wenigsten etwas darunter vorstellen was denn das ist. Vereinfacht gesagt, kann man sagen, dass es bei Informationssicherheit darum geht, die Verfügbarkeit, die Vertraulichkeit und die Integrität von Informationen in einer Organisation sicherzustellen. Da die meiste Information in Unternehmen heute auf Computern gespeichert und verarbeitet werden, geht es natürlich meistens um die Sicherheit von IT Systemen aber das Thema ist breiter und umfasst zum Beispiel auch die Überprüfung von Referenzen von Bewerbern im Einstellungsprozess oder das Management von Subunternehmern.

Die Konferenz bietet spannende Vorträge und interessante Gespräche mit Verantwortlichen von Informationssicherheit in anderen Betrieben und Lösungsanbietern. Die Veranstaltung endet heute kurz nach 16 Uhr und da mein Rückflug erst um 21:25 ist, bleibt mir dazwischen ausreichend Zeit für Aktivitäten. Die üblichen Sehenswürdigkeiten habe ich bereits am Montag nach der Anreise abgeklappert einschliesslich des Sealife mit der Fahrt im Fahrstuhl durch das 1 Million Liter Meerwasser fassende Aquarium im Atrium des angrenzenden Hotels. Mir verbleiben zwei Optionen: Ich könnte an der Rezeption fragen, ob ich, trotz dass ich schon am Morgen ausgecheckt habe, das hoteleigene Spa benutzen könnte um meine Apnoefertigkeiten zu trainieren oder aber ich nehme mir ein Taxi und lasse mich 40 Minuten in die vom Flughafen abgewandte Seite der Stadt fahren um dem vor nicht allzu langer Zeit eröffneten Meerwassergeschäft des Rappers Bushido einen Besuch abzustatten. Da ich Hip Hop zugeneigt bin (wenn auch nicht der Musik von Bushido) und ich meinen Lesern wieder einmal einen ordentlichen Blog-Eintrag schulde, verzichte ich zugunsten von Bushido aufs Luftanhalten und setze mich ins nächste Taxi.

Ich unterhalte mich mit dem Taxifahrer, einem in Deutschland geborenen türkischstämmigen 36-Jährigem und glühendem Anhänger von Präsident Erdogan. Da ich gerne die Informationsblase zuweilen verlasse, höre ich aufmerksam seinen Argumenten zu. Dass Erdogan in seinem Land eine Krankenversicherung für alle eingeführt hat, wusste ich nicht, das wäre also eine Art "Erdogancare". Der Konflikt mit den Kurden sei befriedet und die PKK eine mit aller Schärfe zu verfolgende Terrororganisation, werde ich von meinem Fahrer aufgeklärt. Da ich zwei wichtige Grundsätze beherzige, die da sind 1) Jeder darf seine eigene Meinung haben und 2) Fange mit deinem Taxifahren keinen Streit an, verläuft die Fahrt zu Bushido friedlich und harmonisch. Ich vereinbare mit dem Fahrer, dass er auf mich wartet und ich maximal eine halbe Stunde im Geschäft verbringen werde, während er sein verspätetes Mittagessen oder vorgezogenes Abendbrot isst.

