Nemos von Voni

Philippe, vielen auch als "Voni" bekannt, schreibt mir, dass er ein Ocellaris-Gelege hat, welches den Berechnungen nach am Montagabend schlüpfen sollte. Gegen 23 Uhr schreibt mir dann Voni aber, dass sich keine Larve hat blicken lassen und so hoffen wir auf heute. Tatsächlich bekomme ich dann kurz vor 23 Uhr ein WhatsApp mit Inhalt "Kommst du?". Ich mache mich dann gleich auf den Weg und wie ich dann in Steckborn eintreffe, sind die Larven schon alle abgeschöpft und stehen in einem Salzkübel in der Küche bereit. Während wir überschüssiges Wasser per Schlauch und Schutzsieb in ein Gefäss absaugen um es zurück ins Becken zu geben, höre ich komische Geräusche, unter dem Herd? Tanzen unter Vonis Herd etwa die Mäuse? Die Mäuse entpuppen sich dann als Hund von Valentina und Voni, der aufgeregt unter dem Herd die Überreste der Pfannkuchen oder Rühreier, die Voni zubereitet hat, aufleckt. Voni zeigt mir dann pantomimisch, wie er jeweils mit elegantem Schwung aus den Handgelenken den Inhalt seiner Pfannen zu wenden pflegt… Ein Spitzenkoch also! Bei den Ocellaris-Larven gibt es zum Glück nichts zu wenden und wir schaffen es das überschüssige Wasser abzulassen, ohne dass Larven unter dem Herd landen und zu Hundefutter werden.

Zu Hause angekommen, teile ich die Larven auf zwei Gefässe auf: Etwa die Hälfte der Larven kommen in einen freien Kreiseltank und die andere Hälfte in ein Dennerle Becken. Bei beiden Becken lasse ich über Nacht das Licht brennen, gebe Phytoplankton dazu bis das Wasser leicht grünlich scheint und füttere mit Brachionus, Copepoden und frischgeschlüpften Artemia-Nauplien. Die Nauplien habe ich im grossen Reaktor erbrütet und lasse diese aber noch kurz durch deie schwarze Hobby/Dohse Artemiaschale laufen, damit ich sicher keine Eischalen zu den Fischlarven gebe. Je ein Heizstab in die Becken und die Salinität überprüfen: Jetzt kann ich beruhigt ins Bett gehen!

Die Hälte der Larven darf Karussell fahren


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Hallo kleiner Nemo!


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die zweite Hälfte kommt ins Dennerle Rechteckbecken, denn man soll nie alle Eier in einen Korb legen


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Mit diesen Reaktoren brüte ich die Artemianauplien aus


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Die Artemiaschale ist gut geeignet zur Trennung von Nauplien und Schalen


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Fish & Tipps #4 Meerwasseraquaristik und Social Media

Heute Abend sind Tayfun von aquariumfreaks.tv und Markus von black-fish.ch bei mir um die Folge #4 von Fish & Tipps abzudrehen. Wir führen eine kontroverse Debatte zum Thema "Meerwasseraquaristik und Social Media". Es handelt sich um ein Streitgespräch zwischen Markus und mir um den Stellenwert von Büchern, Aquarienvereinen, Diskussionsforen, Gruppenchats und Facebook. Bei Facebook sind wir uns ziemlich einig, dass die Frage- und Beratungsqualität meist gegen Null tendiert. Beim Thema Bücher haben wir geteilte Auffassung: Markus schmökert für sein Leben gerne in Aquarienbüchern, während ich mir Informationen lieber aus dem Netz ziehe. Seht selber wie Markus und ich um Argumente ringen, was das beste Medium für Meerwasseraquarianer ist. Die Diskussion wird moderiert vom aquariumfreaks.tv Anchorman Tayfun.

Nachdem die Kameraleute mit ihren Stativen, die Beleuchter mit ihren Lampen, die Visagistinnen mit ihren Puderquasten und der Regisseur mit seinem Klappstühlchen abgezogen sind, kehrt bei mir wieder Ruhe ein. Das hochqualifizierte Post-Produktion-Team wird jetzt das Video nachbearbeiten und das Heer von Toningenieuren den Sound aufpeppen. In anderen Worten: Tayfun wirft seinen Amiga an, schneidet alle Szenen raus wo wir in der Nase popeln oder am Gemächt kratzen und lädt anschliessend das Video per Akustikkoppler ins Netz. Das dürfte zirka eine Woche dauern: Wir können uns also schon freuen!

