Phytoplankton Erster Zuchtansatz

Bei www.plankton-shop.ch in Rorschach bestelle ich Phytoplankton (nannochlorpsis salina), Zooplankton (brachionus rotundiformis) und eine Flasche Dünger. Da diese aber bei sehr kaltem oder heissem Wetter nicht verschickt werden, fahre ich bei Davide von Seaplanet vorbei und bekomme von ihm einen guten halben Liter dichte Phytoplanktonlösung. Mit diesem starte ich meine Kulturen. Die rechte Vase setze ich mit 5 Liter Osmosewasser/Meersalz mit Salinität 35 und einem halben Löffel Phytostabil-Dünger an. Da rein kommen gut 3.5 Deziliter Phytoplanktonlösung. Die Vase rechts setze ich mit 12 Liter gedüngtem Meerwasser an und etwa 1 Deziliter Phytoplankton. Vom Rest behalte ich etwas in der Originaldose und setze noch eine Backupkultur in meinem Büro mit Sonnenlicht an. Sollte im Keller also etwas mit Licht, Temperatur oder Verunreinigungen passieren, habe ich noch eine unabhängige Kultur bei günstiger Temperatur und Sonnenlicht am laufen.

Gemäss plankton-shop.ch soll ich auf folgende Parameter achten:
Salinität 31-35 / Ideal 32
Temperatur 20-26 Grad Celsius
Beleuchtung 12-16 Stunden täglich
Nitratwert 40-60mg/L für die Kultivierung.

Ich werde nun obige Werte für ein paar Tage halten und hoffe die Zucht läuft gut an.

Später am Abend packe ich mein Mikroskop aus und betrachte einen Tropfen aus der zurückbehaltenem Zuchtansatz im Originalbehälter: Ich sehe kleine, grüne Punkte und dazwischen ein paar tropfenförmige Wesen mit wimpernartigen "Beinchen" dran die ihre "Bäuche" dick mit den grünen Kügelchen gefüllt haben. Moment mal, Phytoplankton sind doch Pflanzen oder nicht? Pflanzen sind doch so grüne Dinger die von Sonnenlicht, Wasser und Dünger leben wie Gummibäume, des Nachbar's Hecke, Rosen, Vergissmeinnicht, Tannen und von mir aus noch die fleischfressenden Venusfliegenfallen. Keinesfalls verfügen Pflanzen über Beinchen, suchen aktiv nach Futter, haben grüne Kügelchen im Bauch oder flitzen in der Gegend rum. Was ich da vor mir sehe, ist eine Speisekammer voll von Mäusen! Im Phytoplanktonzuchtansatz hat es Zooplankton (vermutlich
Euplotes) drin, der Ansatz ist "verseucht". Dass die Kultur dennoch bei Davide so gut läuft, kann ich mir nur erklären, dass aus irgendeinem Grund das Zooplankton bei ihm wachstums- respektive fortpflanzungslimitiert ist (z.B. aufgrund zu hoher Salinität) und deshalb die Phytoplanktonzucht nicht zusammenbricht. Ob dies auch bei mir so sein wird, oder ob sich das Zooplankton plötzlich schlagartig vermehrt, ist Glücksache und ich kann das kaum steuern. Ich werde versuchen eine saubere Kultur hinzubekommen (durch abtöten des Zooplanktons mit gesteigerter Salinität und Kontrolle unter dem Mikroskop) oder aber warte bis die bestellten Kulturen von planton-shop.ch bei mir eintreffen und von vorne anfangen.

ein guter halber Liter Phytoplanktonzuchtansatz von Seaplanet


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tief dunkelgrün das Phytowasser von Davide


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Mit 3.5 Deziliter der Stammlösung setze ich einen Kultur mit 5 Liter an


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5 Liter Osmosewasser, Meersalz bis Salinität 35, ein halber Messlöffel Phytostabil Dünger und 3.5 Deziliter der Planktonstammlösung


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9.5 Deziliter Osmose/Meersalzlösung und 0.5 dl Düngerlösung für die Backupkultur


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rasch zwei Löcher in den Deckel der PET-Flasche (da war versehentlich gekaufter saurer statt süsser Most drin) bohren für die Backupkultur


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Mein Backup im Büro falls die Kulturen im Keller zusammenbrechen sollten


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nun lasst sie Party feiern das Jungvolk und ungeschützten Planktonsex haben!


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so was ähnliches sehe ich unter dem Mikroskop herumflitzen (aus
www.kakerlakenparade.de)
euplotes