Endlich am Hindenburgdamm 56 angekommen, bin ich ob der diskreten äusseren Erscheinung des Ladens etwas irritiert. Meine Erwartung war die eines Aquarienpalasts mit Glamour, Protz, Musik, Scheinwerferlicht und einem fetten Rausschmeisser mit Goldkette vor der Türe. Na gut, man soll ein Geschäft nicht nach seiner äusseren Erscheinung beurteilen, wie auch nicht einen Präsidenten nach seinem Umgang mit Presse und Meinungsfreiheit! Ich schreite beherzt ins Innere des Ladens und sehe da zwei Mini-Bushidos am Tisch sitzen und gelangweilt reden. Im Geschäft stehen zwei gegen 5 Meter lange Acrylbecken am Boden und dann noch weitere Becken an den Wänden. Die Becken sind bis auf wenige Muscheln leergeräumt, dreckig, aussen voller Salzränder und der ganze Laden sieht aus wie kurz nach dem Schlussverkauf. Nachdem ich sehr irritiert die Becken abgelaufen bin und um die Ecke in den Nebenraum linse ob da noch weitere Becken stehen, werde ich vom bärtigen Bushido-Verschnitt angesprochen, ob er mir helfen könne. Ich verneine und meine, dass ich mich nur mal umschauen würde um dann aber wenig später anzufügen: "Bauen Sie grad um?" Daraufhin meint der bärtige Rapper: "Nö, wir hören auf!". Ich, etwas verdutzt: "Ach, ist der Laden nicht gut gelaufen?", woraufhin der tappende Ladenhüter entgegnet: "Doch, aber keine Lust mehr". Na gut, denke ich, da kann man nix machen, verabschiede mich und stehe, sehr zur Verwunderung des glühenden Erdoganverehrers, zwei Minuten später wieder auf der Strasse.

Mein Fahrer meint, dass er gut mit seiner Vesper warten könne und er dieses auch am Flughafen, nachdem er mich abgesetzt habe, verzehren könne.

Falls also meine Leser nächstens in der Hauptstadt des grössten Kantons der Schweiz weilen möchten, meine Lonely Planet Tipps:
- das Sealife ist einen Besuch wert nur schon wegen der Fahrt durch das Hotelbecken per Fahrstuhl
- "Into the Blue" hat keine Lust mehr und Bushido ist im Laden auch nicht anzutreffen sondern nur zwei seiner bärtigen Rowdies
- nie mit Taxifahrern streiten, die sitzen am längeren Hebel (sprich Steuerrad)

Ich kann auch ganz seriös gucken, wenn nötig


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Weil sich die wenigsten etwas unter Informationssicherheit vorstellen können, hier eine strukturierte Übersicht


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Was den Parisern ihr Arc de Triomphe, ist dem Berliner das Brandenburger Tor


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Ein Bild vom Schild am Checkpoint Charly darf in keiner Berlin-Doku fehlen


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Haieier im Sealife


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Technisch ist das Bild grottenschlecht (die Frontkamera des iPhone 6s bei schlechten Lichtverhältnissen ätzt) aber zeigt, dass ich gerne mit Fischen schmuse


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Mit dem Fahrstuhl durch 1 Mio Liter Meerwasser fahren


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Into The Blue - Das Meerwassergeschäft von Rapper Bushido


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And now to something completely different...

Ich bin mir durchaus bewusst, dass es sich hier um ein Meerwasserblog handelt und die Mehrzahl meiner Leser sich ausschliesslich aus dem Grund hier aufhalten, um etwas über Meerwasseraquaristik zu lesen. Grundsätzlich halte ich mich ja auch dran und wenn ich mal was Themenfremdes zu berichten haben, dann drehe und wende ich es wie ein Hütchenspieler, bis ich irgendwann der thematische Link zur Meerwasseraquaristik herbeigezaubert habe. Heute solle es aber mal anders sein und ich erlaube mir einen Artikel zu schreiben, der rein gar nichts mit Meerwasseraquaristik zu tun hat - ausser, dass er von einem Meerwasseraquarianer geschrieben wird und in einem Meerwasserblog steht.