Wo Argumente nicht helfen, da fliegen die Fäuste!


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Ich debatiere mit Markus grad über Diskussionsforen


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Markus hält nicht viel von Facebook


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Ein Blick hinter die Kulissen


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Wirken Cerithium Echinatum Nadelschnecken gegen Cyanos?

Gestern Abend bin ich bei Philippe von korallen-phil.ch in Kreuzungen.Ich kenne Philippe vom Meerwasser-WhatsApp-Gruppenchat und seit Mai betreibt er einen kleinen Laden im Keller seines Wohnhauses. Beim Besuch seines Webshops stosse ich auf cerithium echinatum Nadelschnecken, welche gegen Cyanos helfen sollen. Obschon mich Philippe darauf hinweist, dass er selber nicht beobachten konnte, dass die Schnecken wirklich Cyanos fressen, will ich selber einen Versuch starten und kaufe 10 Schnecken. Zu Hause stelle ich meine Fischfalle ohne Deckel mit der Öffnung nach unten in den Sand und lasse die Schnecken darunter frei. Auf diese Weise will ich feststellen, ob die Cyanos unter dem Frassdruck der Schnecken tatsächlich zurückgehen oder nicht.

Wie ich dann heute von der Arbeit nach Hause komme, bin ich ziemlich erstaunt: In der Tat hat es unter der Fischfalle scharf abgegrenzt deutlich weniger Cyanos als rundherum! Bevor ich nun in Euphorie ausbreche und im Facebook die strategische Wunderbombe im Kampf gegen Cyanos ausrufe, will ich erst meinen Versuchsaufbau analysieren: Unter dem Glas sind nebst den Schnecken auch andere Bedingungen als rundherum: Es gibt keine Strömung unter dem Glas und weil sich auch schon Schwebeteilchen auf dem Glas abgesetzt haben, dringt auch weniger Licht auf den Sand als rundherum. Des weiteren filtert Glas die UV-Anteile des Lichtes. Vielleicht ist es auch einfach nur der Effekt, dass ich die Umweltbedingungen für die Cyanos unter der Haube geändert habe und diese nun darauf verschnupft reagieren? Ideal wäre es, wenn ich eine zweite identische Fischfalle hätte, um daneben gleichzeitig einen Vergleichstest zu machen könnte. Da ich aber nur über eine Falle verfüge, muss ich die Gegenprobe anders machen: Ich werde die Schecken aus der Fischfalle nehmen und diese um ein paar Zentimeter versetzen. Wenn nun auch da die Cyanos zurückgehen, dann geht der Effekt nicht auf's Konto der Schnecken.

Morgen wissen wir mehr…

Die Fischfalle mit den Nadelschnecken


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Vor allem gegen hinten ist zu erkennen, dass rund um die Fischfalle deutlich mehr Cyanos sind als drinnen


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Tunze Turbelle Stream 3

Ich bin heute mal wieder bei Aquaristik Pascal in Konstanz. Eigentlich bin ich schon am Gehen, da fragt mich Pascal, ob ich die Turbelle Stream 3 von Tunze schon gesehen habe. "Im Video schon und auf Bildern, aber noch nie live", antworte ich. Er zeigt mir dann die Pumpe in einem seiner Becken und diese macht augenscheinlich ordentlich Wind zwischen den Korallenstöcken. Was mir dann aber gleich auffällt, ist, dass der Pumpenkörper im Pulsbetrieb merklich hin und her schwankt. Ich frage Pascal, wie es um die Wartbarkeit steht, da in dieser Hinsicht die von mir verwendete Maxspect Gyre grottenschlecht ist. Pascal nimmt eine neue Pumpe aus der Schachtel und zerlegt dies auf dem Tresen. Hier mag das Produkt von Tunze nun zu punkten: Der Motorblock ist vollständig vergossen und auch der Rotor und Propeller sind fest miteinander verbunden. Bei dieser Pumpe ist Tunze nun auch von den weissen Keramikachsen abgerückt, die in diesen weissen Keramiklagern stecken welche wiederum in die Gummipuffer kommen. Jeder der das kennt, weiss, dass die Gummidinger allzu oft zerquetscht werden und diese mitsamt der Keramiklager die Tendenz haben in den Ausguss zu kullern. Ich habe von Betreibern von Kläranlagen gehört, dass diese Eimerweise diese Tunze-Teile aus ihren Rechen holen um sie dann auf eBay an Meerwasseraquarianer zu verkaufen. Auffällig viele Mitarbeiter von Kläranlagen fahren übrigens die Sportmodelle von BMW und Audi…

Die gute Wartbarkeit und damit wenig Ärger beim Reinigen der Pumpen bringen mich dann dazu, dass ich mir so ein Teil kaufe. Einmal mehr zeigt sich, dass ich gegen die Kunst eines guten Verkäufers nicht immun bin.

