Kostenvergleich Triton Methode und Balling

Sobald man sich als Betreiber der Triton-Methode outet und erzählt, was die Methode alles beinhaltet, wird man mit der Frage konfrontiert, wie viel die Methode denn koste. Waaaas, ein Wassertest für 50 CHF, das ist doch horrend! Diese Base Elementz kosten ein Vermögen! Das Pure Salz ist reiner Abriss! Auf die Gegenfrage, was denn das Gegenüber für die Balling Methode für Salz und die verschiedenen Testkits ausgeben würde, bekommt man meist achselzuckend zur Antwort: Ach, das bisschen Salz kostet nicht die Welt, Wasserwechsel mache ich nur selten und Tests kaufe ich nur alle paar Jahre und messen tu ich sowieso nie... So kann also kein vernünftiger Vergleich geführt werden. Darum habe ich den heutigen Sonntagvormittag dazu genutzt um hier mal Klarheit zu schaffen. Wir wollen mit gleichen Ellen messen und nicht Äpfel mit Birnen, Orangen oder sonstigem Obst vergleichen: Also ein sauber geführtes Becken nach Balling vs. einem kontrollierten Becken nach Triton-Methode.

Das sollen die Parameter sein:

- Becken mit 800 Liter Inhalt
- Bei der klassischen Balling Methode wird alle 4 Wochen 15% des Wasservolumens gewechselt, bei der Triton-Methode werden keine Wasserwechsel gemacht
- Es kommt bei beiden Methoden eine Umkehrosmoseanlage zur Anwendung mit einem Wirkungsgrad von 1:4
- Bei Balling werden regelmässig gemessen: Nitrat, Phosphat, Karbonathärte, Calcium, Magnesium. Bei Triton beschränken wir uns auf das Messen der Karbonathärte und dem Phosphatwert, machen aber alle 3 Monate eine ausgedehnte Wasseranalyse. Alle Tests werden mit maximal einjährigen Testkits durchgeführt.
- Der monatliche Verbrauch an Ballinglösung resp. Triton Base Elementz liegt bei 10 Litern (pro Lösung)
- Durchschnittspreise im Schweizer Versandhandel für Salze und Triton Lösungen
- Durchschnittsgebühren in der Schweiz für Wasser und Abwasser
- Es werden jährlich 5 Flaschen Triton Trace Base gekauft um einzelne Elemente zur ergänzen
- Es handelt sich um gut laufende Becken, es sind keine grösseren Korrekturmassnahmen nötig (kein Einsatz von Triton Pure Salz oder Triton Detox)
- Es werden nur die Differenzkosten betrachtet, es handelt sich also um keine Vollkostenbetrachtung (z.B. fehlen die Kosten für das Nachfüllwasser, den Strom, das Futter etc)

Gefühlsmässig hätte ich erwartet, dass die Triton Methode etwas teuerer zu stehen kommt, als wenn man das Becken klassisch mit Balling betreibt. Um so erstaunter war ich dann, dass die Kosten bei obigen Parametern ziemlich genau gleich hoch sind: 1135 CHF pro Jahr für das Triton-Becken und 1144 CHF pro Jahr für das Balling-Becken. Obschon ich die Triton-Methode anwende und bisher damit sehr zufrieden bin, würde ich mich weder als "Triton-Anhänger", noch als "Triton-Jünger" bezeichnen. Ich habe beim Kostenvergleich nicht getrickst und habe versucht objektiv zu sein. Das Excel-Worksheet ist flexibel und transparent, es kann also jeder seine eigenen Parameter eingeben, sollte man mit meiner Betrachtung nicht einverstanden sein.

Hier nun die Details des Kostenvergleiches:

Wassertests:

Hier schlagen bei der Triton-Methode die ICP-OES-Analysen alle 3 Monate mit 200 CHF zu buche. Die Methode basiert auf Steuerung der Zugaben durch Messungen der Karbonathärte, also ist jährlich ein KH-Test für geschätzte 50 CHF fällig. Um zu wissen, wann der Phosphatadsorber gewechselt werden soll, habe ich bei Triton noch die Kosten für einen Phosphattest eingerechnet. Bei Klassisch/Balling rechne ich Kosten von Jährlich 250 CHF für 5 Testkits (Phosphat, Nitrat, Karbonathärte, Calcium, Magnesium). Diese 5 Tests finde ich unumgänglich um ein Becken kontrolliert steuern zu können. Nimmt man Testkits, welche älter als ein Jahr sind, sind die Resultate unzuverlässig und dann ist der Vergleich mit einer ICP-OES Analyse eher unfair.

Triton: 300 CHF/pa, Balling: 250 CHF/pa



Wasserwechsel:

Bei der Balling-Methode sind regelmässige Wasserwechsel nötig um einer Ionenverschiebung vorzubeugen. Empfohlen und in der Praxis bewährt sind Wasserwechsel von 15% des Beckenvolumens alle 4 Wochen. Hierbei fallen Kosten an für das Meersalz. In meinem Preisvergleich habe ich ein hochwertiges Salz eines Markenherstellers (Tropic Marin) einberechnet um der Reinheit der Elemente von Triton gerecht zu werden. Ich gehe davon aus, dass für den Wasserwechsel eine UOA mit einem Wirkungsgrad von 1:4 zum Einsatz kommt. Die Kosten für das Leitungswasser und die in der Schweiz in den meisten Gemeinden dazukommende Abwassergebühr sind berücksichtigt. Bei der Triton-Methode sind keine Wasserwechsel vorgesehen.

Triton: 0 CHF/pa, Balling: 324 CHF/pa.



Korallenversorgung:

Auf der Seite von Balling schlagen die Kosten für die Ballingsalze und die Spurenelementelösungen mit 570 CHF pro Jahr zu buche. Der grösste Posten bei Triton sind die Base-Elementz mit 720 CHF pro Jahr und dazu noch 5 Flaschen verschiedener Zusatzelemente abhängig von den Wasseranalysen. Zu beachten ist, dass diese Fläschchen je nach Grösse 23 CHF oder 30 CHF kosten. Von manchen Spurenelementen werden nur wenige Milliliter verwendet, es kann also davon ausgegangen werden, dass man nach einigen Jahren Triton-Methode ein gut bestücktes Arsenal an Trace Bases zu Hause hat und nur neue Elemente zukaufen muss oder verbrauchte Flaschen ersetzt.

Triton: 835 CHF/pa, Balling: 570 CHF/pa.



Gesamtvergleich: Triton: 1135 CHF/pa, Balling: 1144 CHF/pa



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