Wie ich gestern spät nach Mitternacht meinen Geschäftskalender für heute checke, stelle ich mit Schrecken fest, dass heute für 8:30 ein Conference-Call angesagt ist, bei dem ich über einen relativ komplexen Sachverhalt referieren muss. Irgendwie ist mir der Termin unter dem Radar durchgeflogen, denn normalerweise bereite ich solche Sachen rechtzeitig vor. Also bin ich heute um 5 Uhr aus den Federn und habe mich noch im Pijama und mit Kaffeetasse vor's Notebook gesetzt und 2 Stunden lang Folien gezeichnet. Dann ab unter die Dusche, mit dem Auto ins Büro und rechtzeitig für 8:30 habe ich dann mit meinen Folien die Zuhörer (darunter meinen Chef) eingelullt und einen einigermassen kompetenten und vorbereiteten Eindruck hinterlassen. Zum Glück sieht man PowerPoint-Folien nicht an, dass die Tinte noch nicht ganz trocken ist und dass sie in aller Eile im Pijama erstellt wurden.

Da ich nächste Woche im Jura einer Klasse Gymnasiasten die Basics von Wirtschaftskunde beibringen werde, muss ich noch ein paar Sachen im Geschäft aufgleisen und bin erst um 19:30 aus dem Büro gekommen. Entsprechend hatte ich auf der Heimfahrt schon Hunger und da ich den Zeitpunkt der Nahrungszufuhr nicht durch Kochvorgänge hinausschieben wollte, hielt ich an der Tankstelle um mir ein leckeres Abendbrot zu kaufen. Meine Gelüste haben mich schon auf der Autobahn zum festen Entschluss gebracht, dass mein Körper heute nach die essentiellen Spurenelemente wie sie nur in kalten Cervelats, frischem Brot, Senf und Majonäse und Bier vorkommen, bedarf. Die Bestandteile meiner Mahlzeit waren wie immer an der Tanke vorrätig und, immer zu Neuem bereit, habe ich die neuste Kreation der hiesigen Brauerei Feldschlösschen gekauft: Ein Weizen Blanche Modern Wheat!

Zu Hause angekommen, war dann meine Mahlzeit schnell vorbereitet und ich setzte mich voller Erwartung an den Tisch. Das Brot knusprig, die Majonäse und der Senf in zwei gleichkrossen Tupfen auf dem Keller und ich war bereit mich dem Genuss dieser einfachen und sehr typischen Mahlzeit der deutschsprachigen Schweiz, hinzugeben. Ein herzhafter Biss in den Cervelat und ich schauderte: WAS IST DAS DENN? Der Cervelat war geschmacklich nicht viel anders, als ich es gewohnt bin, aber das haptische Erlebnis des Abbeissens dieser knackigen Köstlichkeit ging dieser Wurst völlig abhanden. Der Biss war lau, die Zähne fanden keinen Halt und war in etwa mit dem Biss in eine reife Banane vergleichbar. Ich schaue die Wurst an, aber optisch ist sie tadellos, wenn auch mit Löchern wie bei einem Käse. Ich versuche noch einen Biss, vielleicht habe ich ja zufälligerweise auf eine Reihe von Löcher grösseren Durchmessers gebissen? Aber nichts da, die Wurst bleibt im Biss lasch wie ein Stück Nigiri-Sushi ohne Fisch. "Die haben wohl den Lieferanten gewechselt", geht es mir durch den Kopf und ich überprüfe das Etikett der Wurstverpackung: Die Wurst ist von Bell, dem grössten und renommiertesten Anbieter von Fleischwaren in der Schweiz. Erst als ich den Text auf der Verpackung lese, sehe ich, dass es sich um eine Geflügelwurst aus Hühnchen handelt. Ich liebe Hühnchen ganz, gebraten, als Nugget, vom Grill, Pouletschenkel, Pouletflügel, Buffalo Chicken Wings ganz besonders, ich koche mit Hühnerbrühe und gebratene Hühnerhaut finde ich etwas vom Besten überhaupt. Aber warum kommt ein Metzger auf die Idee, einen Cervelat aus Hühnern zu machen? Ob dies eine Art Integrationswurst ist, damit der kleine Yüksel auf der Schulreise auch seinen Cervalat am Stecken ins Feuer halten kann ohne sich wegen seines Verzichts auf Schweinefleisch rechtfertigen zu müssen? Und warum liegt sowas in der Tanke in Griffhöhe im Kühlregal und ist nicht auffällig gekennzeichnet (zum Beispiel durch das Konterfei eines Huhns), damit nicht dem Schweinefleisch zugeneigte Christen versehentlich in leere Löcher beissen?