Nachdem ich die Pumpe zu Hause eingehend auf der Küchenkombination untersucht und fotografiert habe, setze ich diese in die rechte hintere Ecke meines Aquariums. Die Haltekraft der Magnethalter scheint mir bei meinem 19mm Glas doch etwas schwach zu sein, dass ich von ein paar kurzen Tests abgesehen, davon absehe die Pumpe da zu montieren. Also kommt die Pumpe an den Schacht und die Haltemagnete an das 13mm Glas des Schachtes. Auch hier ist es aber so, dass sich schon nach kurzer Zeit die Pumpe aus der Senkrechten nach hinten neigt und somit der Strahl nach oben zeigt. Also kommt die Pumpe bis ganz an die Seitenscheibe, was dann allerdings zum Scheibenputzen nicht mehr ganz so ideal ist. Gemäss Tunze-Seite gibt es stärkere Magnethalterungen zu dieser Pumpe. Allenfalls passen ja auch die Magneten der älteren Turbelles; werde mal in meinem Keller nachsehen.

Die Pumpe macht ordentlich Druck in meinem Becken, scheint mir gefühlsmässig aber unter der Leistung der Maxspect Gyre 150 zu liegen. Erst muss ich noch mit den Einstellungen herumspielen, denn ich habe die perfekte Welle zum surfen noch nicht hinbekommen.


Die Tunze Turbelle Stream 3 liegt auf meiner Küchenablage


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Ist schön verpackt das Ding: Von der Frischhaltefolie um den Motorblock rum mal abgesehn


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Alle Teile liegen vor mir


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Erst mal inspiziere ich die Magnethalterung mit Gummipuffern


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Ob die Gummipuffer im Praxiseinsatz halten?


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Die Pumpe ist recht schwer und wirkt hochwertig


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4 Clips halten verdrehsicher den Pumpenkopf: Sie sehen stabil genug aus, dass sie nicht grad wegbrechen


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Wie süss: Das Strumpfband von Bambi liegt bei!


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Die Halteplatte für die Gummipuffer kann man wegnehmen


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Ob die allerdings ein Leben lang halten, wage ich zu bezweifeln. Gut ist, dass die Ersatzteilversorgung von Tunze i.d.R. auch nach Jahren noch klappt


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Mit Spucke kriege ich die Gummipuffer in die Löcher: Sehr wohl ist mir dabei aber nicht: Gibt es da technisch keine bessere Lösung?


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Der Rotor und der Propeller bilden eine Einheit: Zum Glück keine dieser Keramikachsen und den Tunze-üblichen in Gummi gelagerte Keramiklager!


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Das ist ja mal clever: Die Achse wird unten von einer Halbkugel gestützt


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Diese lagert in einer Kunststoffpfanne: Leider wieder so ein Verlier-Teil ("Mist, schon wieder durch das Abflusssieb geflutscht!")


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Mit etwas Kraft drückt man den Rotor nach unten bis er einrastet


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Das Entfernen des Siebaufsatzes bereitet etwas Kopfzerbrechen: Einfach mutig mit etwas Kraft daran ziehen, dann geht es ab: In dieser Konfiguration hat die Pumpe die höchste Leistung, allerdings in axialer Richtung und wer will das schon?


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Dieser Aufsatz lenkt den Wasserstrahl um 90 Grad ab


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Die Pumpe ist zwar kleiner, als ich gedacht habe, aber so richtig diskret ist ihr Äusseres dann doch auch nicht


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Grosser Kritikpunkt: Sichtbarer Kabelsalat wegen nicht-steckbarem Kabel