Na gut, ich will ja nicht so sein: Die Wurst schmeckte nicht übel und über den fehlenden Biss kann man ja hinwegsehen.

In freudiger Erwartung liess ich die Bierdose zischen um mir auf den Schreck einen ordentlichen Schluck des Weizenbiers in den Rachen zu giessen. "Gluck, gluck, gluck" und statt "ahhhhhh" kommt nun aber ein "uuuuuhhh" und dies mit verzerrtem Gesicht. Wieso ist das Bier so mies, liegt da eine tote Maus in der Büchse? Das Bier hat einen höchst befremdlichen Geschmack, der erst im Nachhinein im Abgang überdeutlich zu spüren ist. Der Geschmack an sich ist undefinierbar. Ich schaue mir die Dose genauer an und lese die Inhaltsangabe: Ich stutze bei den Orangenschalen und frage mich, was Orangenschalen in einem Bier zu suchen haben? Der Geschmack erinnert aber auch nicht entfernt an Zitrusfrüchte und so lese ich weiter: "Koriander"! Wer zum Kuckuck kommt nur auf die Idee Koriander, ein Gewürz, welches ich in der indischen Küche durchaus schätze, in ein Bier zu kippen? Ich wage sogar zu behaupten, dass ich nicht nur ein Mitläufer bin in der Gilde derer, die Indische Küche lieben, sondern zu deren Vorreitern gehöre. Meine 2 Jahre Aufenthalt in England haben meine Sinne geschärft für allerlei Curries und somit auch zwangsläufig für Koriander. Wenn auch in einem typischen indischen Lokal an der Bricklane in London pro Tag mehrere Kilogramm Korianders verarbeitet werden, bin ich überzeugt, dass kein ehrwürdiger Indischer Koch auf die Idee kommen würde, Koriander ins Bier zu kippen. Warum macht ein Mensch das, wenn nicht aus purem Sadismus? Ich schlage vor, dass Feldschlösschen ihr Marketing auf das Kundensegment der BDSM-Szene ausrichtet, damit Dominas ihren Kunden Gefühle höchster Ekstase zufügen können durch die schlichte Anweisung: Trink das Bier aus der orangen Büchse!"

Ich bin wirklich nicht heikel und auch kein Kostverächter. Ausser Rahmspinat (insbesondere welchen mit einem Spiegelei obendrauf) esse ich alles und im Wesentlichen beklage ich mich auch nicht, wenn mal etwas nicht so supergut gekocht ist. Dass ich aber in derselben Mahlzeit zweimal so kulinarisch auf die Schippe genommen werde, ist einmalig. Auf jedem Fall haben meine Leser jetzt, wenn auch nicht in aquaristischer Hinsicht, einen Wissensvorsprung herausgeholt: Um Feldschlösschen Weizen Blanche Modern Wheat und das "Bell Pouletfleischerzeugnis geräuchert" sind grosse Bögen zu ziehen! Von dieser Regel soll nur abgewichen werden, wenn man Blog-Autor ist und einem grad kein aquaristisches Thema einfällt um darüber zu schreiben.

Sieht doch ansprechend aus das Feldschösschen Weizen Blanche Modern Wheat


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wtf hat Koriander mit dem Reinheitsgebot zu tun?


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Ein Cervelat aus Federvieh - ist das etwa eine Tarnwurst?


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Was in unseren Seen so zu finden ist

Bei einem meiner Apnoetauchgänge am Freitag entdecke ich in etwa 2 Meter Wassertiefe ein kleines, rechteckiges, schwarzes Kästchen. Ich hebe es auf und betrachte es: Das Kästchen scheint mit Klebeband zugeklebt zu sein und an der Längsseite kommt ein verdrillter Draht zum Vorschein. Ich weiss nicht was es ist, aber mein erster Gedanke ist: Das ist ein Sprengkörper mit Reisszünder! Da ich das Ding nun schon in meiner Hand halte und es noch nicht explodiert ist, kann ich es ja auch ruhig aus dem Wasser nehmen und einen erweiterten Augenschein nehmen. Also nehme ich das Böxchen mit und lege es in einigen Metern Abstand der sonnenbadenden Anita auf die Hafenmauer. Meiner Ausrüstung entledigt und mit Brille inspiziere ich das Kästchen: Es ist überraschend schwer, ob es sich um einen Akku oder ein Ballastgewicht der hier öfter anwesenden Modellschiffler handelt? Ein Akku kann es nicht sein, denn dann müssten ja beide Pole zu sehen sein. Ballastgewicht ist auch unwahrscheinlich, denn zu welchem Behuf würde man da einen verdrillten Draht anbringen?

Da ich meinen Fund ja nicht gut auf der Hafenmauer liegen lassen kann, nehme ich ihn im Kofferraum mit nach Hause. Im schlimmsten Fall ist es eine Art Rauchgranate oder Feuerwerkskörper und so lange ich nicht am Draht ziehe und das Teil einigermassen pfleglich behandle, wird es mir schon nicht in der Hand hochgehen. Das Kästchen mit unbekanntem Inhalt kommt erst mal ins Spülbecken in meiner Garage und geht da auch mal zwei Tage lang vergessen. Erst am Sonntag fällt mir das Kästchen wieder ein und ich untersuche es erneut. Nach Schweizer Armee sieht es nicht aus, da wäre doch irgendwo eine Beschriftung, eine Nummer oder zumindest ein Schweizerkreuz eingeprägt. Mit einem Teppichmesser löse ich die Reste des zerfallenen Klebebandes und öffne den Deckel. In der Erwartung, dass sich mir jetzt etwas Metallschrott oder sonst ein Inhalt, der Rückschluss auf die Funktion des Kästchens offenbart, wird enttäuscht. Das Innere ist mit einer homogenen, rosafarbenen Masse gefüllt, die etwa die Konsistenz von Gips hat. Jetzt, wo klar ist, dass es sich hier nicht um das Werk eines Bastlers, sondern ein industrielles Produkt handelt, rückt die These von der Rauchgranate wieder in den Vordergrund.

Obschon ich nicht gerne Behörden mit meinen Spinnereien belästige, beschliesse ich ein paar Fotos des Gegenstandes zu machen und dieses zur Abklärung der Blindgängermeldestelle zu schicken. Tatsächlich verfügt diese, wie eine kurze Internetrecherche ergibt, über eine Mailadresse und so schreibe ich in etwa eine Kurzversion dessen, was ich hier schon einleitend geschrieben habe.

Während des Restes vom Sonntag und Pfingstmontag bin ich etwas amüsiert, dass auf mein Mail an diese Notfallbehörde keine Antwort erhalte. Die Schweizer Luftwaffe ist nur während der Bürozeiten operativ und so wird es auch mit der Blindgängermeldestelle sein: Wer also an einem schönen Wochenende beim Wandern über Bergwiesen bei der Mittagsrast seinen Allerwertesten versehentlich auf eine Blindgänger setzt, sein Missgeschick bemerkt, vor Schreck zur Salzsäule erstarrt und dessen Weib Lot dann per Handy den Fund meldet, hat sich bis am nächsten Werktag 08:00 zu gedulden, bis er auf behördliche Hilfe hoffen kann.