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Austern mit Inhalt

Mein Sohn, ernährt sich sehr typisch für einen 17-Jährigen: Er bezieht seine Bau- und Betriebsstoffe im Wesentlichen aus Pizza, Spaghetti, Eiscreme, Schokolade und Keksen. Was mich einigermassen erstaunt ist, wie er bei dieser unausgewogenen Diät und ohne Sonnenlicht, frischer Luft und Dauerberieselung von iPhone, YouTube, Instagram und Co. dennoch schulische Höchstleistung zu erbringen vermag und darüberhinaus einen Kopf grösser als ich gewachsen ist. Vermutlich ist aufgrund evolutionärer Anpassungen an das Informationszeitalter ein Körper eines Jungendlichen des 21. Jahrhunderts in der Lage raffinierten Zucker direkt in Knochen- und Muskelzellen und Lateinvokabeln umzuwandeln.
Eine kulinarische Besonderheit hat Silveraufzuweisen: Er liebt Austern! Da ich die Zufuhr von maritimem Protein in den Monaten, die auf "r" enden als förderungswürdig erachte, kriegt er dann und wann ein halbes Dutzend dieser Leckereien als Vorspeise serviert. So stehen auch heute, als Vorspeise vor der selbstzubereiteten Pizza Margherita, Austern auf unserem Speisezettel. Damit mein Sohn, sollte mich der Blitz beim Joggen erschlagen oder mich ein Flixbus beim Überqueren der Strasse übersehen, nicht auf Austern verzichten muss, bringe ich ihm bei, wie man diese Dinger öffnet. In Paris gibt es viele Restaurants, wo draussen unter einem Vordach die Meeresfrüchteplatten zubereitet werden. Vor diesen Ständen verweile ich hin und wieder und betrachte das geschickte Tun der Meeresfrüchtezubereiter (ob das wohl ein Beruf ist, den man richtig erlernen kann mit Abschluss und so?). Daraufhin habe ich mir dann so ein Austernmesser zugelegt und mir autodidaktisch das Öffnen beigebracht. Mittlerweile bin ich schon recht gewandt darin und habe mir bislang das spitze Messer auch noch nicht zwischen die Handknöchelchen gerammt. So will ich nun mein Wissen der nächsten Generation weitergeben, sodass noch viele Horvath-Teenagern sich an dieser Köstlichkeit erfreuen können.

Also öffnen und schlürfen wir abwechslungsweise Austern in der Küche, während ich die Pizza belege. Bei einer der Auster stossen wir auf unerwarteten Inhalt: In der Auster versteckt sich allerdings keine Perle, sondern eine kleine Krabbe. Ohne jetzt gross recherchiert zu haben, um was für eine Krabbe es sich da handeln könnte, gehe ich davon aus, dass es eine auf Austern spezialisierte Krabbe handelt, die es durch einen Trick (vielleicht lähmt sie kurzfristig ihren Wirt mittels eines Krabbenopiats?) versteht in die geöffnete Auster zu steigen um diese dann von Innen langsam zu verspeisen. Bei unserem Exemplar der Krabbe muss dann allerdings etwas schief gelaufen sein, denn sie wurde im Innern der Muscheln gefangen und dann aus der Normandie bis in den Coop Grüze Winterthur verschifft um schlussendlich - und das ist nun ein richtiger 6er im Lotto für die Krabbe - in der Küche eines Meerwasseraquarianers zu landen! Die Krabbe kommt mitsamt der angefressenen Auster, die weder mein Sprössling noch ich essen mögen, in mein Aquarium. Falls meine Theorie stimmt, handelt es sich bei der Krabbe um einen Nahrungsspezialisten und ich befürchte ohne regelmässige Zufuhr von Marennes-Oléron N 1, wird der Kleine bei mir zu Grunde gehen. Hoffen wir, dass er sich an Frostfutter gewöhnen kann: Zwischendurch soll er, wenigstens zwischen September und Februar, ab und zu eine Auster bekommen!

Das Austernmesser in Aktion


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Was sehen wir denn da: Eine Krabbe in der Auster!


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Mein Segelflossendoktor mag Austern fast so gerne wie mein Sohn


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Junkie on Tour - Jetzt bitte keine Verkehrskontrolle!