Heute Vormittag, ich bin gerade auf einem Conference Call zum Thema Security Dashboard, bekomme ich einen Anruf auf mein Handy von einer unbekannten Handynummer. Da sich in letzter Zeit die Krankenkassen-Callcenter immer fiesere Tricks ausdenken, um uns zum Rückruf zu bewegen, denke ich mir nichts weiter dabei. Zu allerletzte würde ich annehmen, dass eine offizielle Meldestelle der Schweizerischen Eidgenossenschaft über keine Festnetzanschlüsse verfügt. Wie ich also später auf die Nummer zurückrufe und mich gedanklich schon darauf einstelle einen dreisten Krankenkassenverkäufer zu verwünschen, meldet sich die Blindgängerfundmeldestelle. "Ach ja, Herr Horvath, Sie sind ja derjenige, der den Nebelkörper gefunden hat!" Ich bin einigermassen verblüfft und frage, ob es sich also tatsächlich um einen Explosivkörper handle. In der Tat: Was ich gefunden habe sei ein "Nebelkörper 300g Nbk" der Schweizer Armee. "Und wie kommt so ein Nebelkörper in den Untersee bei Steckborn?", meine etwas naive Frage. Die habe, wie meistens in solchen Fällen, wohl ein Armeeangehöriger im Dienst entwendet und sich dann später entschlossen, das Ding zu entsorgen. Man kann nun dem Verursacher zu Gute halten, dass er einen Ort für seine Entsorgung gewählt hat, wo normalerweise keine Kinder rankommen aber die deutlich bessere Handlungsalternative wäre es gewesen, das Teil beim nächsten Polizeiposten oder Kaserne abzugeben. Ich gehe davon aus, die Behörde hätte Nachsicht gezeigt angesichts der späten Reue und die Sache wäre ohne weitere Konsequenzen erledigt gewesen. Das Ding einfach in den See zu schmeissen - aus den Augen aus dem Sinn - zeugt nicht gerade davon, dass dich deine Militärzeit zum Mann gemacht hat!

Der nette Herr von der Blindgängermeldestelle bietet mir nun an, eine Patrouille der Miltärpolizei bei mir vorbei zu schicken um das Teil abzuholen oder ich könne es im Zeughaus Frauenfeld abgeben. So lange ich nicht am Draht ziehen würde, sei der Gegenstand nicht sonderlich gefährlich. Obschon ich den Gedanken verlockend finde, meine Nachbarn zu irritieren in dem ein Auto der Militärpolizei vor meinem Haus parkiert, möchte ich Gerüchten über eine allfällige Radikalisierung des ansonsten friedlichen Spinners an der Fischerlistrasse 8 keine Nahrung bieten und schlage vor, dass ich den Nebelkörper bei nächster sich bietender Gelegenheit ins Zeughaus bringe.

Nach dem Anruf suche ich mit Google die Adresse des Zeughauses in Frauenfeld und sehe mir in Google-Maps an, wo ich hinfahren muss. Da es zwischenzeitlich 12:20 geworden ist und wie der Blick auf die Öffnungszeiten bestätigt, hält sich offenbar nebst der Luftwaffe und der Blindgängermeldestelle auch die Eidgenössischen Zeughäuser (die irgendwann in den letzten Jahren in "Retablierungsstellen" umgetauft wurden) strikte an Bürozeiten. Ich hoffe hier jetzt keine militärischen Geheimnisse auszuplaudern, aber falls eine fremde Macht beabsichtigt zu Luft, zu Lande oder zu Wasser in die Schweiz einzudringen um unsere schönen Alpen zu annektieren, habe ich hier einen Tipp für euch, der garantiert dafür sorgen wird, dass euer Vorhaben von Erfolg gekrönt sein wird: Legt den Angriff auf's Wochenende oder auf den Zeitraum zwischen 11:30 und 13:30 und ihr werdet auf wenig Gegenwehr stossen…

Am frühen Nachmittag rufe ich auf die Retablierungsstelle Frauenfeld , Armeelogistikcenter Hinwil, Retablierungsstelle PA an. Da ich lange genug Dienst gemacht habe, stelle ich mich gedanklich auf Folgendes ein: Eine vom Rauchen von Brissagos angerauhte Männerstimme wird abheben und in breitestem Berndeutsch in den Ohrhörer aus Bakelit raunen: "Züüüüghuuus Frouefeld - Wachtmeischter Hääääberli - was wölleder?". Ich werde enttäuscht, respektive positiv überrascht: Eine helle und freundliche Frauenstimme nimmt ab und informiert mich, dass sie bereits heute Vormittag von der Meldestelle über mein baldiges Erscheinen informiert wurde. Sie wisse zwar selber nicht, was sie mit dem Ding anfangen solle aber im Haus gegenüber sei die Militärpolizei und sie werde meine muschelbewachsene Granate nach Erhalt pronto eigenhändig über die Strasse tragen; die Jungs da seien fix und wüssten bestimmt wie damit zu verfahren sei.

Morgen 8 Uhr, werde ich also mein Rauchgranätchen wieder los; ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht…


Ein einfaches schwarzes Kunststoffböxchen, aber der Draht macht mich stutzig


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Dem Muschelbewuchs nach, dürfte das Kästchen ein paar Monate im See gelegen haben


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Wie ich das Kästchen öffne, erhärtet sich meine Vermutung: Das ist kein Bastelwerk eines Modellschifffahrers, sondern ein industrielles Produkt


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Man kann ja nicht immer nur mit dem Kopf unter Wasser sein

Ich liebe es in der Schweiz zu leben: Alles ist perfekt organisiert, die Landschaft ist schön und abwechslungsreich, die Leute umgänglich und zuverlässig; was will man mehr? Einen klitzekleines Wunsch hätte ich anzubringen, liebe Schweiz: Könntest du nicht die Jahreszeiten etwas umorganisieren? Mein Vorschlag wäre der Folgende: Der Winter ist hart, mit Schnee und Temperaturen unter Null Grad vom 1. Dezember bis um 28. Februar. Ab 1. März ist Frühjahr mit singenden Vögeln, blühenden Blumen und knospenden Bäumen und dauert bis 30. April. Ab 1. Mai ist Sommer mit Temperaturen über 20 Grad, im Juli/August ist es richtig heiss mit 30 Grad und mehr und die Badesaison endet am 30. September. Ab 1. Oktober bis 30. November ist Herbst mit farbigen Wäldern, Kürbissen und jungem Wein. Leider wissen wir Nord/West und Ostschweizer aber, dass dies nur ein Traum ist und der Sommer allzu kurz. Das Wetter kann ich nicht ändern, nur mich selber: Aus diesem Grunde habe ich mir vorgenommen schon ganz früh die Tauchsaison zu starten und so lange zu tauchen, bis es einfach nicht mehr geht. So habe ich auch das Pfingswochenende meist am und unter Wasser verbracht: Gestern mit vormittäglichem Monoflossentraining im Schwimmbad, dann einer Laufrunde mit Anita von Steckborn auf den Hügel bis Berlingen und zurück und anschliessend etwas Tieftauchtraining im Untersee. Heute allerdings ist das Wetter trüb und lädt nicht dazu ein am See zu verweilen. Also verbringe ich den Vormittag damit meine Bypassbecken nacheinander zu entleeren und gründlich zu reinigen. Nach gut 2 1/2 Stunden Arbeit erstrahlen die Becken wieder in neuem Glanz. Jetzt rasch unter die Dusche (ich bin ganz verschwitzt und habe mir 2-3 Ladungen Salzwasser über den Latz geleert) und dann kommt Anita. Den Rest des Tages werden wir auf der Pferderennbahn in Frauenfeld verbringen, wo ich hoffe, heuer mein sauer verdientes Geld endlich auf das richtige Pferd zu setzen und nicht auf so eine lahme Mähre wie letztes Jahr…


Meine 3 Bypass-Becken sind wieder tipptopp sauber


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Etwas Sandsturm im Riffbecken


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