Ich bin heute Nachmittag am Mac beschäftigt meinen Jahresabschluss von Fishgimmicks zu machen. Ich habe zwar theoretische Kenntnisse von Buchhaltung aber mir fehlt die Praxis und so versuche meine Rohmaterialien, die ich in der Bilanz als Aktive habe, in die Erfolgsrechnung umbuchen. Wie üblich bei solchen Sachen vergeht die Zeit wie im Fluge und dann ist es schon 15:30. Dabei will ich doch heute noch Karton entsorgen und bei Seaplanet vorbei und Thomas eine bestellte Bacto Reef Balls Box ausliefern. In Windeseile packe ich mein Auto voll mit alten Kartenschachteln und entsorge diese an der Entsorgungsstelle im Dorf. Dann fahre ich nach Winterthur und gehe zu Seaplanet. Es ist grad ruhig im Laden und so geraten Davide und ich ins Gespräch, worüber ich schon wieder die Zeit vergesse. Nicht wie angekündigt um 16:15, sondern erst um 16:45 treffe ich dann bei Thomas in Hettlingen ein. Sein Becken steht hervorragend und seine Korallen springen mich in grellen Farben an. Wenn ich da an mein Becken zu Hause denke, welches grad arg mit Cyanos zu kämpfen hat, könnte ich richtig neidisch werden! Auf zwei Steinen hat Thomas auch rote Beläge, die sehr ähnlich aussehen wie meine. Ich ziehe davon eine Probe in eine 2ml Spritze auf und werde diese zu Hause unters Mikroskop legen.
Auf dem Weg nach Hause gehe ich noch an der Tankstelle vorbei um Brot zu kaufen für das Käsefondue heute Abend. Wie ich aussteige, fällt mein Blick auf den Beifahrersitz mit der aufgezogenen Spritze. Was wenn jetzt ein Polizeifahrzeug neben mir parkiert und deren Blick in mein Wageninneres fällt? Wie glaubwürdig wird meine Beteuerung, dass ich in der Spritze eine Probe von Cyanobakterien drin habe, ausfallen?
Für den Rest des Weges bis nach Hause, platziere ich die Spritze diskret unter dem Brotlaib.

Die Untersuchung zu Hause zeigt, dass die Beläge gleich aussehen wie meine und offensichtlich Cyanobakterien sind. Zumindest sehen sie gleich aus wie diejenigen auf den Bilder, die ich auf dieser Website finde: http://archiv.korallenriff.de/algen2003.html
Thomas und ich wenden beide die Bacto Reef Balls an und ich habe auch im Internet gelesen, dass einige Anwender der Bacto Reef Balls über Cyanos klagen. In meinem Fall vermute ich, dass die Bacto Balls Depots aufgelöst haben denn meine Nährstoffwerte haben sich um den Faktor 10 reduziert (Nitrat war heute bei 3mg/L und Phosphat bei 0.07mg/L). Das Auftreten von Cyanos betrachte ich als Zeichen, dass sich in meinem Becken etwas zum Guten verändert und auf dem Weg zu einem nährstoffarmen Millieu, treten halt temporär Cyanos auf - auf jedem Fall kein Grund zur Panik.

Das Corpus Delicti auf dem Beifahrersitz


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"Nein, Herr Polizist, da sind nur Cynobakterien drin" - "Ja, ja, das behaupten sie alle, wir nehmen sie jetzt erst mal fest…!"


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Zuhause gebe ich die Beläge von Thomas auf einen Objektträger


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Dann kommt ein Deckglas drauf, die Linsen jedes Mikroskops sind für diese normierten Glasscheibchen korrigiert


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Jetzt das ganze unters Mikroskop legen


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Dank Kamera auf dem Trinokularanschluss, kann ich gleich Bilder machen und habe diese dann gleich auf dem Computer


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Ja, so sehen Cynobakterien aus


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Zwei Cyanofäden und eine herumschwimmende Ciliate


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Bei starker Vergrösserung erkennt man kleine Punkte (vermutlich die Zellkerne) und die Membran zwischen den Zellen


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So sehen die Beläge in meinem Becken aus - ziemlich deftige Rote Pest im Moment


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Finding Brachi

Obschon ich Anemonenfische durchaus viel Sympathie entgegenbringe, muss ich heute auch mal auf eine schreiende Ungerechtigkeit aufmerksam machen: Hat jemand schon mal Copepoden-Rucksäcke gesehen? Tiger-Pods Radiergummis? Oder etwa Brachionus-Lippenpomade? Ich fordere Gerechtigkeit für alle Tiere des Meeres und fordere darum: "Es muss Schluss sein mit der Bevorzugung von Anemonenfischen!"

Anemonenfische sind zweifellos bestens geeignet zur Dekoration von Lippenbalsams


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Aber auch ein Brachionus-Lippenstift würde sich gut verkaufen


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Ein Herz für Brachionus sollten alle haben


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Aufgrund ihrer Transparenz könnte man Brachionus auf alle möglichen Gegenstände drucken: Brachi-Tassen, Brachi-Schirme, Brachi-Taschen…


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Copepoden sind derzeit von Hollywood noch unentdeckt: Was haltet ihr von Coppi, dem Tigerpod, der durchs Korallenriff irrt um seine Eltern zu suchen?


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